
Peace In Place
(Metalcore | Post Hardcore)
Label: SharpTone Records
Format: (LP)
Release: 20.03.2026
Dass ich nochmals in den Genuss komme ein neues POISON THE WELL Album zu reviewen, hatte ich auch nur bedingt am Radar. Veröffentlicht doch die legendäre Metalcore Band fast 17 Jahre nach ihrem letzten Album „Tropic Rot“ mit „Peace In Place“ doch noch ihr insgesamt sechstes Album. Für meine Generation Hardcore-Heads waren deren Alben „The Opposite Of December“ mit Songs wie „Nerdy“ „Tear From The Read“ mit dem Opener „Botchla“ oder auch „You Come Before You” mit dem mächtigen “Zombies Are Good For Your Health” prägend. Ebenso wie der Einfluss des Quintetts aus Florida auf die zweite sowie nachfolgenden Wellen des Metalcore.
Die cleane und nachwievor beeindruckende Singstimme von Jeffrey Moriera eröffnet „Wax Mask“ um dann nach 30 Sekunden in sein markantes Brüllen überzugehen und tonnenschwere Riffs aus den Boxen dröhnen. An sich ja schon schön, dass POISON THE WELL zurück sind, der Einstand übertrifft dann aber wohl die meisten Erwartungen. Auch das nachfolgende „Primal Bloom“ spielt gekonnt die Laut/Leise Klaviatur aus und glänzt mit einer vertrackten Rhythmik. Dass die Band auch immer wieder in Richtung Post-Hardcore geschielt hat, ist ja auch seit dem souveränen „Versions“ Album von 2007 kein großes Geheimnis. So erinnert „Thoroughbreds“ mit seinen Harmonien ebenso wie das schleppende „Everything Hurts“ mit seinem herrlichen Chorus an eben jenes Machwerk.
Während schon das pumpende „A Wake Of Vultures“ die Rhythmusfraktion glänzen lässt, drückt Drummer Chris Hornbrook „Bad Bodies“ (der unter anderem auch für DHANI HARRISON, SENSES FAIL oder für Greg Puciato’s Soloprojekt die Felle malträtiert) seinen kreativen Stempel auf. Mit „Drifiting Without End“ lassen es POISON THE WELL ein wenig ruhiger und meliodöser angehen, bevor „Melted“ und vorallem „Plague Them The Most“ einen wuchtigen Schlusspunkt hinter ein gewaltiges Comeback-Album setzten.
Nach CONVERGE zeigen auch die Veteranen von POISON THE WELL, dass die alte 90er Garde des Hardcores auch 2026 nicht zum alten Eisen gehört, im Gegenteil. Denn sie haben es geschafft ihren unverkennbaren Sound ins Hier und Jetzt zu transferieren und damit ihren Legendenstatus noch weiter zu untermauern. An „Peace In Place“ gibt es um den Thron zum Album des Jahres wohl keinen Weg vorbei.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Peace In Place“:
1. Wax Mask
2. Primal Bloom
3. Thoroughbreds
4. Everything Hurts
5. Weeping Tones
6. A Wake Of Vultures
7. Bad Bodies
8. Drifting Without End
9. Melted
10. Plague Them The Most
Gesamtspielzeit: 34:05
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