clawfinger - before we all die
CLAWFINGER
Before We All Die
(Groove Metal | Crossover)

 


Label: Perception Records
Format: (LP)

Release: 20.02.2026


Wir sind zurück – nicht um die Welt zu retten, sondern um kompromisslos zu schreien, während sie brennt

Bevor wir alle sterben melden sich doch tatsächlich plötzlich CLAWFINGER zurück! Neben der Grunge-Welle Ende des letzten Milleniums, tat sich eine etwas härtere und positivere Richtung auf. Einige der Bands aus der Zeit sind noch aktiv,  doch die großen Erfolge werden in dem Genre, das fast ausgestorben erschien, nur selten erzielt. Da ist es natürlich spannend zu sehen, wie relevant Zak Tell und seine Jungs heute noch sind.

Relevant oder nicht, „Before We All Die“ ballert fett groovend aus den Boxen und bringt ein paar Hitkandidaten mit. Auch wenn die Band – auch in der Presseausschreibung zu dem Werk – als Rap-Metal firmiert, so hat das Album definitiv mehr Metal zu bieten, als Rap- und HipHop Elemente, wennauch diese ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Zunächst wird nämlich gegrooved wie Hölle und Zak liefert dabei ein prollige Performance zwischen Ivan Moody, Robb Flynn und Burton C. Bell ab. Dabei hat er seit jeher sein eigenes, raues und angepisstes Timbre, das er vorrangig mit Spoken Words, Geflüster oder eben Rap-Einlagen in verschiedensten Variationen darbietet. Musikalisch stehen die fetten 90s Riff im Vordergrund, jedoch wird immer wieder mit wabernden Sounds, Keys und Synthies eine dichte Atmosphäre im Hintergrund aufgebaut. Dabei bewegt man sich aber stets im Genrekorsett.

„Scum“ geht sofort und ohne Umschweife in die Vollen, bringt Heavy Rock Vibes, aber auch eine Prise 5FDP mit. Im Refrain wird gescratched und mit den immer wieder skandierten Worten „You’r Scum!“, zum mitbrüllen aufgefordert. Ein paar Samples mit durcheinandersprechenden Moderatoren sowie die Abschluss-Pumpgun unterstreichen den Proll-Faktor nochmal. In „Ball & Chain“ wird es düsterer und sperriger. Der Sprechgesang geht jetzt mehr in Rap, bleibt aber rau und hart, dafür wird es im Refrain umso hymnischer, aber mit Sludge Unterton. „Tear You Down“ kommt auch saucool daher, bietet mehr Synthies und coole Vocallines.

„Big Brother“ ist wieder düster gehalten, wirkt aber eher wie eine atmosphärisch und eindringlich erzählte Geschichte mit musikalischer Untermalung. Das erinnert an MACHINE HEAD’s „Tripple Beam“, jedoch fehlt hier der Showdown oder dass der Song überhaupt in die Gänge kommt. Außerdem hätte man ein paar der unzähligen „Big Brother’s watching you!“, Wiederholungen weglassen können. Dennoch eine interessante wie lässige Nummer.

Mit „Linked Together“ geht es dann aber wirklich den Rap-Bereich, den Zak gut meistert und der Track bringt auch fein Abwechslung, mir wirkt der aber zu aufgesetzt und es macht es auch nicht besser, dass „A Perfect Day“ und „Going Down Like Titanic“ im Anschluss den Metal über weite Strecken ignorieren und irgendwo zwischen den GORILLAZ oder einem Jam vom Prince Of Bel Air aka Will Smith arbeiten. Danach groovt man aber wieder oldschool, aber mit modernen Synthies in „You Call Yourself A Teacher“  sowie punkiger und industrieller Note. Southern Rock und Sludge gibt es mit „A Fucking Disgrace“, dann tobt man sich in alle Richtungen mit „Kill The Dream“ aus, denn neben HipHop und Metal gibt es auch NDH Synthies und Sounds aus dem mittleren Osten. Und im Titeltrack wird man am Ende noch mit viel Pathos und Theatralik fast episch, während fette Gangshouts erden.

CLAWFINGER leben zwar in der Vergangenheit wirken aber dennoch nicht anachronistisch oder gar zu nostalgisch, vielmehr schafft man es alte Trademarks zu polieren, abzustauben und in zeitlose Elemente zu wandeln, ohne modern zu erscheinen. Alles in allem „Before We Die“ ein kurzweiliger und prolliger Ritt zwischen Groove, Hardcore, Punk und Sludge, der funktioniert, aber keine Revolution darstellt.

Autor: Max Wollersberger

 


Tracklist „Hate Yourself With Style“:
1. The Faggot In You
2. Hate Yourself With Style
3. Dirty Lies
4. The Best & The Worst
5. Breakout
6. Right To Rape
7. What We’ve Got Is What You’re Getting
8. Sick Of Myself
9. Hypocrite
10. Without A Case
11. God Is Dead
Gesamtspielzeit: 40:09

 


Band-Links:
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clawfinger - before we all die
CLAWFINGER – Before We All Die
LineUp:
Zak Tell (Vocals)
Jocke Skog (Guitars, Keys)
Bård Torstensen (Guitars)
André Skaug (Bass)
Micke Dahlén (Drums)
7
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