
Somewhere In Between (mothicorp’s lofi breakroom beats)
(Pop | Rock | Emo)
Label: SharpTone Records
Format: (EP)
Release: 11.06.2026
Es ist zwei Uhr nachts. Während die nächtliche Neonbeleuchtung der Stadt fahle Schatten in den Raum wirft, klopfen drinnen die eigenen Dämonen an. Man hat zu viel Zeit um nach zu denken. Doch um sie zum schweigen zu bringen braucht es Musik… und genau diese Art findet man hier. Eigentlich kennen wir McKenzie Ellis, oder wie wir sie kennen; MOTHICA, ganz anders. Erst im Februar 2026 überrollte sie uns mit einer Studio-EP, die pure, rohe Energie war. Vollgepackt mit tonnenschweren Riffs, cineastischen Synths und wuchtigen Drums feuerte sie uns ein absolutes Metalcore Brett um die Ohren, das den inneren Schmerz in einem lautstarken Circle Pit herausschrie.
Doch am 11. Juni 2026 vollzieht die Musikerin über SharpTone Records eine radikale Kehrtwende. Gemeinsam mit dem Produzenten Nathan Miller alias Icarus Moth hat sie das aggressive Sound-Biest gezähmt, auf Zimmerlautstärke heruntergedreht und in ein intimes, nächtliches Lofi-Gewand gehüllt. Das Resultat dieser Metamorphose hört auf den Namen „Somewhere In Between (mothicorp’s lofi breakroom beats)“.
Statt maximalem Lärm regiert auf dieser Veröffentlichung die absolute Entschleunigung. Die fünf Originaltracks wurden von dem Duo komplett zerlegt und völlig neu zusammengeschweißt. Wo eben noch massive Gitarrenwände die Bühne zum Einstürzen brachten, dominieren nun sanfte Klavierakkorde, gedämpfte Boom-Bap-Grooves und schwebende Ambient-Texturen. Es ist der perfekte Soundtrack für schlaflose Nächte, zum Runterkommen oder zu Fokussieren, zumal die EP zu allen fünf Songs auch direkt die reinen Instrumentals mitliefert und sich so als stimmiges Zehn-Teile-Paket für den tiefenentspannten Midnight Chill erweist.
Diese Verwandlung zeigt sich auf jedem einzelnen Track der EP. „Evergreen Misery“ der Opener verliert seine bittere Härte und wandelt sich von einem emotionalen Gewitter in eine meditative Reflexion über das Gefühl der Taubheit um. Wie das leise Verglühen nach einer exzessiven Show. Auch „Weapon“, im Original ein wütender Headbanger, besticht plötzlich durch eine verletzlichen R&B Bogen.
Ohne ablenkende Soundwände stehen MOTHICAs Vocals völlig im Rampenlicht und treffen den Hörer unvorbereitet. Dem Song „Save Your Roses“ wird der ehemals dramatische, stadiontaugliche Refrain radikal heruntergedimmt, wodurch aus der epischen Hymne ein verträumtes, bittersüßes Schlaflied für geschundene Seelen wird. „Bullet“ wiederum bewahrt zwar seinen subtilen, hypnotischen Groove, wirkt durch das reduzierte Arrangement aber unheimlich nahbar, als würde die Künstlerin eine exklusive Akustik Session im eigenen Wohnzimmer spielen. Und der Titeltrack „Somewhere In Between“ fängt schließlich das Gefühl des namengebenden Schwebezustands perfekt ein und treibt schwerelos durch den Raum, gefangen im Limbo zwischen altem Schmerz und dem Weg der Besserung.
Hinter dieser angenehm smoothen Ästhetik verbirgt sich jedoch ein ungeschönter, brutaler Realismus. Textlich verarbeitet MOTHICA auf der EP ihre dunkelsten Stunden, darunter den Kampf zurück in die Nüchternheit nach einem schweren Rückfall sowie die mentalen Narben, die die Absage ihrer ersten Headliner-Tour hinterlassen hat. Auf den lauten Originalaufnahmen wirkten diese Zeilen noch wie ein wütender Befreiungsschlag in einem verzweifelten Moshpit gegen die eigenen Abgründe.
In der neuen Lofi Variante fühlen sich exakt dieselben Phrasen eher wie intime Tagebucheinträge an, die man mitten in der Nacht bei gedimmtem Licht noch einmal liest. Ohne den schützenden Wall aus lauten Riffs tritt die nackte, ehrliche Poesie ihrer Texte erst recht ins Scheinwerferlicht. MOTHICA beweist damit eindrucksvoll: Manchmal muss man den Verstärker komplett ausschalten, um die lautesten Schreie wirklich zu hören.
Tracklist „Somewhere In Between“:
1.Evergreen Misery (lofi)
2.Weapon (lofi)
3.Safe Your Roses (lofi)
4.Bullet (lofi)
5.Somewhere In Between (lofi)
6.Evergreen Misery (lofi instrumental)
7.Weapon (lofi instrumental)
8.Safe Your Roses (lofi instrumental)
9.Bullet (lofi instrumental)
10.Somewhere In Between (lofi instrumental)
Gesamtspielzeit: 29:23
