AEROSMITH YUNGBLUD One More Time
AEROSMITH, YUNGBLUD
One More Time
(Rock)

 


Label: Capitol Records
Format: (EP)

Release: 21.11.2025


Jede*r Surfer*in kennt diesen Moment. Man erwischt die Welle, steht am Board und beginnt zu surfen, bis man entweder das Ende erreicht oder vom Brett gespült wird. YUNGBLUD reitet derzeit die Erfolgswelle und nimmt jeden Hype mit, ob zurecht oder nicht sei dahingestellt. Als Phänomen ist er wahrlich interessant. Musikalisch irgendwo im Überschneidungsbereich von Pop, Rock, Emo und etwas Punk beheimatet, ist es sein überragender Auftritt bei der Ozzy Osbourne Huldigung „Back To The Beginning“ in Birmingham, der den jungen Künstler plötzlich in den Metal Kosmos katapultierte. Dort ist man sich aber nicht so recht sicher was von ihm zu halten sei, ist doch sein Standardwerk viel zu weich und elektronisch, aber die Interpretation von „Changes“ in Birmingham die wohl beste des gesamten Konzerts.

Sei es wie es sei. Die YUNGBLUD Touren boomen, die Kritiken sind grandios und Bands reißen sich um Kollaborationen mit ihm. So nutzen auch die Legenden von AEROSMITH den Rückenwind, nicht vergessen werden sollen auch die fantastischen Gesangsleistungen von Steven Tyler bei eben jenem „Back To The Beginning“ Auftritt, und werfen eine EP mit fünf Songs, gemeinsam geschrieben und performt mit dem Senkrechtstarter aus Doncaster, auf den Markt.

„My Only Angel” zeigt grandios vor was den Rock Fan erwartet. Der Bass wummert herrlich als Soundbett. Das Schlagzeug gibt den Beat vor und die Gitarre agiert weich und wohlig eher im Hintergrund. Beherrscht wird der Song, und auch alle übrigen auf „One More Time“, ganz klar vom Gesang. Und der hat es in sich. Steven Tyler klingt wie in besten Zeiten. Nichts ist mehr zu merken von seiner Kehlkopfverletzung, die Fans rund um den Globus um die Abschiedstournee brachte, und agiert herrlich sicher und grandios in seinen bekannten Höhen. Aber auch YUNGBLUD muss sich nicht verstecken. Die Stimme ist jener von Steven Tyler nicht unähnlich, nur bekommt er in den Höhen eine Kratzigkeit, die ihn unverkennbar macht und einfach nur genial klingt. „My Only Angel“ ist ruhig und besonnen, eher Pop als Rock aber trotzdem eingängig und zu genießen.

„Problems“ ist Stadionrock par excellence. YUNGBLUD beginnt fantastisch mit der ersten Strophe, singen kann der Kerl wirklich, und treibt den Song voran. Das Stück steigert sich in einen Rausch und endlich kommen die Gitarren zum Tragen, bevor der Maestro Steven Tyler den zweiten Teil übernimmt. Auch zweistimmig funktionieren die beiden am Mikro hervorragend und so entsteht ein toller Rocksong, der live wunderbar wirken sollte.

„Wild Woman“ ist eine Ballade, die zwar von großem Sound getragen wird, der Bass ist fast übermächtig, und auch von den großartigen Stimmen profitiert, aber so recht zünden mag der Song nicht. Sehr hohes Niveau, keine Frage, aber mit nicht wahnsinnig viel Wiedererkennungswert ausgestattet.

„A Thousand Days” reißt das Ruder wieder herum. Auch eher auf der ruhigen Seite angesiedelt sind es die Country Vibes, die super Atmosphäre kreieren. Die Instrumente sind reduziert und man fühlt sich wahrlich am Lagerfeuer sitzen und diesem Song lauschen. Stimmlich wieder absolut top, kann auch Joe Perry an der Gitarre brillieren.

Den Abschluss macht „Back In The Saddle“. Ein AEROSMITH Song vom Album „Rocks“ aus 1976, funktioniert das Stück auch neu aufgelegt 2025 bestens. Der Name ist Programm und man fühlt, wie sich Steven Tyler wiedererstarkt in seinem Comeback wohl fühlt. Es darf bei solchen neu produzierten älteren Songs immer die Frage erlaubt sein, ob bei der heutigen Technik nicht einiges an Feeling von damals verloren geht, aber natürlich klingt das heute klanglich perfekt. Vielleicht zu perfekt, darüber sollte sich jeder selbst ein Bild machen.

Alles in allem macht „One More Time” kurzfristig wirklich Spaß, und man merkt dieses Gefühl auch den gestandenen Musikern zu jeder Sekunde an. Daher ist die EP definitiv mehr als nur ein Lückenfüller und wird sicherlich mehrere Durchläufe bekommen … vor allem wenn so mancher auch heute noch dem abgesagten Wien Konzert von AEROSMITH nachtrauert.

Autor: Michael Wimmer


Tracklist „One More Time“:
1. My Only Angel
2. Problems
3. Wild Woman
4. A Thousand Days
5. Back In The Saddle (2025 Mix)
Gesamtspielzeit: 18:59

 


Band-Links:

AEROSMITH, YUNGBLUD - One More Time AEROSMITH, YUNGBLUD - One More Time AEROSMITH, YUNGBLUD - One More Time

 

 

 


AEROSMITH YUNGBLUD One More Time
AEROSMITH, YUNGBLUD – One More Time
LineUp:
Steven Tyler (Vocals)
Yungblud (Vocals)
Joe Perry (Guitars)
Brad Whitford (Guitars)
Joey Kramer (Drums)
Tom Hamilton (Bass)
8.5
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