
I hear the voices in my head, but what do they mean?
It’s too late, I wish you could help me
Look from the inside, tell me, what do you see?
MOODRING formieren sich Ende 2020 in Florida – zunächst weniger als klassische Band, sondern vielmehr als kreatives Ventil, das sich rasch zu einer festen Einheit entwickelt. Hinter dem Projekt stehen Sänger und Gitarrist Hunter Young, Gitarrist Sean Dolich, Bassist Kalan Blehm und Schlagzeuger Lindy Harter, allesamt Musiker, die auch in anderen Formationen wie ATTILA, CULTURE KILLER oder GRAVEVIEW aktiv sind.
Mit „Death Fetish“ schlagen MOODRING ein neues Kapitel auf – eines, das spürbar düsterer, direkter und klanglich kompromissloser ausfällt als alles zuvor. Während „Stargazer“ (2022) noch stark von verträumten Shoegaze-Flächen und einer gewissen Schwerelosigkeit geprägt war, zieht dieses Album die Hörer*innen tiefer nach unten: in eine Welt aus Druck, Enge und innerer Unruhe. Der Sound wirkt insgesamt kälter und greifbarer. Gitarren sind weniger flächig, dafür schneidender und unmittelbarer im Klangbild. Statt sich in Hall zu verlieren, stehen viele Riffs klar im Vordergrund und erzeugen eine fast körperliche Präsenz. Gleichzeitig bleibt die typische MOODRING-Dynamik erhalten – ruhige, fragile Passagen, die sich langsam aufbauen, bevor sie sich in massiven Klangwänden entladen. Auffällig auf MOODRINGs „Death Fetish“ ist der stärkere Einsatz elektronischer Elemente. Industrial-artige Texturen, verzerrte Samples und unterschwellige Synths ziehen sich durch viele Songs und verleihen dem Album eine mechanische, fast sterile Atmosphäre. Diese Kälte steht im spannenden Kontrast zu den weiterhin sehr emotionalen Vocals. Der Gesang von Hunter Young bewegt sich erneut zwischen Verletzlichkeit und Intensität, wirkt hier jedoch noch näher, fast schon unangenehm direkt. Leise Passagen klingen brüchig und intim, während sich die Refrains oft wie kontrollierte Ausbrüche anfühlen – nie komplett eskalierend, aber stets am Limit. Klanglich lebt „Death Fetish“ stark von Reduktion und Spannung. Viele Tracks lassen bewusst Raum, arbeiten mit Stille, Nachhall und minimalistischen Arrangements. Dadurch gewinnen selbst kleine Steigerungen enorm an Gewicht. Wenn die Band dann Druck aufbaut, trifft dieser umso härter. Die Stimmung des Albums ist durchgehend angespannt und introspektiv. Es gibt kaum Momente der Auflösung – stattdessen zieht sich eine unterschwellige Beklemmung durch die gesamte Spielzeit. Themen wie Kontrollverlust, körperliche Grenzen und Identität spiegeln sich direkt im Sound wider: brüchig, schwer und gleichzeitig fokussiert.
MOODRING – „Death Fetish“ ist kein Album, das sich sofort öffnet. Es fordert Aufmerksamkeit, Geduld und eine gewisse Bereitschaft, sich auf seine düstere Grundstimmung einzulassen. Dafür belohnt es mit Tiefe und einer Klangwelt, die lange nachhallt.
MOODRING präsentieren sich hier gefestigter denn je – nicht, weil sie glatter geworden sind, sondern weil sie ihren Sound noch konsequenter zuspitzen. Ein intensives, unbequemes und zugleich faszinierendes Album, das weniger gefallen will, als vielmehr etwas auslöst.
Tracklist „Death Fetish“:
1. Half-Life
2. Cannibal
3. Masochist Machine
4. Gunplay (Suicidal 3way)
5. Ketamine
6. Anywhere But Here
7. STFA
8. Oxidised
9. Bleed Enough
10.Sickf_ck
11. Die Slow
12. ColdMetalKiss
Gesamtspielzeit: 40:59
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