
Die Schweden von RIKET aus der schönen Hauptstadt Stockholm sind eigentlich schon recht lange im Geschäft. Zehn Jahre hat die Band bereits auf dem Buckel, und trotzdem kommt nach einigen EPs und Singles mit „2026“ erst jetzt der erste Langdreher auf den Markt. Es ist also das Debüt einer nicht mehr so jungen Band könnte man sagen.
RIKET machen Death Metal europäischer Prägung, soviel sei vorneweggenommen, und das ist wahrscheinlich auch keine so große Überraschung. Was aber definitiv etwas unerwartet kommt ist die Tatsache, dass „2026“ keine dumpfe HM-2 Orgie geworden ist, sondern Oldschool Sounds unterschiedlichster Art und Weise aus den Boxen trommeln. Hier sind grandiose Thrash Riffs genauso vertreten wie Melo-Death und Pagan Einflüsse.
Alle neun Songs vereinen sich zu einem großen lyrischen Konzept, es geht nicht um Gore und Horror, sondern um schwedische Geschichte. Jeder Song, mit jeweils einer Jahreszahl im Titel eingeleitet, beleuchtet ein dramatisches Ereignis skandinavischer Geschichte. Die Sache ist an sich ziemlich cool und durchdacht, aber alle Texte in Schwedisch verfasst, was das lyrische Konzept für Nicht-Skandinavier eher schwierig macht.
Die Songs sind durchwegs stark bis großartig gelungen, die Atmosphären ändern sich laufend und man spürt durchwegs, dass hier Geschichten erzählt werden sollen. Stilistisch ist vieles vorhanden. RIKET wissen in fast doomigen Gefilden wie im Opener genauso zu gefallen wie mit oldschooligem groovigen Death Metal („1867: Storsvagåret“, „1965: Höghus Och Kultur“ oder „1885: Dödsdansen (I Månskensnatten)“ oder versehen mit Melodic Death Anleihen in INSOMNIUM Gefilden wildernd („1948: Att Döda Ett Barn“).
Definitiv erwähnenswert ist „1897: Mot Polen“, ein langsamer, intensiver Song im Sog von alten SWALLOW THE SUN und Konsorten. Die tragische Atmosphäre wird fast greifbar und lässt Gänsehaut aufkommen.
All die Wandlungsfähigkeit macht „2026“ zu einem wirklich gelungenen Album, und vor allem zu einem großartigen Debüt. Schweden hat wieder einmal nicht enttäuscht.
Tracklist „2026“:
1. 1868: Sommar Vid Vinterviken
2. 1867: Storsvagåret
3. 1965: Höghus Och Kultur
4. 1948: Att Döda Ett Barn
5. 1885: Dödsdansen (I Månskensnatten)
6. 1897: Mot Polen
7. 1991: 2000 År (Saliga Äro De Tålmodiga)
8. 1937: Lågor Vid Portarna
9. 2009: Alla Ska I Jorden
Gesamtspielzeit: 38:47
