Musikalisches Sprachrohr unserer Gedanken

Mit rohem, aber perfektionistischem Post-Grunge will das Duo Tom und Manny unter dem Banner BLINDGODS Missstände in unserer Gesellschaft aufzeigen und in die Metal-Ära der 2000er entführen. Welche Idole die beiden Grazer haben und was es auf „The Light“ alles zu Entdecken gibt erfahrt ihr in unserem Gespräch mit den beiden.


Zu zweit den Druck einer Großen Band live hinbekommen? Das bekommen wir hin!Manny


Hey Jungs, was tut sich gerade bei euch?
Zum Release eures Debüts ist es ja noch einige Zeit hin!

Bei uns stehen im Herbst jetzt noch vier Shows an, bei denen wir unser Album bereits unter die Leute bringen möchten.  Die „Haupt“release Show wird am 10.12.22 bei uns in Graz stattfinden.  Ansonsten Videos zu den Songs kreieren, Proben, neue Songs schreiben und den Alltag nebenbei genießen – aber alles eigentlich ganz entspannt!

Wie habt ihr beiden eigentlich zusammengefunden und wie ist dabei dann BLINDGODS entstanden?

Tom: Wie bereits erwähnt, kommen wir beide aus unterschiedlichen Genres und Bands und haben bereits einige Erfahrungen sammeln können. Ich arbeitete, bevor BLINDGODS wirklich entstand, bereits mit einem anderen Kollegen an den Songs, die später dann auch unter BLINDGODS rauskamen bzw. auch kommen werden. Über einen ehemaligen Bandkollegen bekamen wir einen Proberaum und an und für sich waren wir bereit zum Loslegen. Nach einer Weile jedoch orientierten wir uns auseinander und kurz darauf war ich auch schon auf der Suche nach einen neuen Drummer – ich wusste, ich wollte weiter machen. Ich stieß auf Manny, da er eben selbst auch in diesem Proberaum probte und ich ihn dadurch kennen lernte. Er war in mehreren Projekten und ich wusste nur, dass er sehr umtriebig und motiviert war. Nichts desto trotz fragte ich ihn, ob er eventuell motiviert wäre und er antwortete mit, „Klar warum nicht!“.
Manny:
Nach den ersten Proben mit Tom, die super liefen, wollten wir einen Bassisten ins Boot holen. Tom kannte einen aus einem früheren Musik-Projekt und lud ihn gleich mal zur Probe ein. Leider war nach den ersten paar Mal zu dritt klar, dass es mit ihm nicht so gut funktioniert und wir beschlossen dann einfach zu zweit weiter zu machen. Es hob uns irgendwie von anderen Projekten hervor und zugleich challengete es uns selbst auch als Musiker. Zu zweit den Druck einer großen Band live hinbekommen? Das bekommen wir hin! Kurz darauf war auch dann schon der Name BLINDGODS da und wir hatten Bock auf mehr.

Wie sieht es mit Shows aus? Ginge das zu zweit oder wären da Live-Musiker nötig?

Wir haben seit unserer Gründung schon einige Shows live gespielt. Der Sound und die Songs wurden dabei natürlich immer weiter entwickelt und ausgereifter. Was bei uns hängen geblieben ist, war, dass das Feedback der Zuseher jedes Mal sehr positiv war. Vor allem, ist genau das passiert was wir erhofft hatten, die Leute waren begeistert. Obwohl wir eben „nur“ zu zweit waren, brachten wir so eine Wand an Sound rüber und Energie was den Leuten einfach gefiel.
Was uns dann natürlich noch mehr motiviert, wenn beim Publikum das selbe ankommt was wir mit unserer Musik fühlen und ausdrücken möchten.

Was möchtet ihr mit dem Bandnamen, aber auch dem Titel „The Light“ ausdrücken?

Die Grundidee des Namens kam eigentlich auch durch ein wenig Selbstreflektion. Wir alle, vor allem in der westlichen Hemisphäre, haben alles im Überfluss und laufen diesbezüglich blind durch die Welt. Wir sind blind in Angesicht dessen was wir alles haben, welche Privilegien wir allein durch unseren Geburtsort oder auch Geschlecht haben. Darüber hinaus haben wir aber auch die Macht Dinge zu verändern.

BLINDGODS  kann für vieles stehen – mächtige Politiker:innen, Wirtschaftsmagnat:innen, Personen die ihre Macht ohne Rücksicht auf andere „blind“ ausüben um ihre eigenen Vorteil und Interessen zu waren. Aber auch wir, die wir einfach wegschauen, damit wir in unseren Olymp des Konsums keine Gewissensbisse bekommen. Wegsehen, dass wir andere Lebewesen wie Maschinen behandeln, ausschlachten und erhaben über ihr Leben entscheiden.  Mit Toms Lyrics, die diese Beobachtungen, Gedanken, und Gefühle in unseren Songs beschreiben und mit dem Sound der unsere Wut darüber noch unterstreicht, hofften wir, dass unser Name zu einem Denkanstoß verhilft, sich selbst in dieser Welt zu reflektieren und eventuell mal den Blickwinkel zu wechseln.

Tom: „The Light“ war (ist) der Name des Intro Songs. Dieser rein instrumentale Song gab uns musikalisch genau dieses Gefühl, das wir ausdrücken möchten. Das Gefühl eines Wandels, dass es bei all der Scheiße auf der Welt dennoch immer wieder Lichtblicke gibt. Wir haben schwere Themen aber wir wollen auch nicht mit dem Finger auf andere zeigen und damit wars das dann. Wir wollen mit unserer Musik klar auf die Missstände aufmerksam machen aber auch zeigen, dass jeder einzelne von uns es verändern kann, wenn man selbst bereit dazu ist.

blindgods interview

Und wie passt das Artwork dazu?

Manny: Das Artwork vereint den Gedanken unseres Bandnamens sowie unseres Albumtitels. Auf dem Cover ist ein Auge, eine Iris, zu sehen, wobei ein Lichtstrahl (Regenbogenfarben) ins Zentrum der Pupille zeigt. Nachdem das Licht das Auge „verlässt“ ist es nur mehr in Graustufen ersichtlich – Wir sind die, die die Welt zu dem macht wie sie ist. Aus einer bunten diversen hellen Welt, machen wir etwas aus Graustufen, Schwarz und Weiss, wir sind blind für das was wir haben und was wir damit auch anrichten.

Der Strahl geht in Graustufen weiter und stößt anschließend auf eine zweite Iris, die auf unserer CD abgebildet ist. Beim Verlassen werden die Graustufen wieder farbig – wir hoffen dass wir mit unserer Musik die Menschen die es sich anhören, inhaltlich wie auch musikalisch etwas wachrütteln können und ihnen die Facetten des Lebens, gut und schlecht, Ursache und Wirkung etwas nahe bringen konnten.

Ihr prangert in euren Texten einige Missstände an. Möchtet ihr da Songs oder Themen hervorheben?

Wie bereits erwähnt, dient BLINDGODS einerseits für uns als Sprachrohr unsere Gedanken und Gefühle kund zu tun. Als Musiker wollen wir aber natürlich auch gute Musik und eine mega Show liefern, Menschen zum Tanzen aber eben auch zum Nachdenken bringen. Durch die Möglichkeit auf Bühnen zu stehen, Musik zu verbreiten, sprich Menschen ansprechen/berühren zu können, hoffen wir, dass wir den Menschen eine neue Perspektive zu erschließen – wir wissen nicht alles und freuen uns auch immer auf neue Blickwinkel. Einfach ein etwas andere Blick auf die Welt und deren Ereignisse sowie unser Zutun zu diesen. Also unsere Kernmessage ist einfach schaut hin aber wechselt auch mal euer Perspektive. Welches Thema oder Song dann gerade der richtige ist, ist da dann fast zweitrangig.

Das Material klingt recht roh und aggressiv, aber doch auch emotional. Ihr habt das alles in nur vier Tagen eingespielt und bewusst auf einen Live-Sound gesetzt. Warum habt ihr euch genau entgegen dem aktuellen Trend, dass alles immer glatter produziert sein „muss“, gestellt?

Tom: Wir sind beide sehr große Perfektionisten. Allerdings mit unterschiedlichen Herangehensweisen, was viele Vor- und Nachteile mit sich bringt. Da BLINDGODS mein erstes eigenes Projekt war, wollte ich einfach die Songs die wir hatten und zusammen ausgefeilt haben, auf CD haben.

Wir hätten natürlich noch länger an der Pre-Production und dann auch später beim Recorden, Mischen und Mastern herumbasteln können, wodurch sich bestimmt vieles noch ergeben hätte, aber für uns haben wir, mit dem was wir an Zeit, Budget und Möglichkeiten hatten, das Beste rausgeholt und unser Können als Meilenstein, zu diesem Zeitpunkt auf CD gebracht. Wir wollten einfach so ehrlich wie möglich klingen, denn das macht Musik aus. Sie hat Ecken, Kanten und Fehler wie das Leben. Nicht immer glatt und perfekt.

Wie entstehen bei euch die Songs und Texte?

Tom: Wenn mich die Muse küsst dann sprießen die Ideen und dann schreib ich Riffs und Lyrics zusammen. So können innerhalb von Tagen mehrere Ideen entstehen und dann gibt’s wieder Wochen/Monate in denen nichts passiert. Später wird im Proberaum dann damit gearbeitet. Und die bestehenden Songs werden natürlich auch regelmäßig bespielt.
Manny: Tom kommt meist mit Riffideen, teilweise schon mit Arrangements und wenn wir uns dann im Proberaum treffen wird Hobel und Säge angesetzt und wir formen uns ein Arrangement das uns beiden zusagt. Der Anspruch ist auf beiden Seiten sehr hoch. zB hatten wir einen Arbeitstitel für die bereits erschienene Single „The Worlds Anthem“, nämlich „Mannys Endgegner“ – tja was soll ich sagen. Wir hatten sicher bei diesem Song an die zehn Arrangements, keines war das Richtige und dann, ich denke eine Probe vor der Aufnahme bei Vik (super Mensch der uns recordet hat), war es plötzlich da. Und umgekehrt, hatten wir andere Nummern, die waren in einer Probe zu 99% fertig. Neben neuen und alten Nummern feilen wir auch immer wieder an Sound, Samples, Video Ideen usw… Wir ergänzen uns da denke ich sehr gut.

Gibt es bewusste Vorbilder, denn ihr erwähnt ja vor allem eine eine Bewegung rund um die 2000er?

Tom: Gitarren und vocaltechnisch bei mir definitiv Bands wie STAIND, STONE SOUR, CHEVELLE, BREAKING BENJAMING, TOOL, DEFTONES.
Manny: Da ist Tom der Spezialist, bin mir sicher viele Bands sind super! 😉

Es gibt ja schon einen Song zu hören, wie kam dieser bisher an?

Bis jetzt, nichts Negatives! (lacht)

Ganze 13 Songs sind es geworden, aber es gibt auch noch drei Bonustracks. Was hat es mit denen auf sich?

Recordet haben wir eigentlich 16 Songs. Die drei Bonustracks passten für uns im Vergleich zu den restlichen weniger zum Album, also ließen wir sie weg. Eventuell wird „The Light“ als „Deluxe Edition“ mal mit allen Songs veröffentlicht.

Wie soll es nach dem Release von „The Light“ weitergehen? Gibt es schon konkrete Pläne für weitere Musik oder Live-Aktivitäten?

Nach dem Album ist vor dem Album 🙂

Tom: Neues Material steht schon und wird bestimmt auch als nächster Meilenstein gepresst werden. Als DIY Band ist es, vor allem wenn man live spielen will zu Beginn sehr schwer zu Konzerten zu kommen. Wir kontaktieren regelmäßig Veranstalter um einfach Shows spielen zu können und leider oft nur mit mäßigem Erfolg.
Manny: Für uns ist DIY – wers nicht kennt, Do it your self – einfach auch eine Orientierung geworden. Wir versuchen alles selbst zu machen was möglich ist und klar unseren Ansprüchen auch gerecht wird. Demnach haben wir auch zuletzt ein Benefiz Konzert für den Pferdegnadenhof Edelweiß aufgestellt. Auch hier, viele haben geredet, wir haben es einfach gemacht. Wir hatten selbst gekochtes/gebackenes veganes Essen, Infomaterial von VGT usw. bereitgestellt. Es war einfach ein voller Erfolg. Wir wollen nun dem Treu bleiben, unsere Themen die wir behandeln auch außerhalb der Bühne einen Raum geben und klar, Rede und Antwort stehen wenn wer fragen hat.

BLINDGODS dient dem Großen und Ganzen. Wir streben keinen Reichtum oder Ruhm an, sondern wollen Spaß haben, Menschen gute Musik schenken, viele neue Blickwinkel und andere Meinungen kennenlernen etwas rumkommen und eventuell in der Welt was bewirken.

Welches Tour-LineUp wäre euer Traum bzw. mit wem würdet ihr am liebsten die Bühne teilen, egal ob es die Bands noch aktiv gibt oder nicht?

ROYAL BLOOD, CHEVELLE, MUSE!

Ich danke für die Zeit. Möchtet ihr noch etwas loswerden?

Danke für unser erstes Album Review und auch für die guten Fragen. Danke!

 

 


Band-Links:
blindgods interview

 

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