
Frankreich ist eine wahre Metal-Wundertüte. HORROR WITHIN aus Montpellier knallen uns mit „Soul Awakening“ ein Debüt um die Ohren, das sich gewaschen hat. Und wie es sich für französischen Metal gehört, ist es von allem etwas, gemixt zu einer Death Metal Schlachtplatte erster Güteklasse.
Wird das Sextett zwar als Mix aus Technical Death Metal und Deathcore angepriesen, sind es interessanterweise genau diese beiden Stile von denen man kaum etwas vernimmt. Da ist der Promotext nicht so ganz durchdacht hat man das Gefühl.
„Phobophobia“ und „Silent Fall“ legen in bester Elchtod Manier los und drücken das HM-2 Pedal vollverzerrt durch bis zum Anschlag. Es groovt gewaltig und der DISMEMBER Einfluss ist in jeder Sekunde greifbar. Die Franzosen verstehen es perfekt, mit Melodien und Tempowechseln zu spielen und kreieren neben einer gehörigen Portion Aggression auch Atmosphäre.
Wer jetzt aber eine weitere schwedische Death Metal Huldigung erwartet, hat weit gefehlt. Wie bereits erwähnt sind HORROR WITHIN so viel mehr. „Rupture“ geht mit D-Beat Passagen zwar zunächst auch Richtung Skandinavien, nimmt dann aber gehörig Tempo auf und zieht mit ungeheuer groovigen Riffs in den Bann.
Das Solo im Mid-Tempo Mittelteil ist herausragend und gibt dem eine technische Raffinesse bevor wie aus dem Nichts female Vocals, fast elfengleich, hypnotisieren. „Waiting Room“ wildert noch am ehesten in Deathcore Gefilden, ist aber weit von Computer getriggerten Gebolze entfernt. „Basic Day“ überzeugt mit schnellen thrashigen Riffs.
Die Geschwindigkeit ist konstant hoch man groovt sich schnell ein. Wie immer ist es dann eine Nuance, die HORROR WITHIN brauchen, um eine komplette angenehme Verwirrung zu erzeugen. Zur Songmitte werfen die Franzosen ein elektronisches Drum’n’Bass-Break ein, das zuerst verstört, in der immer wiederkehrenden Wiederholung dann aber einfach nur cool klingt. Geniale Idee!
„Dead Inside“ ist der Song, der die technische Metal Seite von HORROR WITHIN widerspiegelt. Techy Death Strukturen gipfeln in einem GOJIRA Gedächtnisriff im Mittelteil. Eine herausragende Hommage an die französischen Metalgötter. „Tears of Angels” tobt sich in wahnwitzigen Tempo nochmals aus, während „The Beast“ als Closer in sechs Minuten stark auf Atmosphäre setzt.
Von einem gelungenen Debüt zu sprechen, würde „Soul Awakening“ nicht ganz gerecht werden. Es ist ein im positiven Sinn höchst abwechslungsreiches und deshalb hervorragendes Death Metal Album, von einer Band, die noch großes von sich erwarten lässt.
Tracklist „Soul Awakening“:
1. Phobophobia
2. Silent Fall
3. Rupture
4. Waiting Room
5. Basic Day
6. Dead Inside
7. Tears Of Angels
8. The Beast
Gesamtspielzeit: 36:53
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