
Rotting On A Golden Throne
(Thrash Metal)
Label: Dying Victims Productions
Format: (LP)
Release: 27.03.2026
Manche Bands fliegen einfach viel zu lange unter dem Radar. Gottseidank gibt es Labels mit herausragendem Bandscouting und guter Nase, so wie Dying Victims Records, im Falle der Würzburger ZERRE. „Rotting On A Golden Throne“ ist Album Nummer Vier, jedoch das erste nicht selbst produzierte Werk. Es ist schwer zu glauben, dass es so viele Jahre bis zum Durchbruch der deutsche Thrasher brauchte, aber auch hier gilt der Grundsatz „Besser spät als nie“.
Nach dem eher langen Intro geht „Pigs Will Be Pigs“ direkt in die Vollen. Thrash mit wundervoller Bay Area Schlagseite wummert aus den Boxen. Die Riffs sind rasend schnell und messerscharf, der Bass hämmert den Untergrund gerade und die Drums treiben die Band vor sich her wie einen Esel mit einer Karotte. Was ZERRE aber durchwegs besonders macht ist eine Mischung dieses amerikanischen Oldschool Thrash mit steten Crossover Touch, also einem Hang zur Moderne des Genres.
Das gesamte Album ist auf 40 Minuten angereichert mit allem, was modernen Thrash ausmacht. Es werden in „Deception Of The Weak“, „Killing Taste” und „No Alibi“ Geschwindigkeitsrekorde pulverisiert. Unglaublich in welchem Tempo Dominik Bertelt und Rocco Lepore hier die Riffs in den Äther schmettern. Die Intensität bei ZERRE sucht derzeit in der Szene seinesgleichen. Gangshouts bereichern die Refrains, geben diese Crossover Schlagseite perfekt wieder, und die Soli könnten nicht besser platziert sein.
In „Concrete Hell“ zeigen die Deutschen auch eine etwas langsamer Seite. Wir sprechen hier nicht von doomiger Schwere, sondern von perfekt gesetzten Tempowechseln, die wunderbar Atmosphäre schaffen.
Die absoluten Höhepunkte von „Rotting On A Golden Throne“ sind jedoch „Mental Vacation“ sowie der Titeltrack. „Ersterer ist ein über sieben Minuten Monster von einem Thrashsong. Und er ist in keiner Sekunde langweilig oder zu lang. ZERRE spielen hier im großartigen Songwriting mit Eindrücken und bauen eine Dynamik auf, die unglaublich spannend ist. Der Song ist stark von POWER TRIP beeinflusst und könnte auch in deren Diskographie einen hohen Stellenwert einnehmen.
Der Titeltrack hingegen ist ein unnachgiebiger Thrashbrocken, voller Energie, Leidenschaft eingebettet in fantastische Hooks und groovige Dynamik. Was ihn besonders macht und mit dem eben erwähnten „Mental Vacation“ verbindet ist die grandiose Leistung am Mikro von Nico Ziska. Niemand war bisher stimmlich so nahe am viel zu früh verstorbenen Riley Gale und konnte seine Intensität so mitnehmen die der deutsche ZERRE Fronter.
Als kurzes und knappes Fazit: „Rotting On A Golden Throne“ ist mit Abstand das bisher beste Thrash Album des Jahres und es wäre verwunderlich, wenn sich das noch ändern sollte. Das in einem Jahr mit Releases von EXODUS, MEGADETH und KREATOR sagt wohl alles!
Autor*in: Michael Wimmer
Tracklist „Rotting On A Golden Throne“:
1. Intro
2. Pigs Will Be Pigs
3. Deception Of The Weak
4. Mental Vacation
5. Concrete Hell
6. Rotting On A Golden Throne
7. Tin God
8. Killing Tast
9. No Alibi
Gesamtspielzeit: 40:44
