Kill All Idols
(Blackened Thrash Metal)
Label: Metal Blade
Format: (LP)
Release: 22.08.2025
Gut vier Jahre Pause gönnten sich die Herren von DESASTER, um ihr neues Black/Thrash Feuerwerk „Kill All Idols“ frisch und energiegeladen klingen zu lassen. So freut sich Gitarrist und Gründungsmitglied Infernal, der mit der Truppe schon einige Hochs und Tiefs erlebt hat, dass man im Gegensatz zum Vorgänger, der typische Old-School Kost lieferte, wieder abwechslungsreicher und näher an den eigenen Wurzeln sei.
Und so ballert man zwar zunächst kompromisslos los, erinnert etwas an SODOM und bietet mit „Great Repulsive Force“ sogleich einen ersten Vorgeschmack auf die rohe und wüste Marschrichtung der deutschen Urgesteine, die bereits seit Ende der 80er für unheiligen Blackened Thrash Terror sorgen. Kratziger, kautziger Gesang, brutale Beats, sägende Riffs und viel Dynamik, dafür stehen DESASTER auf diesem Werk. Etwas melodische, atmosphärische Riffs und schneidende, doomige Riffs sorgen schon hier für Abwechslung und auf klassische Songstrukturen pfeift man hier sowieso. Der Song macht es spannend und so bleibt es auch über die ganze Distanz vom zehnten Longplayer der routinierten Herren aus Koblenz.
Dass sich die Band, laut eigener Aussage, im Proberaum ohne Druck und bei einem gemütlichen Bier treffe, hört man trotz der technischen Versiertheit und den ausgefeilten Songs auf jeden Fall. (Punk)rockiger Drive im folgenden Geschoss „Emanation Of The Profane“ ist Zeuge davon. Neuzugang Hont, der seit dem letzten Werk schon in die Felle haut, ist zudem ein dynamischer Jungbrunnen für die Band, haut der Herr doch interessante, spannende und überraschend, aber doch immer passende Beats rein und treibt die Band wunderbar an. Auch „Towards Oblivion“ klingt wie ein rotziger, frecher Punk-Thrash Brecher mit Hummeln-im-Arsch Riffing, wohingegen „Throne Of Ecstasy“ den Black Metal Anteil weiter in den Vordergrund stellt, aber nicht minder zimperlich thrasht, und mit „Idols End“, dem Instrumental Outro zeigt man, dass man auch melodieverliebt und verträumt überraschen kann.
Auch thematisch hat man sich sehr viele Gedanken gemacht, bezeichnet das Geld als letzten Gott der Menschen, Gier als Vorbild, stellt in Frage, ob Gott sich etwas mehr als nur sieben Tage für uns hätte Zeit nehmen sollen und rechnet mit dem selbstzerstörerischen Egoismus des Homo Sapiens sowie religiösem Fanatismus ab.
„Kill All Idols“ ist ein launiges, kurzweiliges Werk, das aber auch Tiefgang im schwarzangemalten Thrash Metal nicht vermissen lässt und zum Nachdenken gleichermaßen, wie zum Bier und Fäuste in die Luft recken, anregt.
Tracklist „Kill All Idols“:
1. Great Repulsive Force
2. Emanation Of The Profane
3. Towards Oblivion
4. Kill The Idol
5. Ash Cloud Ritual
6. Fathomless Victory
7. Throne Of Ecstasy
8. They Are The Law
9. Stellar Remnant
10. Idols‘ End (Outro)
Gesamtspielzeit: 39:07