ENDSEEKER – Coffin Born
ENDSEEKER
Coffin Born
(Death Metal)

 


Label: Metal Blade Records
Format: (LP)

Release: 19.06.2026


Eine weitere Band verlässt die Musiklandschaft und wendet sich neuen Projekten zu. Leider ist es mit ENDSEEKER eine der Speerspitzen des deutschen Death Metal. Tief verwurzelt im schwedischen Sound haben sie vier Alben Oldschool der allerersten Güteklasse veröffentlicht. Immer mit einem eigenen Kniff versehen war das Quintett mehr als nur ein Abklatsch alter ENTOMBED, GRAVE, ENTRAILS oder DISMEMBER.

Und so beenden sie ihr Schaffen so wie sie es begonnen haben. Mit einer EP, die auf fünf Nummern den Hörer*innen die Seele aus dem Leib prügelt. Es wird gnadenlos das HM-2 Pedal durchgetreten und die Drums wummern zwischen Mid- und Uptempo dahin, alles ergänzt durch herrliches infernales donnerndes Gröhlen am Mikro.

Damit könnte man die Review schon wieder beschließen und einfach nur anmerken, wie schade es ist, dass uns die Hamburger in der Besetzung verlassen. Das wäre aber etwas zu kurz gegriffen, denn die Songs verdienen etwas mehr Beachtung. Es ist leider heutzutage viel zu selten, dass auch Death Metal Kombos politische Kante zeigen. ENDSEEKER zeigen aber, dass auch abseits von Tod, Gore und Horrorlyrics entstehen können, die so stark sind, dass sie im Extreme Metal großartig funktionieren. „Enemies Of Peace“ ist thematisch ein antifaschistisches Monument und bezieht klar Stellung. In ungeheurem Tempo präsentiert sich der Song als Uptempo Hammer, der mit Crust-Anleihen spielt und dahinbrettert, dass es eine wahre Freude ist.

„No After. No Before“ schießt einem die Doublebass Salven in die Gedärme und überzeugt mit tollem aggressivem Riffing. Die Geschwindigkeit nimmt immer mehr zu und vertont den derzeitigen Irrsinn von scheiternden Systemen, gelenkt von Anführern und Despoten, die rein zum Zweck der eigenen Bereicherung die Welt in den Abgrund führen. Das ist richtig stark.

Der Titeltrack wildert, von Sirenen eingeleitet, eher im Mid-Tempo und präsentiert sich als Groovemonster. Zum Ende hin, wenn man denkt, jetzt wird es nochmals wild und brutal, steht plötzlich mit „Life Breeds Death“ einer der längsten Songs der Bandgeschichte. Die Gitarren hören sich fast an wie bei GOJIRA und Death Doom Vibes kommen auf. Die Atmosphäre ist irrsinnig intensiv und gebannt lässt man sich in den Sog hineinziehen. Die Leadgitarren im Refrain sind so richtig cool und es groovt an allen Ecken und Enden.

ENDSEEKER lieben es ihre Outputs mit Coverversionen zu beschließen, und so ist es auch auf der letzten EP. Dieses Mal hat man sich beim unsterblichen David Hasselhoff bedient und zerdreht gemeinsam mit Chris Harms von LORD OF THE LOST „True Survivor“. Die Qualität und Notwendigkeit mag jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall schmälert es nicht die großartigen ersten vier Stücke der EP und lässt alle Fans mit weinendem Auge zurück. Denn in keiner Minute hört sich „Coffin Born“ danach an, dass die Band keine Ideen mehr für weitere Alben gehabt hätte, sondern beinhaltet ein paar der besten Songs der Bandhistorie. Was für ein Ende!

Autor: Michael Wimmer

 


Tracklist „Coffin Born“:

1. Enemies of Peace
2. No After. No Before
3. Coffin Born
4. Life Breeds Death
5. True Survivor (feat. Lord Of The Lost)
Gesamtspielzeit: 23:00

 


Band-Links:

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ENDSEEKER – Coffin Born
ENDSEEKER – Coffin Born
LineUp:
Lennart „Lenny“ Osterhus (Vocals)
Ben Liepelt (Guitars)
Jury Kowalczyk (Guitars)
Torsten Eggert (Bass)
André Kummer (Drums)
Gäste:
Chris Harms (Vocals, LORD OF THE LOST)
8.5
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