port noir - the dark we keep
PORT NOIR
The Dark We Keep
(Progressive Metal)

 


Label: InsideOut
Format: (LP)

Release: 15.05.2026


Sometimes we don’t write songs to arrive somewhere. We write them to move. Instead of verses and choruses, we let ideas drift, repeat, and change shape. The movement is the destination

Die im Jahr 2011 im schwedischen Södertälje gegründete Band PORT NOIR hat sich über das letzte Jahrzehnt zu einer der innovativsten Kräfte des modernen Alternative Rock entwickelt. Das Trio, bestehend aus Love Andersson, Andreas Wiberg und Andreas Gidlund, startete ihre Karriere mit dem Debütalbum „Puls“ (2013) noch tief verwurzelt im atmosphärischen Progressive Rock und Metal. Doch bereits mit dem Nachfolger „Anywhere The Wind May Blow“ (2016) deutete sich eine stilistische Öffnung an, die mit dem dritten Werk „The New Routine“ (2019) in einer radikalen Neuausrichtung mündete. Hier kombinierten PORT NOIR ihren rockigen Ursprung mutig mit Einflüssen aus dem Urban Pop, Hip-Hop und elektronischer Musik, was ihnen Vergleiche mit Künstlern wie AGENT FRESCO oder LEPROUS einbrachte.

Dieser experimentelle Geist setzte sich auf ihrem Album „Cuts“ (2022) fort, welches für seine minimalistische Produktion und die extrem tighten, groovigen Songstrukturen gelobt wurde. Markenzeichen der Band bleibt dabei stets die soulige und charismatische Stimme von Love Andersson, die den oft düsteren, aber hochmodernen Sound zusammenhält. Durch intensive Touren im Vorprogramm von Genre-Größen wie PAIN OF SALVATION oder KARNIVOOL haben sich PORT NOIR den Ruf erspielt, ihre komplexe Studio-Ästhetik auch live mit einer beeindruckenden Energie als Trio auf die Bühne zu bringen.

Das fünfte Studioalbum der Band trägt den Titel „The Dark We Keep“ und die Band beschreibt das Werk als ihr bisher härtestes und düsterstes Album. Es markiert eine Rückkehr zu kraftvolleren, fast schon aggressiven Klängen, ohne dabei die für die Band typische melodische Eleganz und moderne Produktion zu verlieren.

Der Opener „Complicated“ schallt durch die Lautsprecher. Live Andersson´s Stimme wirkt hier fast zerbrechlich, aber kontrolliert – der Fronter bietet eher einej inneren Monolog, als in einen klassischen Refrain. Die Gitarren sind stark zurückgenommen, mehr Textur als Riff, leicht verhallt und schwebend. Das Schlagzeug bleibt minimalistisch: trockene Kicks, dezente Snare, fast schon Loop-artig. Der Groove entsteht eher aus Wiederholung, als aus Dynamik. Auch sollte man sich von dem Titel „Burst“ nicht täuschen lassen, denn statt Explosion bekommt man Spannung. Die Stimme baut sich subtil auf, bleibt aber stets im Rahmen. Gitarren sind rhythmischer als sonst, leicht verzerrt, aber immer noch kontrolliert. Das Schlagzeug arbeitet hier mehr mit Groove: Hi-Hats und Kick greifen ineinander, ohne komplex zu wirken. „Bloodlust“ ist für mich der intesivte Track des Albums. Die Stimme bekommt mehr Kante, wirkt dringlicher. Gitarren sind hier am präsentesten: dunkle, leicht verzerrte Linien, die Spannung aufbauen. Das Schlagzeug ist präzise und trocken, mit klar gesetzten Akzenten – fast mechanisch. Den sehr emotionen Abschluss bietet „We Shall Die Together“ Die Stimme steht komplett im Vordergrund – verletzlich, nah, fast intim. Gitarren bleiben minimalistisch und unterstützen nur die Stimmung. Die Beats extrem reduziert oder fast ganz abwesend, wodurch der Fokus komplett auf der Atmosphäre liegt. Man ist eingenommen und gefesselt. Und wenn es endet? Sehnt man den Anfang wieder herbei.

„The Dark We Keep“ ist für mich das reifste und mutigste Werk ihrer bisherigen Karriere. Und macht Lust darauf die Augen noch intensiver auf die Band zu richten und zu sehen was die Zukunft uns noch bringen wird.

Autorin: Bianca Ully


Tracklist „Any Way The Wind Carries“:
1. Complicated
2. Redshift
3. Noir
4. Ebb And Flow
5. My Destroyer
6. Vargtimmen
7. Burst
8. Reverie
9.This View
10. Bloodlust
11. We Shall Die Together
Gesamtspielzeit: 49:07

 


Band-Links:
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port noir - the dark we keep
PORT NOIR – The Dark We Keep
LineUp:
Love Andersson (Vocals, Bass, Guitars)
Andreas Hollstrand (Guitars, Keys)
AW Wiberg (Drums)
8
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