devin townsend - the moth
DEVIN TOWNSEND
The Moth
(Progressive Metal)

 


Label: InsideOut Music
Format: (LP)

Release: 29.05.2026


The Moth handelt von der Reise – aber auch vom Ankommen

Sich im musikalischen Labyrinth DEVIN TOWNSENDSs zurechtzufinden, war schon immer eine Drahtseilakt, bei dem so manche Hörer*in schnell aus dem Gleichwicht gekommen und unweigerlich in die Tiefe gestürzt ist. Andere wiederum (auch ich zähle mich dazu) lieben aber die unkonventionelle und schräge Art, die der 54jährige Kanadier in Sachen Musik an den Tag legt. Es gibt keine Grenzen und damit nichts, was der Musiker bisher ausgelassen hat. Mit „The Moth“, dem zweiten Teil seiner Trilogie – Part 1: „Powernerd“ erschien 2024 – zeigt er jetzt eine weiter Facette seines Schaffens.

Folgten seine anderen Alben immer einer , aus seinem Kopf stammenden Logik oder Muster, so kommt „The Moth“ ganz ohne diese Richtlinien daher. Von Anfang an stand fest, dass es als orchestrales, chorales und theatralisches Werk in seinem Hinterkopf als „Lebenswerk“ existierte. Über ein Jahrzehnt war es nur eine vage Vison, bis ihn vor 6 Jahren der Leiter des North Netherlands Orchestra & Chor kontaktierter, um ihm anzubieten, dass er Devins Diskografie mit orchestraler Opulenz auszustatten. Das war die Initialzündung für „The Moth“ und Townsend war sofort klar, dass dieses Werk, dass in seinem Kopf als Idee immer da war, jetzt zu Realität werden würde.

Townsend beschreibt „The Moth“ mit eigenen Worten wie folgt:

„Wenn The Moth ein zentrales Thema hat, dann dieses: echte Selbstakzeptanz. Etwas, das stabiler ist als Parolen, eher eine gelebte Bereitschaft, sich dem Unangenehmen zu stellen, ohne sich abzuwenden. Die offensichtlichste Metapher für Veränderung innerhalb des Konzepts dieses Projekts war eine Motte: von der Raupe zu einem völlig anderen Wesen – einem, das so sehr vom Licht angezogen wird, dass es sich selbst verbrennt. Was bleibt, ist unveränderlich – allein der Geist.“

Mit dem North Netherlands Orchestra & Chor und einigen Gastmusikern, wie Steve Vai und Anneke van Giersbergen im Gepäck, nahm dann „The Moth“ Gestalt an. Leider ist das vorliegende Album noch um einiges weniger eingänglich als seine anderen Werke. Ich kam mir beim Durchören des Öfteren vor, als wäre ich in einem Drogenrausch gefangen, der von Disney musikalisch untermalt wird. Das Orchester ist natürlich, wie es ja geplant war, omnipräsent und übertrumpft alles andere. Es bleiben nur ein paar wenige Songs („Covered by Causes“, Home At Night“) übrig die man aus dem Ganzen herausreißen kann und die auch allein funktionieren. Der Rest ist wie es der Meister selbst gesagt ohne Motto und nachvollziehbarere Logik. Geschichtlich gesehen wie leider auch musikalisch.

Ich will das Können, das natürlich wie immer vorhanden ist, um nichts schmälern und „The Moth“ ist nicht schlechter als seine Vorgänger, aber leider um so vieles schwerer zugänglich, dass ich glaube, dass es nur bei den wirklich eingefleischten Fans Anklang finden wird.

Was ich mir auch gut vorstellen kann, ist eine Aufführung beim Linzer Ars Electronica Fest und derer Klangwolke. Hie passt „The Moth“ perfekt ins Programm.

Autor: Max Reisinger

 


Tracklist „The Moth“:
1. Semi-Prologue
2. War Beyond Words
3. The Moth
4. Ode To My Eye
5. Enter The City
6. Covered By Causes
7. Lexin
8. Runaways
9. A Proxy For God
10. The Mothers
11. Orion
12. Stay There
13. Home At Night
14. Intermission
15. Lexin Returns
16. The Clergy
17. Prepare For War
18. The Big Snit
19. Silver Princess
20. A Life In Review
21. Metamorphosis
22. Stained Hearts
23. Let Go
24. We Don’t Deserve Dogs
Gesamtspielzeit: 70:24

 


Band-Links:
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devin townsend - the moth
DEVIN TOWNSEND – The Moth
Line Up:
Devin Townsend (Guitar, Vocals)
Mike Keneally (Guitar)
James Leach (Bass)
Darby Todd (Drums)
Guests:
North Netherlands Orchestra & Choir
Steve Vai
Anneke van Giersbergen
Lynn Wu
7
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