INSOMNIUM – Netherworlds
INSOMNIUM
Netherworlds
(Melodic Death Metal)

 


Label: Century Media Records
Format: (LP)

Release: 16.10.2026


INSOMNIUM müssen nicht vorgestellt werden. Seit 1997 sind sie ein fester Bestandteil der melodischen Death Metal Szene und bringen knapp vor dem 30-jährigen Jubiläum ihr zehntes Album unter die Hörer*innenschaft. „Netherworlds“ ist so etwas wie die Blaupause für den INSOMNIUM Sound geworden und legt nach dem kurzen Intro direkt los.

„Shadowlife“ war gleichzeitig auch die erste Single der Finnen. Der bekannte Sound legt sich gleich wärmend um die Hörer*innen, während INSOMNIUM ihre Stärken und Trademarks offen ausspielen. Ohrwurmmelodien, ein auslandender sich öffnender Refrain gepaart mit Growling und cleanen Gesangspassagen. Die Stimmung ist epochal, hymnisch und gewohnt cineastisch aufgebaut. Ehrlicherweise muss aber erwähnt werden, dass hier nichts, aber auch gar nichts, neu ist. INSOMNIUM klingen einfach nach wie vor wie INSOMNIUM und niemand anders, und diese Gradwanderung zwischen dem Ausspielen der eigenen Stärken und zur Selbstkopie zu werden ist nicht einfach zu bewältigen.

„Remembrance“ widerspricht der Skepsis dann wohltuend. Das melodische Riffing zu Beginn erinnert fast an KILLSWITCH ENGAGE, bevor die Harmonien in die finnische Wildnis ziehen und klarer Gesang wohlige Atmosphäre schafft. Tendiert die Strophe noch stark in Richtung AMORPHIS, ist das Riffing des Refrains eindeutig von der Marke Dutkiewicz. Dieser amerikanische Metalcore Touch in Verbindung mit skandinavischem Melodeath hat seinen Vibe und ist ein erstes Highlight. Auch der Übergang zum sehr direkt und schnellen „Gleam In The Black“ präsentiert sich gelungen. Die Nähe zu DARK TRANQUILLITY ist hörbar und lässt den Song zum typischsten Melodic Death Metal Stück des Albums werden.

„The Hour Grows Late“ wächst in seinen acht Minuten zur Mitte des Albums hin zum Gipfel des Anstiegs an. Der Song ist mächtig, schafft Atmosphäre und baut sich immer wieder auf. Die Nähe zu AMORPHIS ist nicht nur spürbar, sondern auch verständlich, wirken hier doch drei der Landsmänner mit, mit Tomi Joutsen als cleane Stimme zum Höhepunkt.

Dann flacht das „Netherworlds“ leider ab und der Abstieg vom Gipfel beginnt. „Arch Of The Sky”, „Pathways Of The Night” sowie „Ethereal Sleep” kommen nicht so recht vom Fleck. INSOMNIUM stehen für finnische Melancholie und leise schöne Momente, immer gut platziert zwischen den Ausbrüchen und Gebrüll. Doch hier verzetteln sich die Finnen, die Songs wirken repetitiv und das bereits angesprochene Problem der Selbstkopie wirkt wie nicht mehr ganz so von der Hand zu weisen. Es kehrt leider etwas Langeweile ein.

„The Banished“ rettet das Ende von „Netherworlds“ gekonnt. Der Song steigert sich zum schnellsten und brutalsten Stück des Albums. Da er aus der Feder des neuen fixen Gitarristen Tomy Laisto stammt, darf man für kommende Veröffentlichungen auf mehr Kante hoffen.

„Netherworlds“ ist ein wirklich gutes Album einer erfahrenen Melodic Death Metal Band geworden. Der finnische Stil ist immer schwierig, da teils fast schon zu melodisch und eingängig, was aber natürlich immer auch Geschmacksache ist. INSOMNIUM beweisen eindrücklich, dass sie zu den Größen der Szene gehören, und das zurecht. Wer aber die große Innovation erhofft hat, wird enttäuscht zurückbleiben. Sucht man das Album für einen Drink, während man aus dem Fenster in die verschneite Landschaft schaut und in Gedanken schwelgt, ist „Netherworlds“ genau die richtige Wahl.

 

Autor*in: Michael Wimmer

 


Tracklist „Netherworlds“:
1. The Cold Song
2. Shadowlife
3. Remembrance
4. Gleam In The Black
5. The Hour Grows Late
6. Arch Of The Sky
7. Pathways Of The Night
8. Ethereal Sleep
9. The Banished
10. Journey’s End
Gesamtspielzeit: 54:00

 


Band-Links:

INSOMNIUM – NetherworldsINSOMNIUM – NetherworldsINSOMNIUM – NetherworldsINSOMNIUM – Netherworlds

 


INSOMNIUM – Netherworlds
INSOMNIUM – Netherworlds
LineUp:
Niilo Sevänen (Vocals, Bass)
Ville Friman (Guitars, clean Vocals)
Markus Vanhala (Guitars, clean Vocals)
Tomy Laisto (Guitars, clean Vocals)
Markus Hirvonen (Drums)
Gäste:
Tomi Joutsen (Vocals - AMORPHIS)
Tomi Koivusaari (Vocals – AMORPHIS)
Santeri Kallio (Keyboards – AMORPHIS)
8
Share on: