
Eigentlich sollte man meinen, dass es sichbei einer Super-Group rund um Ross „The Boss“ Friedman (Ex-MANOWAR, DICTATORS), Sean Peck (CAGE), Mike LePOND (SYMPHONY X), Steve Bolognese (Ex-ROSS THE BOSS, Ex-WITHERFALL) und Stu Marschall (Ex-DUNGEON, ARKENSTONE) um „a gmahte Wiesn handelt“, wenn sie ein neues Album veröffentlichen. Man sollte aber nie den Tag vor dem Abend loben, denn was DEATH DEALER mit ihrem vierten Longplayer auf die Hörer loslässt, kann eigentlich nur in die Kategorie extrem nervig eingeteilt werden.
Und das liegt meistens am Gesang von Sean Peck. Seine Stimme, die ich bei CAGE eigentlich – und auch bei den drei Vorgängeralben – als gut empfunden habe, strapaziert auf „Reign Of Steel“ mein Nervenkostüm auf äußerste. Das Songmaterial macht das Ganze nicht besser. Ross Friedman sind scheinbar seine genialen Riffs ausgegangen. Alles wirkt wie von der Stange und das Getrommel im Hintergrund tut ein Übriges dazu, dass ich am liebsten den MP3 Player in der Donau versenken möchte. Aber was kann der arme Player dafür, und so quäle ich mich auch noch durch die restlichen Songs.
Höhepunkt der Qual bildet für mich der Song “Bloodbath“. Obwohl der Song mit einem sehr starken Scream und einem ordentlichen Riff beginnt, lässt er mich eine zweite Kanne Baldriantee zubereiten, damit ich wieder etwas ruhiger werde. Hier läuft man Gefahr, dass sich der Refrain: „Blood is in the Water“ ganz schnell mit „Blood is in your ear“ bewahrheitet. Bei „Compelled“ versucht Penck sich auf alte Stimmwerte zu erinnern, aber der Song klingt nur ganz leicht nach Herrn Halford. Der einzige Lichtblick dieses Machwerks nennt sich “Raging Wild And Free“. Hier kommt das einzige Mal das Gefühl in mir hoch, dass ich einen guten Song zu Gehör bekomme. Aber dieser macht das Kraut auch nicht mehr fett und ich bin froh, dass das Debakel nach 46 Minuten ein Ende hat.
„Reign Of Steel“ kann und will ich (auch wenn ich ansonsten ein großer Fan von Ross bin) beim besten Willen nicht weiterempfehlen.
Autor: Max Reisinger
Tracklist „Reign Of Steel“:
1. Assemble
2. Devil’s Triangle
3. Riding On The Wings
4. Bloodbath
5. Raging Wild And Free
6. Blast The Highway
7. Compelled
8. Dragon Of Algorath
9. Sleeping Prophet
10. Reign Of The Night
Gesamtspielzeit: 46:01
