
INSIDIUS aus Polen gelten als Untergrund-Veteranen des Death Metal. Nach nur zweijährigem Bestehen folgte 1992 schon wieder die Auflösung. Tomasz Choiński als einziges nach wie vor tätiges Gründungsmitglied scharrte eine Reihe Musiker um sich und belebte die Band 2010 wieder. Die Szene in Polen ist klein und so überrascht es nicht, dass INSIDIUS zum Teil aus VADER Mitgliedern und/oder deren Livemusikern bestehen.
„Vulgus Illustrata“ ist nun Album Nummer Drei und bringt genau das, was zu erwarten war zu den Hörer*innen. Oldschool Death Metal polnischer Prägung mit starken Black Einschlag.
Über acht Tracks prügeln sich INSIDIUS durch technisch hochwertige Death Metal Kracher. Rasende Geschwindigkeit der Drums und teils Tremoloriffs gepaart mit infernalem Growling erzeugen eine düstere Stimmung. Bereits im Opener „The Perfect Slave” zeigen die Polen aber, dass sie auch mit Melodien gekonnt umzugehen wissen und nicht alles pure Gewalt ist. Die ständig wiederkehrenden Tempowechsel tun ihres dazu den Songs Groove mitzugeben.
Das folgende „Orgiastic“ und auch „A Darkness That Divides” wirken von der Härte und dem Druck etwas zurückgefahren, haben dafür jedoch eine technische Note. Teils wirken die Songstrukturen fast proggy und dissonant, kehren aber stets wieder zu einer vorgegebenen Linie zurück und grooven sich ein. Man muss INSIDIUS lassen, dass sie im Songwriting ganz genau wissen, was sie wollen und auch die technischen Fähigkeiten haben all das perfekt umzusetzen.
Was von Beginn an auffällt, ist dass die Rhythmusfraktion im Mix sehr stark vertreten ist. Wie von VADER gewohnt hat das Schlagzeug einen zentralen Platz, jedoch ist auf „Vulgus Illustrata“ auch der Bass mindestens ebenbürtig im Sound.
Im Song „Destroy The Priests” sind zwei Granden der Oldschool Death Metal Szene vertreten. Niemand geringer als das VADER Mastermind Piotr „Peter“ Wiwczarek und sein brasilianisches Pendant Moyses Kolesne von KRISIUN leisten jeweils einen kleinen Beitrag zu einem bis auf die Namen eher unauffälligen Song.
„Censure“ geht dann deutlich vom Gaspedal. Der Song ist vom Riffing her enorm rhythmisch und melodisch und orientiert sich an der Atmosphäre der Landsmänner von HATE. Der doomige Vibe steht INSIDIUS ausgezeichnet, zu schade, dass er auf einen Song beschränkt bleibt.
Der Rest des Albums pflügt dann wieder in Höchstgeschwindigkeit durch die polnischen Felder und bringt auf Grund von einsetzender Redundanz etwas weniger Spannung mit sich.
„Vulgus Illustrata“ bringt für Oldschool Death Metal Puristen einiges mit sich was gefallen dürfte. Die technische Raffinesse der acht Songs ist unbestritten. Ob mit dem Album jedoch der Schritt aus dem Untergrund gelingen wird, muss sich erst zeigen.
Tracklist „Vulgus Illustrata „:
1. The Perfect Slave
2. Orgiastic
3. A Darkness That Divides
4. Destroy The Priests
5. Censure
6. Doom Accelerator
7. Abyssful of Echoes
8. Forge of Our Hatred
Gesamtspielzeit: 36:56
