
Stone Cold Anger
(Hardcore | Groove Metal)
Label: Napalm Records
Format: (LP)
Release: 15.05.2026
Gary Meskil und seine PRO-PAIN gehören neben AGNOSTIC FRONT, MADBALL, SICK OF IT ALL oder auch BIOHAZARD ebenfalls zu den Urgesteinen der New York Hardcore Szene. Seit ihrem letzten Album sind nun allerdings doch schon wieder über zehn Jahre vergangen. Und wuchtig eröffnen sie „Stone Cold Anger“, denn „Oceans Of Blood“ stampft groovend drauf los und Gary Meskil macht in gewohnt bissiger Manier seinem Unmut Luft.
Das macht durchaus Spaß, bis dann das erste Gitarrensolo einsetzt, und dem Autor dieser Zeilen wieder bewusst wird, warum PRO-PAIN eher unter ferner liefen abgespeichert sind. Denn das Quartett legt schon im Opener die musikalische Blaupause, der fast alle nachfolgenden Songs fest. So geht es mir auch beim Titeltrack und dem schon vorab veröffentlichten „March Of The Giants“, welcher zu Beginn mit seiner Gitarrenarbeit zu begeistern weiß, sich dann aber wieder in Soloausflügen der Leadgitarre verliert.
Gitarrist Eric Klinger feiert auf „Stone Cold Anger“ seine Rückkehr und am deutlichsten hört man das wohl auf dem überraschend punkigen „Uncle Sam Wants You“. Frönt Klinger doch mit THE TAKE dem Oi! Punk, und ist ja auch tief in der DNA des Ostküsten- und vorallem NY Hardcores verwurzelt und sorgt hier für willkommene Songwriting Abwechslung. Ansonsten gibt es klassische PRO-PAIN Kost, mal härter mit „Hell Or High Water“ oder eingängiger dank „Jonestown Punch“, die Fans der Truppe sicher ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubern werden. Hn der Hardcoreliga spielt man damit aber dennoch nur noch im stabilen Mittelfeld.
Ich weiß, ich habe schon moniert, dass PRO-PAIN vielleicht öfters aus ihrer Komfortzone gehen sollten, das abschließende „Sky’s The Limit“ meint es dann wohl doch etwas zu gut und so setzt eine eher cheesy geratenene Hardcore Ballade den Schlußpunkt des Albums. Auch das können andere, um hier stellvertretend nur WISDOM IN CHAINS zu nennen, deutlich besser.
Alles in Allem haben aber PRO-PAIN ein ähnliches Problem wie ihre Punk Kollegen von THE CASUALTIES, „Stone Cold Anger“ ist solide gemacht, aber auf Albumlänge einfach zu ideenlos und eben einfach aus der Zeit gefallen.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Stone Cold Anger“:
1. Oceans Of Blood
2. Stone Cold Anger
3. March Of The Giants
4. Uncle Sam Wants You!
5. Demonic Intervention
6. Rinse & Repeat
7. Hell or High Water
8. Scorched Earth
9. Jonestown Punch
10. Sky’s the Limit
Gesamtspielzeit: 33:22
