URNE – Setting Fire To The Sky
URNE
Setting Fire To The Sky
(Modern/Groove Metal)

 


Label: Spinefarm Records
Format: (LP)

Release: 30.01.2026


Das Londoner Trio von URNE gilt bereits seit ihrer Gründung vor knapp zehn Jahren und dem Debütalbum „Serpent & Spirit“ als Hoffnung im modernen Metal. Ihr Zweitwerk, produziert von Joe Duplantier von den übergroßen GOJIRA, fuhr dann bereits beachtliche Anerkennung von Seiten der Kritiker*innen und Fans ein.

Der dritte Streich „Setting Fire To The Sky” soll nun der endgültige Schritt ins Rampenlicht sein. Und ja, URNE haben eine beachtliche Weiterentwicklung hinter sich, doch scheint an vielen Stellen trotzdem noch immer der Charakter früher Veröffentlichungen durch.

Der Sound des Albums ist meilenweit vom noch recht rohen Debüt entfernt und bewegt sich inzwischen nahe der Perfektion für diese Form des groovigen modernen Metals (der Snare Sound ist wirklich grandios). Vor allem stimmlich hat Joe Nally eine Entwicklung genommen, von dem Hardcore nahen Shouter mit noch ausbaufähiger cleaner Stimme, hin zum stark von Troy Sanders beeinflussten Gesangsstil.

Manchmal vielleicht zu nah? Und damit steigen wir direkt in „Be Not Dismayed“ ein. Akustikklänge eröffnen das Album, überleitend in ein grooviges rockiges Riff. Wenn das Promoschreiben noch großspurig von „Master Of Puppets“ Bezügen spricht, ist es tatsächlich in der Gitarrenarbeit des Openers etwas hörbar. Was sofort auffällt sind die Vocals, die im Growling wunderbar rau und intensiv geworden sind, jedoch rückt die Singstimme ist in der Stimmfarbe tatsächlich unglaublich nahe an Troy Sanders von MASTODON heran. Und das gibt auch in weiterer Folge von „Setting Fire To The Sky“ einen wahrnehmbaren Hang in diese Richtung, manchmal leider wirklich auf Kosten der Eigenständigkeit von URNE. Das Solo von Angus Neyra zum Ende hin ist schlicht großartig und der Opener durch und durch gelungen.

„Weeping To The World” und „The Spirit, Alive“ setzen offensichtlich zu erkennende URNE Duftnoten. Groovige, teils melancholische Gitarrenarbeit schafft Atmosphäre und immer wieder kehrende Doublebass Segmente geben Tempo zu, während stimmlich eher verletzliche und nachdenkliche Töne zu vernehmen sind. Die Songs sich immer von großen Melodien durchdrungen, gehen also ungemein gut ins Ohr.

Eine Tatsache wird recht schnell klar, und das ist wohl das größte Qualitätsmerkmal der Band. Die Songs von „Setting Fire To The Sky“ sind nach so kurzer Zeit bereits klar als URNE zu erkennen, was bedeutet, dass die Londoner auf Wiedererkennungsmerkmale zählen können. Nach nur drei Alben ist das absolut bemerkenswert.

Der Titeltrack ist gleichzeitig der härteste Song des gesamten Albums. Die Doublebass misst sich zu Beginn mit knallharten modernen Metalriffs.  Stimmlich ist Nally hier fast im Death Metal unterwegs. Das schnelle Drumming macht den Refrain groovig und gleichzeitig eingängig und gibt dem Song neben dem feinen Riffing eine coole Metalkante.

Die klaren Höhepunkte des Albums sind das epische „Towards The Harmony Hall“ mit einem schier grenzgenialen Refrain, sowie das über Neun minütige Meisterstück „Harken The Waves“ mit Gastvocals von Troy Sanders persönlich. Was erst wegen der stimmlichen Ähnlichkeit etwas schräg wirkt, geht innerhalb des Songs tatsächlich hervorragend auf und ergänzt sich mehr harmonisch als gedacht. Die doomige und melodische Sludge Kante der Nummern steht URNE ausgezeichnet und wird hoffentlich in Zukunft noch ausgebaut.

Mit „The Ancient Horizon” und „Breathe“ schlagen die Briten etwas sanftere Töne an und versuchen sich im melancholischen Sektor, was leider nur teilweise aufgeht und zu den schwächeren Momenten des Albums gehört, da sich hier der Spannungsbogen nicht recht erschließen will und man unbewusst abdriftet.

URNE sind mit Sicherheit mehr als nur ein MASTODON Abklatsch und gehen mit „Setting Fire To The Sky“ einen großen Schritt in ihrer Entwicklung nach vorne. Und zwar, das soll erwähnt sein, in hochqualitative Musiksphären und nicht in rein kommerzielle Regionen. Die Londoner gehören definitiv zur Speerspitze des modernen Metal der Zukunft und werden über kurz oder lang große Hallen füllen. Davon ist fix auszugehen.

Autor: Michael Wimmer


Tracklist „Setting Fire To The Sky“:
1. Be Not Dismayed
2. Weeping To The World
3. The Spirit, Alive
4. Setting Fire To The Sky
5. The Ancient Horizon
6. Towards The Harmony Hall
7. Harken The Waves (feat. Troy Sanders)
8. Breathe (Feat. Jo Quail)
9. Nocturnal Forms (CD and Digital ONLY bonus track)
Gesamtspielzeit: 49:37

 


Band-Links:

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URNE – Setting Fire To The Sky
URNE – Setting Fire To The Sky
LineUp:
Joe Nally (Vocals, Bass)
Angus Neyra (Guitars)
James Cook (Drums)
9
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