
Burning Ambition
(Dokumentation)
Vertrieb: Universal Pictures International
Format:Kino
Release: 14.05.2026
Vor 50 Jahren verwirklichte Steve Harris seinen Traum und gründete im Londoner East End die Band IRON MAIDEN. Mittlerweile ist die Band ein weltweites Phänomen mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern und einer riesigen Fangemeinde. Neben einer Jubiläumstournee, den „Infinite Dreams“ Bildband und einem speziellen Geburtstagsfest in Knebworth/UK im Juli dieses Jahres, war es nur eine Frage der Zeit, dass auch noch eine Doku zu Ehren der Legende um die Ecke kommt.
„Burning Ambition“ zeigt den Werdegang der unangefochtenen Speerspitze des New Wave Of British Heavy Metals mit allen Höhen und auch Tiefen der vergangenen 5 Dekaden. Die Doku geht dabei aber nicht zu sehr ins Detail, was bei dieser Geschichte den Rahmen eines Kinofilms mehr als sprengen würde, sondern reißt wichtige Meilensteine an und spannt einen Bogen von den bescheidenen Anfängen in klein Londoner Pubs, Konzerthighlights, den Ein- und Ausstieg diverser Bandmitglieder (auch sehr schön, das Streitgespräch von Balze Bailey mit einem Fan nach einer Spuckattacke), die Einführung der Ed Force One bis hin zur Krebserkrankung von Bruce Dickinson und dem emotionalen Abschied 2025 von Drummer Nico McBrain.
Was dem Seher sofort auffällt ist, dass die Bandmitglieder nur über die Tonspur (mit eingeblendetem Namen) ihre Geschichten erzählen. Hier kommen jetzige und auch ehemalige Mitglieder zu Wort wie Paul Di´Anno oder Clive Burr (beide leider bereits verstorben). Das Augenmerk in Bild und Ton liegt auf den Fans, wie gleich am Anfang von Harris angekündigt: „Ich habe das immer mehr für die Fans gemacht, als für Ruhm und Geld“. Die Fans standen immer an erster Stelle. Wer die Band kennt, weiß, dass das keine leeren Worte sind, denn so hat IRON MAIDEN vor kurzen bekanntgegeben, dass sie bei der heurigen Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall Of Fame nicht persönlich anwesend sein können, da sie auf Tournee sind und ihnen die Fans wichtiger sind als diese Auszeichnung (die sie ja eh nie wirklich wollten).
Und so kommen die wahren Fans zu Worte um ihre Eindrücke, Emotionen und Geschichten über IRON MAIDEN zu erzählen. Neben bekannteren Gesichtern, von denen man weiß, dass sie sich als Fan der Briten bezeichnen, wie Gene Simmons von KISS, Scott Ian von ANTHRAX, Tom Morello (RAGE AGAINST THE MACHINE) und der unvermeidliche (aber zum Glück nur kurze) Auftritt von METALLICA’s Lars Ulrich, kommen aber auch vorrangig Fans wie du und ich zu Wort. Vom Historiker, über den Buchhalter bis hin zum Polizisten, der bei 9/11 in New York vor Ort war und mit der Musik von MAIDEN das erlebte nachher verarbeitete.
Das Erzählte wird mit Bildmaterial unterlegt, von dem es wahrlich genug gibt. Man sieht Aufnahmen von Livegigs aus dem Anfang, Bilder des legendären Konzerts hinter dem eisernen Vorhang inklusive von Privataufnahmen auf einer polnischen Hochzeit nach dem Konzert im Hotel bei dem die Band die Instrument der Festband übernimmt und „Smoke On The Water“ zum Besten gibt. Danach gibt es noch eine Diskussion von Bruce mit einem Festgast zu sehen und hören in dem der Pole Dickinson erzählt er wolle im Metal einen Synthesizer einsetzen und im Bruce darauf hin erklärt, dass aus einem Synthesizer niemals Heavy Metal herauskommen kann. Da hat sich der Gute wohl geirrt, den bereits bei „Seven Son Of A Seventh Son“ haben IRON MAIDEN dieses Instrument selbst verwendet.
Es gibt Videos vom Rock Pop in Dortmund aus dem Jahre 1983 zu sehen, Livemitschnitte aus diversen Konzerten, aber auch die Entstehung und die Wichtigkeit des Bandmaskottchens Eddie wird umrissen. Dieser wird auch mit ein paar neuen CGIs zum Leben erweckt, mal schlechter, mal ganz gut. Was mir aufgefallen ist, war das Eddie Erfinder Derek Riggs zwar erwähnt wurde, interviewt wurde er aber nicht. Es scheint, dass Riggs die Kündigung als Eddie-Illustrator noch immer nicht überwunden hat.
Was ich dem Regisseur Malcolm Venville hoch anrechne, ist, dass er das vorhanden Videomaterial so verwendet hat wie es im vorlag. Er hat es nicht durch zig Filter hochrechen lassen oder mit KI bearbeitet. Das gibt der Doku einen ganz eigenen Charme. Auch wenn einige Kinobesucher beim Verlassen des Kinos, sich mokiert und gewundert haben, warum zeitweise die Qualität so schlecht war. Mich hat es nicht gestört und ich war froh, dass man nicht alles extrem hochgerechnet hat, wie zum Beispiel bei „Becoming Led Zeppelin“ wo ich ständig das Gefühl hatte, dass ich Aufgrund der Bildqualität mit KI erstellten Videos etwas vorgegaukelt bekomme, dass es nie wirklich mitgefilmt wurde.
Für einen eingefleischten Fan wie mich, gab es natürlich wenig Neues (wie auch schon im Bildband) zu entdecken, für Neueinsteiger bietet er etwas zu wenig Einblick über die gigantische Karriere die vor fünfzig Jahren begann, aber die 105 Minuten vergingen wie im Flug und am Ende des Films verließ ich das Kino und war wieder einmal glücklich darüber, dass ich eine so eine geile Lieblingsband habe.
Autor: Max Reisinger
Gesamtspielzeit: 105 Minuten
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