
Lediglich 112 Tage sind ins Land gezogen, seit dem letzten CONVERGE Album “Love Is Not Enough“, das im Februar auf dieser Seite gleich einmal die Höchstnote eingeheimst hat. Während der selben Aufnahmesession entstanden hat sich das Quartett aus Boston entschieden, die Songs auch auf zwei Alben aufzuteilen, laut Jacob Bannon hat man die metallastigeren Songs bereits im Frühjahr veröffentlicht, nun folge mit „Hum Of Hurt“ die Emotional Hardcore Scheibe.
Der Opener „Slip The Noose” packt dann aber gleich die rustikale HC-Keule aus und hetzt nach gut 100 Sekunden über die Ziellinie. Das nachfolgende, und schon vorab veröffentlichte „Doom In Bloom“ nimmt vielleicht ein wenig an Tempo raus, bleibt aber auch wegen der fast hypnotischen Vocals von Fronter Jacob Bannon unglaublich intensiv. „It Only Get’s Worse“ wird nicht nur live für viele gereckte Fäuste sorgen, sondern entwickelt sich zu einem rockenden Ungetüm. Im darauffolgenden „Detonator“ beschreiten CONVERGE schon fast neues musikalisches Terrain und sind trotz typischer Soundtrademarks näher am Noise Rock als je zuvor.
Das eingängige gar fast gefällig rockende „I Won’t Let You” könnte den Gamer*innen der Leser*innenschaft womöglich aus „Cyberpunk 2077“ schon bekannt sein, die vier Herren treten dann aber mit „It’s Not Up To Us“ gleich wieder mit voller Wucht nach.
Das ausladende „Dream Debris“ eröffnet dann mit einer mächtigen Bassline von Nate Newton, bewegt sich weiter eher im Midtempo, was dann aber das gepresste Flüstern und die verzweifelten Shouts von Mr. Bannon noch wirkungsvoller ins Zentrum stellt. Nach dem kurz eine Verschnaufpause gönnenden Instrumental „It Used To Matter“, schielt der Titeltrack „Hum Of Hurt“ nicht nur nach dem Vorgängeralbum, sondern auch wegen der fiesen zweiten Shouts gekonnt in Richtung der Kollegen von CAVE IN. Bei denen Nate Newton ja seit dem Tod von Caleb Scofield den Bass übernommen hat. Den Abschluss bildet dann das zäh wie Lava fließende „Nothing Is Over“ und offenbart dann auch den einzigen kleinen Kritikpunkt.
Denn „Hum Of Hurt“ fehlt es am Ende ein wenig an der zwingenden wie brachialen Konsequenz von „Love Is Not Enough“, unterstreicht aber mit seiner Qualität, was für eine außergewöhnliche Band CONVERGE auch im 36ten Jahr ihres Bestehens sind und darüber hinaus einfach in einer ganz eigenen Liga spielen.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Hum Of Hurt“:
1. Slip The Noose
2. Doom In Bloom
3. It Only Gets Worse
4. Detonator
5. I Won’t Let You Go
6. It’s Not Up To Us
7. Dream Debris
8. It Used To Matter
9. Hum Of Hurt
10. Nothing Is Over
Gesamtspielzeit: 33:34
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