
EQUILIBRIUM feiern nächstes Jahr ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte die durchaus wechselhaft war, wie die lange Liste von ehemaligen Mitgliedern zeigt. Einziger Fixpunkt von Beginn an war Gründer René Berthiaume, der jedoch immer wieder Musiker für sein Herzensprojekt fand, um seine Musik auch live präsentieren zu können. Nun gibt es mit „Equinox“ nach sechs Jahren wieder einmal einen Longplayer von den Bayern.
Der Anfang ist von eher stampfender Machart mit heftigem Growling und kurzzeitiger epischer Umrahmung, und so tönt „Earth Tongue“ ein bisschen nach nordischem Gelage. „Awakening“ ist ein sehr rasanter Track mit melodischem Zwischenspiel und aggressiven Vocals, und wer da nicht munter wird, verfügt wohl wirklich über tiefen Schlaf. Ein Wechselbad der Gefühle ist „Legends“, das von Rasanz bis zu Hochmelodischem die volle Bandbreite enthält. „Archivist“ tönt nach einem Aufruf zur Schlacht und dieses Flair setzt sich beim deutlich langsameren „Gnosis“ fort. Auf das flotte „Bloodwood“ folgt „I’ll Be Thunder“, das viele folkige Elemente enthält und zum Mitmachen einlädt.
Danach stehen weiterhin Mixes aus knallharten und epischen Klangwelten auf dem Programm, die stets von intensivem Growling ergänzt werden. „Borrowed Waters“ unterscheidet sich jedoch deutlich von den anderen Tracks, denn hier übernimmt Keyboarderin Skadi Rosehurst das Mikro und sorgt für ein softes Flair. Auf das kurze, aus gutturalem Gesang mit wenig Begleitung bestehende „Rituals Of Sun And Moon“ folgt mit „Nexus“ ein eher experimentell wirkender Track. Den Abschluss bildet „Tides Of Time“, ein kurzes Instrumentalstück mit ein bisschen sphärischem Charakter.
Schon bei den letzten Alben konnte man erkennen, dass man sich entschlossen hat, etwas ernsthafter zu werden, und so findet sich auch auf „Equinox“ kein Spaß-Lied, wie das vor 10 Jahren veröffentlichte „Wirtshaus Gaudi“, bei dem die Fans bei Gigs immer ordentlich abfeierten. Der neue Sänger Fabi macht seine Sache sehr gut und sorgt für eine doch recht brutale Note. Man darf gespannt sein, welche Songs vom neuen Album sich auf den Set-Lists für die Live-Events finden. Für mich persönlich stach nichts so recht heraus, aber die Fans werden sicher ihre Freude an der neuen Platte haben.
Autorin: Elisabeth Eichmüller
Tracklist „Sagas“:
1. Prolog Auf Erden
2. Wurzelbert
3. Blut Im Auge
4. Unbesiegt
5. Verrat
6. Snüffel
7. Heimwärts
8. Heiderauche
9. Die Weide Und Der Fluss
10. Des Sängers Fluch
11. Ruf In Den Wind
12. Dämmerung
13. Mana
Gesamtspielzeit: 79:61
