Man kann die lyrische Tiefe vieler Death Metal Bands beurteilen, wie man will, aber Kriegsthematik ist seit Gründung des Genres tief darin verwurzelt. Die deutsche Kombo SCALPTURE ist da keine Ausnahme und widmet sich auf ihrem vierten Output „Landkrieg“ dem 30jährigen Krieg, der im 17. Jahrhundert Europa verwüstete. Musikalisch ist das Album klar im Oldschool Death Metal verhaftet und wildert in schwedischen sowie britischen Gefilden. Rein das inhaltliche Konzept machen eine Nähe zu BOLT THROWER glaubhaft, und Bands wie BENEDICTION oder auch ASPHYX schielen immer wieder um die Ecke. Trotzdem muss man SCALPTURE eine Eigenständigkeit zugutehalten. Neben schwedischem Groove und britisch doomiger Schwere haben die Deutschen eine Melancholie und Melodieaffinität in ihrer Musik, die positiv auffällt.
Nach einem Intro knallt der Opener „Into Catastrophe“ schwer aus den Boxen. Der Song ist eine brutale Walze, der auch BOLT THROWER gut gestanden hätte. Das Schlagzeug und der brutale Gitarrensound bügeln alles nieder, während sich Frontmann Thorsten die Seele aus dem Leib röchelt und brüllt.
Absolut positiv hervorzuheben sind die Songs „Til Jeret Undergang“ sowie „Hell’s Choirs Chant“, die neben tollen Hooks auch mit Gangshouts zu gefallen wissen, die dem ursprünglichen Death Metal Sound eine unerwartet passende neue Färbung geben. Das ständig prägnante und hervorstechende Bassspiel von Niklas gibt eine hörbare rhythmische Komponente, die so auf Death Metal Alben leider viel zu selten vorkommt und oft im Mix untergeht. „Den Mörka Nattens Lejon” besticht mit einem tollen rockigen Riff und sich ergänzenden atmosphärischen Parts.
„Landkrieg“ ist ein schweres und eindringliches Album, dass die apokalyptische Stimmung des Krieges gut einfängt. Jedoch müssen sich SCALPTURE, wie viele Bands im Oldschool Sektor, den Vorwurf der Eintönigkeit gefallen lassen. Sie erfinden das Rad sicher nicht neu, haben aber ein stimmungsvolles Album erschaffen, dass in die Magengegend geht und die Knochen zum Schwingen bringt. Deutschland bringt auch sehr guten Death Metal hervor und die Szene braucht sich mit Bands wie SCALPTURE vor niemandem zu verstecken.
Autor: Michael
Tracklist „Landkrieg“:
1. The Fall …
2. Into Catastrophe
3. Til Jeret Undergang
4. Landsknecht
5. Wallenstein
6. Den Mörka Nattens Lejon
7. Of Siege And Besieged
8. Schwedentrunk
9. Hell’s Choirs Chant
10. Bellum se ipsum alet
Gesamtspielzeit: 42:37
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