Im ersten Moment war ich etwas überrascht, als ich hörte, dass die Schweden von BULLET mit neuem Album „Kickstarter“ am Start sind, denn seit vielen Jahren war es recht ruhig um die Jungs und ich wusste gar nicht, ob die Band überhaupt noch existiert. Doch fast 25 Jahre Bandgeschichte sind nicht so einfach wegzuwischen und so melden sich BULLET mit „Kickstarter“ wuchtig und frech zurück. Elf Songs liefert die Band ihren Fans und mit knapp drei Minuten pro Song kommen die Herren recht schnell auf den Punkt und lassen den Zuhörer*innen kaum Zeit zum Luftholen oder Atmen.
Ein erster Blick auf das Cover (Ein Motorrad beim Starten) verriet sofort, dass die Jungs wie bei den Vorgängerwerken „Bite The Bullet“ oder dem Kracher „Highway Pirates“ erneut nur eine Geschwindigkeit kennen und die ist Vollgas. Von den ersten Minuten an geben die Gitarren Vollstoff, während die Kreissägen-Stimme von “Hell” Hofer sich durchgehend in die Gehörgänge schneidet. Die Stimme des Fronters gefällt einem oder nicht, ein Dazwischen ist wohl kaum möglich. Ich mochte sie von Beginn an, auch wenn Abwechslung klein geschrieben wurde. Sowohl stimmlich wie auch musikalisch gehen BULLET ihren Weg geradeaus ohne Rücksicht und bleiben sich so wie diverse genreähnliche Kolleg*innen treu.
Einzelne Songs hervorzuheben fällt diesmal richtig schwer, selbst nach ein paar Durchläufen kristallisierte sich kein wirkliches Highlight heraus. Auch wenn keine Nummer als Totalausfall gesehen werden kann, so fehlt mir diesmal das gewisse Etwas oder Momente die hängen bleiben. Am ehesten noch „Night Falls Down“ mit seinen markanten Riffs, die man eindeutig bei Elektrikern aus Down Under schon mal hörte und so auch einen etwas fahlen Beigeschmack hinterlassen. Musikalisch dreht sich diesmal alles um das Thema Biken wie die Titel „Hit The Road“, „Keep Rolling“ oder „Full Throttle“ leicht erahnen lassen. Wer sich schon mit der Band beschäftigt hat, weiß um die Liebe für die Feueröfen und die Geschwindigkeit.
BULLET melden sich lautstark zurück und machen genau das was sie am besten können. Lauten, schnellen schwedischen Heavy Metal ohne Kompromisse, der kurzfristig Spaß macht, nicht mehr und auch nicht weniger. Live jedoch sind die Nordländer über jeden Zweifel erhaben und so mancher neue Song wird wohl vor Publikum ordentlich zünden.
Autor: Andy Wollersberger
Tracklist „Dust To Gold“:
1. Kickstarter
2. Caught In The Action
3. Open Fire
4. Keep Rolling
5. Hit The Road
6. Avenger
7. Chained By Metal
8. Spitfire
9. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down
Gesamtspielzeit: 37:16
