
Too Bad To Be Good
(Heavy Metal | Hard Rock)
Label: Pride & Joy
Format: (LP)
Release: 24.04.2026
Wenn man über die Geschichte von ALICATE spricht, taucht man tief in die goldene Ära des skandinavischen Hard Rock ein. Auch wenn die Band oft mit der norwegischen Szene in Verbindung gebracht wird, liegen ihre wahren Wurzeln im schwedischen Ronneby, wo sie bereits 1985 von Jonas Erixon und Fredrik Ekberg ins Leben gerufen wurde.
Es ist eine dieser klassischen Rock-Biografien: Schon früh bewiesen sie ihr enormes Potenzial, als sie 1992 keine Geringeren als die Rock-Legende Ian Gillan (DEEP PURPLE) auf seiner „Toolbox“-Tour begleiten durften. Doch wie so oft im Musikbusiness folgte auf diesen ersten Höhenflug eine lange Pause. Die Band löste sich noch im selben Jahr auf. Erst im Jahr 2006 fanden sie wieder zusammen, und man merkt ihrem Sound heute an, dass diese Reifezeit dem Songwriting extrem gutgetan hat. Ihr Weg seit der Reunion liest sich wie ein Triumphzug für Liebhaber von Melodic Rock und AOR. Ein besonderer Gänsehaut-Moment für die Band und die Fans war sicher der Auftritt beim Sweden Rock Festival (2009), der endgültig klarmachte: ALICATE sind zurück und stärker als je zuvor. Dass Frontmann Jonas Erixon heute Songs für Ikonen wie GIANT oder Geoff Tate (ehem. QUEENSRYCHE) schreibt, unterstreicht nur das musikalische Niveau, auf dem sich die Truppe bewegt.
Was sofort auffällt, ist die frische Energie im Line-up. Mit Marcus Zerath an den Keyboards hat die Band einen neuen Impulsgeber gefunden, dessen Flächen und Linien perfekt mit den messerscharfen Riffs von Jonas Erixon harmonieren. Der Sound, gemixt von Svein Jensen, ist druckvoll und modern, verliert aber nie diesen organischen Charme, für den ALICATE bekannt sind. Es ist kein klinisch glattpoliertes Produkt, sondern ein Album, das atmet. Die musikalische DNA der Band; eine Mischung aus der Erhabenheit von WHITESNAKE und der melodischen Finesse von EUROPE, zieht sich wie ein roter Faden durch die zehn Tracks. Jonas Erixon überzeugt dabei mit einer Stimme, die mal an die Reibeisen-Qualität eines David Coverdale erinnert und im nächsten Moment hymnische Melodien trägt, die sofort im Ohr bleiben.
„Too Bad To Be Good“ startet mit dem Opener „Changes“, der mit seinem knalligen Beginn und keyboardbetonten Drive sofort klarstellt: Die Jungs haben nach all den Jahren nichts verlernt. Der Titeltrack „Too Bad To Be Good“ spielt gekonnt mit balladesken Stimmungen und mündet in einen Refrain, der förmlich nach einer Live-Bühne schreit.
Ein echter Geheimtipp ist „Save Our Love“, ein Stück lupenreiner Hard Rock mit einem ausladenden Solo ab der dritten Minute, das jedem Gitarren-Liebhaber ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Mit „Don’t Turn Around“ gab es vorab bereits einen Track zu hören, der die Richtung perfekt vorgab: Treibend, leidenschaftlich und absolut authentisch. Spannend wird es bei „Mysterious“, wo die Band mit dunkleren, fast sphärischen Klängen experimentiert und zeigt, dass sie auch nach Jahrzehnten noch bereit ist, ihre Komfortzone ein Stück weit zu verlassen.
Mit „Too Bad To Be Good“ beweisen ALICATE, dass sie nicht nur verwalten, was sie in den 80ern begonnen haben, sondern die Messlatte für skandinavischen Melodic Rock immer wieder ein Stück höher legen. Das Album ist eine Liebeserklärung an das Genre; laut, ehrlich und technisch brillant.
Tracklist „Too Bad To Be Good“:
1. Changes
2. Too Bad To Be Good
3. One Shot
4. Save Our Love
5. Right Here Right Now
6 Misterious
7. For Now
8. Don’t Turn Around
9. High On Livin
10. Run
Gesamtspielzeit: 38:00
