FIREWIND - Firewind
FIREWIND
Firewind
(Power Metal)

 


Label: Century Media
Format: (LP)

Release: 15.05.2020


Rising fire
I will follow my heart’s desire
I won’t stay cause you crossed the wire
Leave it all behind and go higher
Feel the burn cause I’m on fire!Rising Fire

Turbulente Zeiten für FIREWIND – nicht nur, dass der langjährige Gitarrist und Keyboarder Bob Katsionis sich nach 16 Jahren verabschiedete und nicht nachbesetzt wurde, auch Henning Basse (Ex-METALLUM), wurde nach nur einem Album ersetzt. Neu im Bandgefüge nun Herbie Langhans, der in verschiedensten Projekten mitmischt und fixes Tourmitglied von AVANTASIA ist. Ein fähiger Mann, doch ob er als nun schon sechster Sänger von FIREWIND Fans zufriedenstellen kann, muss jetzt der Neustart in Form des selbstbetitelten neunten Albums zeigen.

„Firewind“ startet mit „Welcome To The Empire“ verdammt heavy, was auch an den aggressiven und rauen Vocals von Herbie liegt. Dennoch erkennt man hier das markante Spiel von Mastermind Gus G. auf Anhieb und somit ist eigentlich noch alles beim Alten. Die Keyboards sind nun weiter im Hintergrund oder teilweise gar nicht existent, ob das nun am Ausstieg von Bob liegt, mag dahingestellt sein, doch die Melodien sind nach wie vor markant und allgegenwärtig. Auch die flotte Hymne „Devour“ ist heftig, geht aber noch eine Spur besser ins Ohr, ehe man mit „Rising Fire“ eine passende Single in Form eines mitsingkompatiblen Stampfers liefert. Auch hier sind die Trademarks und das verspielte Gitarrenwerk von Gus allgegenwärtig. Dass Herbie kurzfristig via Youtube entdeckt wurde und man alles in nur wenigen Wochen aus der Ferne abwickelte, ist hier über haupt nicht zu spüren. Eventuell hätte man mit längerer Zusammenarbeit dennoch etwas mehr rausholen können, denn so stark der Sänger stimmlich auch erscheint, FIREWIND war vor allem mit Apollo Papathanasio bekannt für viel mehr Fingerspitzengefühl und zahlreichen Nuancen. Aber wer weiß, was die Combo in Zukunft in dieser Konstellation noch zu vollbringen vermag, sofern man diese halten kann.

Aber zurück zum Album, denn das wird im Verlauf dann auf jeden Fall noch etwas mutiger, mit der Hymne „Break Away“ gibt es zunächst mehr Keys und einen leichten 90s Melodic Metal Spirit, wohingegen „Orbitual Sunrise“,mit galoppierenden Rhythmen und sphärischen Synthies gewaltig an alte EDGUY erinnert, wobei man auch hier seine eigenen Trademarks mitbringt und Herbie dem Ganzen seinen eigenen Vibe gibt. Mit „Longing To Know You“ gibt es um Anschluss die obligatorische Ballade, ehe „Perfect Strangers“ auch ideal auf das frühere FIREWIND Werk „Allegiance“ gepasst hätte. „Overdrive“ ist dann ein weiterer True/Heavy Metal Kracher, der es mühelos ins Live-Set schaffen sollte, „All My Life“ gibt sich nochmal verspielt und hymnisch, „Space Cowboy“ bringt etwas AOR Feeling rein, ehe „Kill The Pain“ flott und heftig nochmal Schub gibt und nicht weniger Spaß macht.

Mit „Firewind“ hat Gus G. das Album mehr als passend betitelt, denn auch wenn er hier einen neuen Sänger hat, der viel rauer und aggressiver agiert als seine Vorgänger und man viel Bombast über Bord geworfen hat, ist dieses Werk durch und durch FIREWIND. Das mag zwar auf den ersten Blick freuen und das neunte Werk hat auch eigentlich keine Schwächen, doch spielt der Grieche mir hier doch eine Spur zu sehr auf Nummer sicher und hätte ruhig etwas experimentierfreudiger agieren dürfen. Fans greifen zu, Genrefans auch bedenkenlos, der Rest hört mal rein, denn alleine das Spiel des Gitarren-Wizards macht schon eine Menge Freude.


Tracklist “Firewind”:
1. Hands Of Time
2. We Defy
3. Ode To Leonidas
4. Back On The Throne
5. Live And Die By The Sword
6. War Of Ages
7. Lady Of 1000 Sorrows
8. Immortals
9. Warriors And Saints
10. Rise From The Ashes
Gesamtspielzeit: 47:11


www.firewind.gr

 

REVIEW-VORLAGE [BANDNAME - Albumtitel]
FIREWIND – Firewind
LineUp:
Herbie Langhans
Gus G.
Petros Christo
Jo Nunez
Guest:
Bob Katsionis
7.5
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