
SLAGMAUR ist eine norwegische Black Metal Band die zwar seit 2006 besteht, jedoch nur selten live zu erleben ist. Ich habe die Truppe beim Inferno Festival für mich entdeckt, und gerade der Gig von 2017 auf der Bühne des Rockefellers wird wohl jedem in Erinnerung sein, der dabei war. Damals standen zwei vermummte Delinquenten mit einem Strick um den Hals auf Tischen, und als Finale wurde einer auf ein auf dem Kopf stehendes Kreuz gebunden und dann angezündet – da kam wohl jedem das große Gruseln. Seither verfolge ich die Band, und letztes Jahr spielten sie beim Teifljagd Open Air auf der Burg Piberstein, was ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Nicht nur optisch ist das Quartett ein Erlebnis – sie treten in Kostümen als Pestarzt, Landser, Schwein und Teufel auf – auch akustisch konnten sie stets faszinieren. Nun gibt es mit „Hulders Ritual“ ein neues Album, und ich hoffe sehr, dass daraufhin doch ein paar Gigs folgen.
Die beiden ersten Tracks wurden bereits vor einigen Jahren als Singles veröffentlicht. Der Opener „Ritual Dogs“ stammt aus dem Jahr 2022 und beinhaltet eine eher gleichförmige Spielweise mit heftig krächzenden Growls. Das mag ja irgendwie nach Eintönigkeit klingen, aber SLAGMAUR schaffen es, damit eine sehr dichte Atmosphäre zu erschaffen. Zwischendurch gibt es ein kurzes Intermezzo mit cleanen Vocals, aber das ändert am Gesamteindruck wenig. Der zweite Track ist „Wildkatze“ und stammt aus dem Jahr 2019. Davon wurde auch das Artwork genommen und hier geht es etwas rhythmischer zur Sache, aber vom Flair her ändert sich kaum etwas. Darauf folgt der erste neue Track namens „Huldergeist“, zu dem Video mit der wunderschönen Natur Norwegens veröffentlicht wurde. Dieser Titel ist deutlich druckvoller als die beiden anderen, was vor allem an den hämmernden Drums liegt. Allerdings bekommt man zum Abschluss einen ruhigeren Teil bei dem weibliche Vocals zu hören, die für einen urigen Charakter sorgen. Für diesen Song wurden gleich drei Gäste am Mikro gewonnen, nämlich D.G. von MISÞYRMING,
Hoest von TAAKE und Maria Charlotte Lund. Bei „Hexen Herjer“ schert man vom gewohnten Pfad aus, es wird mit Klavierspiel eröffnet das auch später immer wieder zum Vorschein kommt, und da hier auf eine eher langsame Spielweise mit furchteinflößenden Growls gesetzt wird, ist dieser Track ein gruselig schönes Hörerlebnis. Bei „Warlok“ verlegt man sich erneut auf die hämmernde Spielweise, jedoch verlegt man im weiteren Verlauf mehr auf Rhythmus, und zu den bekannt tiefen Growls gesellen sich stellenweise cleane Backgroundgesänge. Den Abschluss bildet „Rathkings“, das großteils von knüppelharter Machart ist, jedoch einen melodischen Part und chorale Ergänzungen zur Auflockerung enthält, wodurch für Abwechslung gesorgt ist.
SLAGMAUR ist in erster Linie eine Band die live zu fesseln vermag, aber auch auf Platte kommt das atmosphärische Flair sehr gut herüber. Die Norweger machen Black Metal für alle Fans der eher straighten Art mit wenigen Rhythmuswechseln, jedoch auf eine äußerst intensive Art und Weise. Davon dürften sich viele Black Metal Fans angesprochen fühlen, und für diejenigen, die die Norweger noch nicht kennen, wird es höchste Zeit bei ihnen reinzuhören.
Tracklist „Hulders Ritual“:
1. Ritual Dogs
2. Wildkatze
3. Huldergeist
4. Hexen Herjer
5. Warlok
6. Rathkings
Gesamtspielzeit: 39:49
