
Das Death Metal Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und zeigte sich durchwegs produktiv. Die Frage, die sich nach der Masse an hochwertigen Outputs stellt, ist wie innovativ darf und soll Death Metal im Jahr 2025 eigentlich sein. Das Thema spaltet die Metalgemeinde und bringt Puristen und progressive Fans jeweils auf die Barrikaden.
Warum wird umstrittene Punkt aber genau jetzt aufgebracht? SCORCHING TOMB aus Montréal in Kanada bringen uns mit „Ossuary“ ihr Debütalbum und präsentieren uns dabei musikalisch so wirklich gar nichts neues. Und es macht unfassbar viel Spaß.
„Stalagmite Impalement“ legt in wunderbarer schwedischer Oldschool-Manier los. Die Gitarren im HM-2 Sound, das wummernde Schlagzeug und darüber das raue Growling von Vincent Patrick-Lajeunesse in bester DISMEMBER Manier. Das Rezept für dieses Debütalbum ist mit den ersten Sekunden klar und überzeugt auf ganzer Linie. Hier wird nicht zu viel probiert, der Sound ist in Perfektion abgestimmt und klingt dabei genau genug dreckig und roh, um dem Stil gerecht zu werden.
„Skullcrush“ beginnt mit coolem Bassintro und biegt dann Richtung USA ab. Der erste bekannte Gast am Mikro veredelt dieses Groovemonster und ist niemand geringerer als Devin Swank von SANGUISUGABOGG. Seine Stimme verträgt sich auch perfekt mit dem HM-2 Sound und der Schweingroove der Gitarren in dem Song ist wirklich herausragend.
„Diminished To Ashes” prügelt sich direkt in den Gehirnfrontallappen und Émile Savard an den Drums rückt erstmals so wirklich ins Zentrum. Sein perfekt exaktes Drumming harmoniert unverschämt gut mit den einfachen aber super groovenden Riffs. Mehr und mehr wird klar, dass das Konzept der Kanadier vielleicht doch nicht so simpel ist wie gedacht. Der Sinn für Rythmik ist wirklich ausgeprägt und zeigt Können im zielgerichteten Songwriting.
„Sanctum Of Bones (Ossuary)” und „Sentenced To Rot” zeigen dann die Stärken von SCORCHING TOMB an der Gitarrenfront. Die Riffs sind herrlich zackig, eingängig und gleichzeitig unfassbar groovig, fast tanzbar. Die Moshpits vor der Bühne werden genau bei solchen Nackenbrechern immens sein.
„Feel The Blade“ präsentiert mit Alex Cloutier von den Landsmännern PRIMAL HORDE den zweiten Gastsänger. Sein Caveman Stil gibt dem Song zum Ende hin nochmals eine wirklich böse Wendung. Das Riffing geht mit den pick scratching zum Teil in Richtung GOJIRA, ist damit treibend aber trotzdem hart.
Die abschließenden „Bloodlust Sacrifice“ sowie „Expired Existence“ sind nichts weiter als üure und brutale Death Metal Nackenbrecher, ohne viele Schnörkel oder Wendungen.
„Ossuary“ ist ein hervorragendes Debüt, einmal mehr einer jungen kanadischen Band, das die anfangs genannte Frage nach notwendiger Innovation obsolet macht. Der Sound und die Ideen von SCORCHING TOMB sind modern, der Vibe und die ausgelösten Emotionen aber durch und durch Oldschool. Welcome to the New Wave of Oldschool Death Metal in 2025.
Tracklist „Ossuary“:
1. Stalagmite Impalement
2. Skullcrush
3. Diminished To Ashes
4. Sanctum Of Bones (Ossuary)
5. Sentenced To Rot
6. Feel The Blade
7. Bloodlust Sacrifice
8. Expired Existence
Gesamtspielzeit: 28:30
Band-Links:
