
Anger Is Eternal
(Punk | Alternative Rock | Post Punk)
Label: Noisolution
Format: (LP)
Release: 24.04.2026
Ganz am Anfang steht einfach nur eins: Druck im Kopf. Die Band ANGER MGMT. entstand um 2021 im schweizerischen Winterthur, aber nicht aus irgendeinem „lass mal Musik machen“-Vibe, sondern eher aus purem innerem Druck heraus. Von Anfang an ging’s bei ANGER MGMT darum, Gefühle rauszulassen, die sonst irgendwo im Kopf feststecken: Angst, Unruhe, dieses konstante Gefühl, nicht ganz reinzupassen. Genau das hört man auch im Sound. Eine Mischung aus Post-Punk, Grunge und Garage, roh, kantig und bewusst nicht rundumm glatt. Die Gitarren wirken kühl und direkt, der Bass drückt ordentlich nach vorne, und insgesamt hat das Ganze diesen leicht dreckigen, ehrlichen Charakter, der hängen bleibt.
Man merkt schnell: ANGER MGMT spielen ihre Songs nicht einfach runter, die leben das komplett durch; da steckt Spannung drin, die sich jederzeit entladen kann. Mit dem Debütalbum „Anger Is Energy“ (2023) kam dann der erste richtige Push, weil die Band es geschafft hat, diese rohe Energie mit eingängigen Strukturen zu verbinden, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Danach ging’s Schritt für Schritt weiter nach oben, aber ohne sich zu verbiegen: Die Themen wurden persönlicher, der Sound dichter, alles ein bisschen reflektierter, aber immer noch mit genug Kante.
Mit „Anger Is Eternal“ zeigt ANGER MGMT dann ziemlich klar, wo sie stehen: erwachsener im Sound, stellenweise fast schon fragil, aber immer noch ehrlich bis ins Mark. Keine Show, kein Fake, sondern einfach Musik, die sich anfühlt, als würde sie direkt aus dem Kopf raus auf die Bühne knallen.
Über ANGER MGMT lässt sich sagen, dass hinter dem Sound viel echtes, persönliches Erleben steckt. Vor allem Frontmann Nik Petronijevic prägt die Band stark, indem er offen mit Themen wie Angst und mentaler Belastung umgeht. Er nutzt seine öffentliche Geschichte, um offen über mentale Gesundheit zu sprechen und Aufklärung zu leisten. Durch Medienauftritte, Vorträge und Gespräche erzählt er von seiner eigenen Vergangenheit und schafft so Raum für Austausch und Fragen. Mit seinem Kollektiv „Madnesst“, in dem Menschen mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen vertreten sind, setzt er sich aktiv dafür ein, Vorurteile abzubauen, das Thema aus der Tabuzone zu holen und zu zeigen, dass psychische Probleme jeden treffen können. Und genau das greift auch das zweite Album „Anger Is Eternal“ wieder voll auf, ohne zu komprimieren;
„Jeder Mensch hatte schon eine depressive Phase und trotzdem wird es immer totgeschwiegen, weil man Menschen ihre psychischen Probleme nicht ansieht. Es sei denn, sie rennen nackt über den Marktplatz“ So Nik einst in einem Interview.
Der Opener „I Thought I’d Started To Make Progess Again“ gibt genau das an was man denkt was kommt und im Leben manches Mal Fakt ist; erst denkt man es wird ruhiger aber nope, es hat nur drauf gewartet zurück zu kommen. Schlimmer und härter. Der Sound spiegelt es auf seine eigene Art und Weise wieder. Gitarren kalt, minimalistisch. Der Bass trägt alles wie ein schwerer Schatten. Die Stimmung; Rückfall incoming.
Der bereits veröffentlichte Track „Under My Skin“ frisst sich da unter die Haut; Catchy, aber auf ne unangenehme Art und Weise. Du wippst mit, obwohl dich der Vibe runterzieht. Dieser typische Post-Punk Groove, so monoton, hypnotisch aber heavy im Kopf.
„Cut The Rot (feat. Thorsten Polomski) bring extra Wucht ins Geschehen. Der Feature-Part bringt Agression, mehr Kante. Der Song wirkt wie ein Befreiungsschlag, alles Faule wird rausgeschnitten. Härter, direkt, weniger subtil.
Der Abschlusssong auf „Anger Is Eternal“ macht seinem Titel „Buzz“ alle Ehre. Denn zum Schluss gibt es nochmal etwas, das bleibt. Das Gefühl als würde das Gehirn vor Überreizung „Buzzn“, alles ist einfach zu viel. Der Sound hängt sich natürlich an dieses Motto an; Kein cleaner Abschluss, eher ein offenes, unruhiges Ende..
Fazit für mich: Das Album ist kein „Banger nach Banger“-Ding, sondern eher ein einziger mentaler Strudel. Wenig Glamour, viel Dreck, viel Gefühl von innerem Druck. Post-Punk halt – minimalistisch, aber trifft genau da, wo’s unangenehm wird.
Tracklist „Anger Is Eternal“:
1. I Thought I’d Started To Make Progress Again
2. Torch The Lies
3. Under My Skin
4. Trace The Cracks
5. In This Body
6. Cut The Rot (feat. Thorsten Polomski)
7. Keep Trying
8. Anything Ahead
9. Echoes
10. No Future No Past
11. Buzz
Gesamtspielzeit: 34:02
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