
„This time around, we’re inviting you to accompany us to a place that we spend a disproportionate amount of our lives, someplace familiar yet far more dangerous than it feels, a place that can take you to the hospital or the grave in more ways than you can imagine: the American roadway.“
Die Meister des Gore Metals sind zurück. Vier Jahre nach der letzten Schlachtplatte „To The Dead“ metzelt sich der Vierer aus San Jose, Kalifornien, auf zehn Tracks durch ihr erstes Konzeptalbum „Red Asphalt“. Keine Band seit den frühen CARCASS schafft es dermaßen plastisch und unzweideutig (man sehe das herrliche Cover) ihre Faszination für Tod, Blut und Gedärme zu vertonen. Waren das Debüt „Gore Metal“ sowie das Zweitwerk „Slaughtercult“ absolute Klassiker des Goregrind, sind die Kalifornier inzwischen fest im Oldschool Death Metal verankert und wildern in den Gefilden von CANNIBAL CORPSE und DYING FETUS, und das nicht minder erfolgreich.
„Unsafe At Any Speed” bollert in unsäglicher Geschwindigkeit vorneweg. Aggressiv, aber trotzdem technisch ausgefeilt präsentieren sich EXHUMED ab Minute Eins an als Macht im Death Metal. Die Riffs schneiden tief und die Kalifornier zeigen, wie auch im weiteren Verlauf des Albums, ein ungeheures Gespür für Groove in all der Härte und Brutalität. Das Solo sitzt wie angegossen und nach drei Minuten ist der Spuk wieder vorbei.
Das folgende „Red Asphalt“ spielt sogar mit einem höheren Anteil an Melodie und gibt dem Bass, nicht nur im Solo zu Beginn, gehörig Raum. Überhaupt besinnen sich EXHUMED auf langsamere, fast an AUTOPSY erinnernde, Grooves. Wie bestens bei den Legenden aus Florida abgeschaut schwankt der Song zwischen Geschwindigkeiten und präsentiert sich damit höchst dynamisch.
Damit sind die Grundpfeiler gesetzt innerhalb derer sich „Red Asphalt“ bewegt. Teils sind die Songs wie ein Dampfhammer und schlagen mit ihrer Brutalität und Härte direkt in die Magengegend, man höre in „Shock Trauma”, „Crawling From The Wreckage“, „Signal Thirty“ oder „Death On Four Wheels“ hinein. Aber immer alles mit Groove und Dynamik.
Apropos Groove: ist „Shovelhead“ schon fast doomig in seiner langsamen und zähen Gitarrenarbeit regiert bei „The Iron Graveyard” das schmutzige Rockriff, das sich plötzlich aus dem Death Metal Chaos erhebt. Beide Stücke beweisen das so nicht zu erwartende Fingerspitzengefühl für Details der Kalifornier.
„Symphorophilia” als Hommage an die Grindcore Wurzeln und „The Fumes“ als Riffmonster lassen die Hörer*innen erschöpft zurück. Denn noch vor der 40 Minuten Marke ist der Spuk schon wieder vorbei und man ertappt sich dabei EXHUMED nochmals beim Wort zu nehmen: “Take the album for a spin, and get your kicks on Route 666!”
Tracklist „Red Asphalt“:
1. Unsafe At Any Speed
2. Red Asphalt
3. Shock Trauma
4. Shovelhead
5. The Iron Graveyard
6. Crawling From The Wreckage
7. Signal Thirty
8. Death On Four Wheels
9. Symphorophilia
10. The Fumes
Gesamtspielzeit: 36:29
