
APRIL ART liefern mit ihrem Album „Red“ ein modernes, hochenergisches Crossover-Werk ab, das mit sattem Groove-Metal, rotzigen Punk-Einflüssen und eingängigem Alternative Rock überzeugt. Getragen wird das komplette Soundgerüst von einer druckvollen Produktion und vor allem von Frontfrau Lisa-Marie Watz, die sich auf der gesamten Spieldauer als eine der dynamischsten und ausdrucksstärksten Stimmen der aktuellen Rock- und Metal-Szene zementiert.
Schon der Eröffnungstrack „Bulletproof“ macht keine Gefangenen: Ein wuchtiges Riff-Monster trifft auf Lisa-Maries brachiale Shouts, aggressive Screams und einen extrem kraftvollen Chorus, der sofort den Ton des Albums angibt. In „Fall Into Pieces“ nimmt die Band das Tempo leicht heraus und baut eine düstere Atmosphäre auf; hier zeigt Lisa-Marie ihre enorme emotionale Bandbreite zwischen intim verletzlichen Strophen und schmerzerfüllten, rauen Wutausbrüchen. Das darauffolgende „Panic Stations“ dreht die Temposchraube wieder auf und verwandelt das Geschehen in einen hastigen Crossover-Ritt, bei dem die Vocals gezielt hektisch und verzweifelt klingen, um die Panik auch gesanglich greifbar zu machen.
Mit „Unbreakable“ folgt eine echte Stadion-Rock-Hymne mit mitreißendem Drive. Lisa-Maries Gesang klingt hier unverwüstlich, strahlend und durchdringend, während sie mühelos lang gezogene Töne im Refrain hält. Im dramatischen Kontrast dazu steht das düstere „Silent War“. Mit seinen stampfenden Percussions und tief gestimmten Gitarren lässt der Track viel Platz für emotionale Schattierungen, bei denen Lisa-Marie meisterhaft von melancholischem Leisetreten bis hin zum absoluten Stimm-Limit pendelt.
Für eine erfrischend funkige Note sorgt „Good Guy“, das mit tanzbaren Beats und viel Sarkasmus in der Stimme aufwartet, während Lisa-Marie spielerisch zwischen fast gesprochenen Strophen und ohrwurmtauglichen Melodien wechselt. Das atmosphärische „Hungry For Life“ gibt der Musik mit viel Hall und räumlicher Tiefe Raum zum Atmen; Lisa-Maries feinfühlige Phrasierung entlädt sich hier schlussendlich in einer gewaltigen Rock-Röhre. Mit „Big Bubble Bullshit“ legen APRIL ART im Anschluss eine freche, angriffslustige Attitüde an den Tag, bei der rotzige Riffs und elektronische Akzente auf spuckende, zerrige Vocals treffen.
Gegen Ende des Albums schlägt „Blink Of An Eye“ noch einmal melancholischere Töne an. Über breiten Gitarrenwänden brilliert Lisa-Marie in den Strophen mit warmer Intimität, bevor sie im Refrain mit glasklarem Belting in strahlende Höhen ausbricht. Den krönenden Abschluss bildet schließlich „Karma Is A Bitch“, das mit treibenden Groove-Riffs und abwechslungsreichen Rhythmuswechseln ein letztes Ausrufezeichen setzt. Lisa-Marie feuert hier noch einmal ihre volle Power ab und wechselt spielend zwischen kraftvollem Shouten und eingängigen Hooks.
Unterm Strich ist „Red“ eine mitreißende und abwechslungsreiche Platte, die ihre Stärke nicht nur im harten Sounddesign findet, sondern vor allem von der stimmlichen Vielseitigkeit, Leidenschaft und schieren Naturgewalt von Lisa-Marie lebt.
Autorin: Bianca Ully
Tracklist „Red“:
1.Bulletproof
2.Fall Into Pieces
3.Panic Stations
4.Unbreakable
5.Silent War
6.Good Guy
7.Hungry For Life
8.Big Bubble Bullshit
9.Blink Of An Eye
10.Karma Is A Bitch
Gesamtspielzeit: 31:12
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