
Soldatenschicksale
(Melodic Black | Death Metal)
Label: Century Media Records
Format: (LP, Compilation)
Release: 06.02.2026
In nur wenigen Jahren konnte sich die 2020 in Bamberg gegründete Truppe um Frontmann NOISE von kleinen Underground Bühnen zu einer Größe des Black/Death Metals im deutschsprachigen Raum, und darüber hinaus durch eine Südamerika Tour etablieren. Der neue KANONENFIEBER Longplayer „Soldatenschicksale“ beinhaltet neben zwei neuen Songs auch Neuauflagen der drei EPs die in den letzten Jahren zwischen den Alben „Menschenmühle“ und „Die Urkatastrophe“ erschienen sind.
Das Album beginnt mit einer Rede des deutschen Großadmirals Alfred von Tirpitz über die deutsch-kaiserliche Marine und den Konflikt mit England. Von der Rede geht es direkt über in den Song „Z-Vor!“ welcher auf den Angriffsbefehl der deutschen Zerstörer aka „Zerstörer vor!“ basiert, und während der im Song aufgearbeiteten Skagerrak Schlacht von 1916 inhaltlich öfter gefallen ist. Zu den Marinesoldaten, die an Deck und an den Geschützen kämpften, zählt auch das Personal unter Deck welches die Kessel befeuert und das Schiff in Bewegung hält. Hiervon erzählt uns der Track „Heizer Tenner“, welcher die Realität der Mannschaft im Maschinenraum aufzeigt, in dem die von Ruß, Blut und Schweiß bedeckten Heizer unter der ständigen Gefahr eines Granaten- oder Torpedoeinschlages arbeiteten. Inhaltlich geht dieser Song sehr in die Tiefe, da er damit endet, dass die Heizer nach all den Strapazen mit dem Schiff untergehen. Von der Oberflächenmarine führt uns das Intermezzo „Ubootsperre“ zu den U-Boot Fahrern, und beinhaltet erneut eine Rede von Großadmiral Alfred von Tirpitz. Mit „Kampf Und Sturm“ nehmen KANONENFIEBER uns auf eine Feindfahrt mit, in welcher ein nicht näher benanntes U-Boot auf die Jagd nach Handelsschiffen, beladen mit Munition und Waffen geht. Dabei wird auf die Gegenwehr der britischen Marine in Form von Seeminen und hinter den Schiffen nachgeschleppten U-Bootnetzen verwiesen, welche für viele U-Bootfahrer der sichere Untergang waren. Ein bekannteres U-Boot und seine Crew begleiten uns im Track „Die Havarie“, der die erste Fahrt des U-Bootes UB2 beleuchtet. Auch hier zeigt sich die ungeschönte Realität über das Leben an Bord und das Leiden der Crew durch Atemnot, Hunger, Seekrankheit, Panik und Heimweh. Der letzte Teil des Textes fasst noch einmal zusammen, was ein U-Boot für die meiste Crew wirklich war, nämlich ein eiserner Sarg. Von der stürmischen See wenden wir uns nun der kalten Ostfront zu, in welcher die deutsch-kaiserliche Armee und die Österreichisch-Ungarische Armee die belagerte Stadt Przemysl versuchen zu befreien.
„Der Füsilier I“ wird durch eine Rede des Feldmarschalles Eduard von Böhm-Ermolli eingeleitet, und zeigt den langen Marsch der Armee über den verschneiten Zwinnin zur Befreiung der eingeschlossenen Armee. Die Schlacht am Zwinnin war ein Grabenkampf im eisigen Gebirge, und unter diesen Bedingungen sind hier viele Soldaten den „Kalten Tod“ gestorben und nicht durch Beschuss. Während dem Lied erklingt erneut die Stimme von Feldmarshall Eduard Böhm-Ermolli allerdings verzerrt und mit Echo, was hier symbolisch für die Kälte am Zwinnin und das Leiden der Soldaten stehen könnte. Den zweiten Teil dieser Schlacht bringt uns der Track „Der Füsilier II“ näher, in welchem erneut der Winter und die Kälte die Armee einschneien, und es keine Nahrung und keinen Nachschub gibt. Hier wird auch darauf verwiesen das viele Soldaten sich einschneien und erfrieren ließen, während andere versuchten von einer Kugel getroffen zu werden. Von den verschneiten Karpaten begeben wir uns nun an die Westfront ins Jahr 1917, in dem die USA an der Seite der Entente in den ersten Weltkrieg eintraten. „The Yankee Division March“ ist ein besonderer Song, da er sowohl deutsche als auch englische Teile enthält, und inhaltlich vom Sturm der US Armee auf die deutsche Armee in St. Mihiel erzählt. Während auf Seite der Mittelmächte der Kampf im Graben eingegraben weiterging, brachten die Truppen aus Übersee neben Bomben und Artillerie auch ihre Panzer mit, um durch das Niemandsland zu marschieren. Die Mischung aus den deutschen und englischen Zeilen gibt dem Song nochmal eine besondere Bedeutung, denn in der Originalversion von 2022 hatte Frontmann NOISE den Text gemeinsam mit dem leider verstorbenen Sänger TREVOR STRNAD gesungen. Den Abschluss bildet das Lied „Die Fastnacht Der Hölle“ welches über die Schlacht im Wald von Belleau zwischen der US Armee und der deutsch-kaiserlichen Armee berichtet. Auch hier wird die ungeschönte Realität erneut in Form von Gasgranaten, Luftnot unter der Gasmaske, Kampf mit Bajonett und Spaten sowie dem ewigen Beschuss dargebracht.
KANONENFIEBER haben mit diesem Album erneut bewiesen, wie wichtig es ist an die Gefallenen des ersten Weltkrieges zu erinnern. Dieses Mal wurde wie im Albumtitel „Soldatenschicksale“ beschrieben, an die Schicksale der Soldaten an allen Fronten erinnert. „Z-Vor!“ und „Heizer Tenner“ für die Marinesoldaten, „Kampf Und Sturm“ und „Die Havarie“ für die U-Boot Fahrer, „Der Füsilier I“ und „Der Füsilier II“ für die Erfrorenen in den Karpaten und zuletzt „The Yankee Division March“ und „Die Fastnacht Der Hölle“ für die deutschen und US Soldaten in Frankreich. Wir dürfen definitiv gespannt bleiben, welche Geschichten uns NOISE auf den nächsten Alben erzählt und wie KANONENFIEBER sich noch entwickeln, meine Geschichtsbücher liegen bereit für mehr.
Tracklist „Soldatenschicksale“:
1. Z-Vor!
2. Heizer Tenner
3. Ubootsperre (2025 Version)
4. Kampf Und Sturm (2025 Version)
5. Die Havarie (2025 Version)
6. Der Füsilier I (2025 Version)
7. Der Füsilier II (2025 Version)
8. The Yankee Division March (2025 Version)
9. Die Fastnacht Der Hölle (2025 Version)
Gesamtspielzeit: 41:04
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