
Aus Detroit stammt eines der heißesten Eisen des zeitgenössischen Death Doom. Der Vierer aus der Motorcity hat mitsamt dem neuesten Langdreher „The Crawl“ bereits fünf Alben im Köcher. Stilistisch hat man sich in den knapp dreizehn Jahren Bestehen gewandelt, was gerade in dem Genre essentiell ist, um nicht rein monotone und redundante Musik zu erschaffen. Der Anfang von TEMPLE OF VOID war stark am Death Metal orientiert und wandelte sich mit dem dritten Album „The World That Was“ zu experimentelleren Klängen. Beim vierten Album „Summoning The Slayer“ schien sich die Band etwas zu verlieren. So ist neben der Vorfreude auch die Skepsis bei „The Crawl“ nun groß.
So viel sei vorweggenommen, das Album ist ein großartiger Schritt in eine neue und richtige Richtung. Ein Wechsel am Bass inklusive, ist auch musikalisch wieder einiges los, das man vorher so noch nicht von TEMPLE OF VOID gehört hat. Das gesamte Album bringt eine Eingängigkeit mit, die gerade im Death Doom unerwartet kommt, aber im Falle von „The Crawl“ nie auf Kosten der Härte geht.
Death Doom bleibt das Fundament der Amerikaner, daran besteht kein Zweifel. Songs wie „Godless Cynic“ und der Titeltrack „The Crawl“ sind im langsamen schweren Segment verhaftet. Die Gitarren sind dunkel, tief und stark verzerrt und geben gemeinsam mit den höllischen Growls von Mike Erdody einen wahrlich beängstigenden Sound. Das Drumming ist wunderbar energisch im Mix integriert und recht schnell stellt sich heraus, dass es Mastermind Kurt Ballou hinter den Reglern ist, der dem Album einen so grandiosen Sound verleiht.
TEMPLE OF VOID denken ihren Death Doom weiter und schrecken nicht davor zurück Neues zu probieren. Das kommt „The Crawl“ definitiv zugute. Der Opener „Poison Icon“ sowie die Vorabsingle „Soulburn“ kann man definitiv als Hits betrachten. Der Beginn des Albums präsentiert sich ungemein vielseitig, wildert stark im Stoner Doom und Heavy Metal Bereich, gibt den Gitarren Raum und wird so zu einem Paradebeispiel wie Death Doom 2026 klingen kann.
Dazu das infernale Growling und das prägnante Drumming, sowie der wummernden Bass im Untergrund, und ein großartiger Song ist geboren. „Soulburn“ hingegen ist an der Grenze des „Erlaubten“ unterwegs, aber nie darüber hinaus. Das Riffing ist rockig, fast poppig, und auch das Drumming könnte man radiotauglich nennen. Der Song ist melodisch was sich herrlich mit dem tiefen Growling matcht. Synthklänge im Refrain kommen unglaublich gut und geben herrliche Tiefe. „Souldburn“ ist in seiner Art so unerwartet, aber einfach nur ein grandioser Song.
Der Closer „The Twin Stranger” ist dann wieder ein dunkler doomiger Koloss mit knapp acht Minuten Länge. Die Härte der Riffs ist gewaltig und die Schwere fast greifbar. Auch hier schaffen es TEMPLE OF VOID nie Längen in ihren Kompositionen fühlbar zu machen, was im Death Doom wirklich eine schwere Aufgabe ist.
„The Crawl“ ist ein wirklich hervorragendes Album geworden, auf einem Niveau, das derzeit in dem Genre nur HOODED MENACE erreichen.
Tracklist „The Crawl“:
1. Poison Icon
2. Godless Cynic
3. The Crawl
4. A Dead Issue
5. Thy Mountain Eternal
6. Soulburn
7. The Twin Stranger
Gesamtspielzeit: 41:51
