
Es ist inzwischen schon ein paar Jahrzehnte her, dass ich ein Kind war, doch die Erinnerungen sind manchmal noch greifbar, so auch der Namen SUZI QUATRO, ihres Zeichens Vollblut Rockerin. Warum die Verbindung zu meiner Kindheit, werden sich so Manche fragen, da ihre erfolgreichste Zeit eine Dekade vor meiner Geburt war und zwar in den 70ern, wenn sich mein Vater, seine Brüder und Freunde über Rock Musik unterhielten fiel immer wieder dieser Name SUZI und auch in den Plattensammlungen dieser Herren befanden sich LP’s oder Singles der inzwischen 76-jährigen. Und so war der Name immer präsent und auch so mancher Hit brannte sich in meine Gehirnzellen ein, auch wenn die Begeisterung meiner Vorfahren nicht so auf ganz auf mich abfärbte.
Zum alten Eisen gehört die reife Dame aber noch lange nicht und so wurde gemeinsam mit ihrem Sohn Richard Tuckey ein neues Album mit dem Titel „Freedom“ geschrieben und produziert. Das mittlerweile 19. Werk in der über 50 Jahre andauernden Karriere umfasst 12 Songs (Spezial-Edition 13) die alle knackige drei bis vier Minuten dauern und so recht schnell auf den Punkt kommen. Beim Opener „Freedom“ hört man sofort den Spaß, den SUZI an ihrer Arbeit hatte und auch stimmlich klingt die Rock-Oma noch ausgezeichnet.
Hier wird einem gemütlicher Hard Rock serviert, der sich mit so manchem Refrain schnell einbrennt wie bei den Songs „Little Miss Lovely“ oder „Goin‘ Down“, bei dem das erste Mal die Gitarren in den Vordergrund treten.
Die Botschaft von „Freedom“ ist auch schnell gefunden: „Nimm ab einem gewissen Alter nicht mehr alles so ernst und akzeptiere gewisse Gegebenheiten wie sie sind“. Wer hätte gedacht, dass das Wort Freiheit im 21. Jahrhundert noch so eine wichtige Bedeutung haben kann.
In dieselbe Kerbe schlägt „Choose Yourself”, das mir gesanglich am besten gefällt. Gefühlvolle Nummer mit Botschaft und netter Gitarrenarbeit im Hintergrund ehe nach drei Minuten Platz für die Akustik Fraktion ist.
„Hanging Over Me“ kommt fast dreckig daher, während „Here’s Ya Boots“ einem mit auf eine Zeitreise in die 70er mitnimmt. Coole Nummer mit Country Note. Bei „Can’t Let It Go” muss ich immer wieder an die BEATLES denken, bei „Shakedown“ regiert hingegen der Blues und der Gitarrensound und der Bass klingen ziemlich cool.
Das Highlight kommt natürlich zum Schluss, den niemand geringerer als ALICE COOPER gab sich die Ehre mit seiner alten Freundin SUZI QUATRO gemeinsam zu musizieren. So entstand der Song „Kick Out The Jams“, der gleich mit dem Wort Motherfucker beginnt und nicht auf eine kleine Hommage an „School’s Out“ und „Can The Can“ mit einer Textzeile aus den Liedern verzichtet. Feines Duett der beiden Rock Legenden, das von Anfang bis Ende einfach Spaß macht. Da wäre man gern dabei gewesen bei den Aufnahmen.
Als Bonus serviert SUZI QUATRO einen Song, der in die Electro Dance Kategorie fällt. Entspannte Nummer zum Ausgleich bei dem sich die Dame einfach mal in einem anderen Genre versuchen wollte. Gut gesungen, aber eher belanglos.
Tracklist „Freedom“:
1. Freedom (Single Version)
2. Little Miss Lovely
3. Choose Yourself
4. Going Down
5. Hanging Over Me
6. Here’s Ya Boots
7. Can’t Let It Go
8. Nobody Held My Hand
9. Shakedown
10. Take It Or Leave It
11. Womans’ Song
12. Kick Out The Jams (feat. Alice Cooper)
13. It All Comes Down To You (Bonus Track, Limited Edition CD only)
Gesamtspielzeit: 46:38
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