helloween - giants & monsters
HELLOWEEN
Giants & Monsters
(Power Metal)

 


Label: Reigning Phoenix Music
Format: (LP)

Release: 29.08.2025


We are fighting for a world without oppression
We are fighting for a world where we can live in without fearIndestructible

Von Giganten und Monstern möchten die deutschen Urgesteine von HELLOWEEN zu ihrem 40. Jubiläum berichten. Das nun 17. Album „Giants & Monsters“ markiert das zweite seit der unglaublichen Reunion von Michael Weikaht, Markus Großkopf, Sascha Gerstner, Daniel Löble und dem langjährigen Fronter Andi Deris mit Kai Hansen und Michael Kiske und zeigt, dass die Band noch lange nicht am Ende ihrer Kreativität ist. Mit gleich fünf Songwritern präsentiert sich das Album nicht nur unheimlich abwechslungsreich, sondern auch mit einem großen Nostalgiefaktor, aber gleichzeitig auch einem optimistischen Blick nach vorne.

Die erste Single „This Is Tokyo“ war sicher nicht die beste Wahl. Ein Happy-Song, geführt von Deris, der zwar nett tönt, aber nicht wirklich begeistert. Das war Michael Weikath und seinen Hamburger Mannen wohl klar und so schob man das 8-Minuten Epos „Universe (Gravity For Hearts)“ nach und ließ offene Münder zurück.

Verträumter 80er Power Metal Vibe, ein Kiske, der sofort theatralisch und gewohnt gewaltig die Stimme erhebt, sodass sofort Gänsehaut garantiert ist. Es folgt ein Riff, dass auch auf den Original-Keepers Album Platz gefunden hätte. Löble haut gewaltig in die Felle, ein erstes Solo erschallt und sofort möchte man zu den voranpeitschenden Rhythmen mitträllern. Auch soundtechnisch fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Da ist der Spagat zwischen Nostalgie und Moderne perfekt getroffen. Freund und Begeliter Dennis Ward sowie Charlie Bauernfeind haben hier astreine Arbeit abgeliefert. Nach einem starken Refrain, bei dem Mister Kiske zu Höchstform aufläuft, sowie einem melancholischen Zwischenteil, darf auch Kai Hansen stimmlich Vollgas geben. Die Dynamik von den beiden funktioniert wunderbar und dann folgt ein grandiose Soli-Duell-Teil. So liebt man die Kürbisse!

Aber auch der Opener, bei dem Andi Deris das Ruder übernimmt, gefällt auf Anhieb. „Giants On The Run“ bringt auch eine Schippe Theatralik mit, verspielte leicht orientalische Klänge sowie einen großen Spannungsbogen. Die Doublebass rattert und man fühlt sich in die „Rabbit Don’t Come Easy“ Zeit, aber mit einem Blick etwas weiter zurück, versetzt. Doch dann haut Hansen plötzlich ein paar Shouts rein und liefert zu hektischen Riffs einen grandiosen Gesangspart raus, der aber stark nach GAMMA RAY Material klingt.

Es folgt mit „Savior Of The World“ die UpTempo Hymne Deluxe. Kiske brilliert, Löble hackt alles kurz und klein und die Riffs flirren nur so um die Ohren. Happy Speed Metal pur und ein Refrain zum Niederknien. Kurzweilig, etwas düsterer und gemächlicher kommt „A Little Is A Little Too Much“ daher. Auch hier gibt es eigentümliche Melodien, rockigere Riffs und einen Deris und Kiske haben gleich viel Raum und ergänzen sich wunderbar, wohingegen „We Can Be Gods“ im Anschluss zum ersten Mal mit allen drei Sängern aufwartet. Leicht progressiv prescht man heavy nach vorne, 80s Männerchöre erschallen, das Drama nimmt wieder seinen Lauf, Michi, Andi und Kai versuchen sich zu übertrumpfen, während Klavierklänge für die Eingängigkeit sorgen. Wie alle Track des Albums, versteckt man auch hier zahlreiche Details, starke Soli und spannende Zwischenteile. Ein veritabler Hit für die Bühne.

Aber nicht alle Kürbisse erscheinen so reif, wie die genannten Stücke, denn neben „This Is Tokyo“ weiß auch das moderne und von Deris alleine vorgetragene „Hand Of God“ nur bedingt zu überzeugen. Treibende Riffs, moderne Synthies und Fernost Flair gefallen zwar, wirken aber im Vergleich etwas deplatziert und höhepunktarm. „Under The Moonlight“ fällt ebenfalls leicht ab, bringt aber doch nochmal Keepers-Feeling mit. Die Quotenballade „Into The Sun“ versucht etwas „A Tale That Wasn’t Right“ und auch „If I Could Fly“ Atmosphäre aufzugreifen, schafft dies aber wenig überraschend nur bedingt. Deris und Kiske geben sich aber gewaltig Mühe und bieten eine starke Ballade, die man hier aber so nicht zwingend gebraucht hätte.

Den Abschluss macht „Majestic“. Ein Song aus der Feder von Hansen, der in den acht Minuten viele Stimmungs- und Tempiwechsel vornimmt und erneut alle drei Sänger zu Wort kommen lässt. So unterschiedlich dieses Herren auch singen, sie ergänzen sich auch hier wunderbar. Kai erzählt zunächst von Aliens, dementsprechend klingt der Anfang recht sphärisch, die Atmosphäre ist dicht und bald helfen auch die Kollegen im Chor mit. Zwischen Theatralik, progressivem Aufbau und straightem Speed/Power Metal ist hier alles drin, was der geneigte Fan braucht.

HELLOWEEN schüren stets riesige Erwartungen, die man – wenn man ehrlich ist – kaum erfüllen kann. Doch „Giants & Monsters“ ist, wenn auch etwas zerfahren, ein unglaublich starkes, routiniertes und nostalgisches Album, zugleich aber frisch, unverbraucht und modern genug, um im Jahr 2025 und nach 40 Jahren Bandgeschichte wunderbar zu funktionieren. Für mich nochmal ein Schritt nach vorne und eine Spur stärker und ungezwungener als sein Vorgänger und für so manch Nostalgiker vielleicht das beste Werk seit den Keepers Alben.


Tracklist „Giants & Monsters“:
1. Giants On The Run
2. Savior of the World
3. A Little Is A Little Too Much
4. We Can Be Gods
5. Into The Sun
6. This Is Tokyo
7. Universe (Gravity For Hearts)
8. Hand Of God
9. Under the Moonlight
10. Majestic
Gesamtspielzeit: 50:47

 


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HELLOWEEN – Giants & Monsters
LineUp:
Michael Kiske
Kai Hansen
Andi Deris
Michael Weikath
Markus Grosskopf
Sascha Gerstner
Dani Löble
9
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