The Hell Is Here, Hell Is Home Tour: BODYSNATCHER, INGESTED, PSYCHO FRAME, BIG ASS TRUCK @ Szene, Wien (24.03.2026)

Bodysnatcher Tourposter


Ich bin an diesem Abend nicht wegen Deathcore in die Szene Wien gekommen. BIG ASS TRUCK I.E. haben mich hergelockt und damit war ich ganz offensichtlich nicht allein. Dass danach mit PSYCHO-FRAME, INGESTED und BODYSNATCHER drei Deathcore-Acts gefolgt sind, hat den Abend aber nicht schlechter gemacht. Die Szene war nicht ausverkauft, aber dennoch gut gefüllt.

BIG ASS TRUCK I.E. haben den Abend eröffnet und sofort klargemacht, warum nicht wenige im Raum primär ihretwegen da waren, inklusive mir. Was in der Szene Wien sofort aufgefallen ist, war der Sound. Die Band hat in diesem Raum so gut geklungen, dass es fast schon unfair gegenüber den folgenden Acts war. „From The Grave“, „Big Ass Dog“, „Big Ass Beer“, „Big Ass Truck“, einer druckvoller und eindrucksvoller als der andere. Der Pit hat sich schon beim ersten Song geöffnet und ab da war kein Halten mehr. Die Kalifornier haben auf ihrer ersten Europatour eine Energie mitgebracht, die ansteckend war. BIG ASS TRUCK I.E. ist eine Band, die alles offensichtlich für den Spaß an der Sache macht, dabei aber gleichzeitig richtig gute Musik schreibt. Trotz Songtiteln, die ein Schmunzeln auslösen, war da nichts Albernes. Nur schwerer, ehrlicher Hardcore, der extrem Spaß gemacht hat. In einem Genre, in dem sich viele Bands zu ernst nehmen, waren BIG ASS TRUCK I.E. das perfekte Gegenstück.

BODYSNATCHER, INGESTED, PSYCHO FRAME, BIG ASS TRUCK

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PSYCHO-FRAME haben den Übergang in den Deathcore übernommen. Was ich vorher nicht gewusst habe war, dass die Band zwei Sänger hat. Das war sowohl eine positive Überraschung als auch ungewohnt. Zu einer Musik, bei der ohnehin viel gleichzeitig passiert, haben die zwei Stimmen dem Ganzen noch eine zusätzliche Ebene gegeben. Das ständige Wechselspiel zwischen gutturalen Lows und schneidenden Highs hat dem Set eine Dynamik verpasst, die einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Die Band, gegründet 2022 von Mitgliedern von VATICAN und MOODRING, existiert erst seit ein paar Jahren, hat aber auf dieser Tour bereits mit Acts wie MALEVOLENCE und AUGUST BURNS RED gespielt, und das hat man der Bühnenpräsenz angemerkt. PSYCHO-FRAME sind eine Band im Aufstieg und wer an diesem Abend noch nicht überzeugt war, dürfte es spätestens jetzt sein.

BODYSNATCHER, INGESTED, PSYCHO FRAME, BIG ASS TRUCK

 

INGESTED aus Manchester haben danach übernommen. Der langjährige Sänger Josh Davies ist kurz vor der Tour aus der Band geschmissen worden, Adam Mercer hat als Ersatz übernommen. Für jemanden wie mich, der die Band vorher nicht intensiv verfolgt hat, hat sich der Wechsel nicht negativ bemerkbar gemacht. Mercer hat irrsinnig gut zur Band gepasst, und auch anhand der Stimmung der Menge merkte man nichts außer Freude. Das Zusammenspiel mit Drummer Lyn Jeffs und den Gitarristen Sean Hynes und Andrew Virrueta hat als Einheit funktioniert, und der Mix aus Brutal Death Metal und modernem Deathcore hat dem Set eine eigene Schwere gegeben.

BODYSNATCHER, INGESTED, PSYCHO FRAME, BIG ASS TRUCK

BODYSNATCHER habe ich zum ersten Mal im Februar dieses Jahres als Support für STICK TO YOUR GUNS in der Arena Wien gesehen. Schon dort ein guter Eindruck, aber als Headliner in der intimeren Szene war das nochmal eine andere Nummer. Sänger Kyle Medina hat keine Distanz zur Crowd zugelassen, hat Texte Zentimeter vor den Gesichtern des Publikums geschrien und sie zurückgeschrien bekommen. Medina ist ein Frontmann im vwahrsten Sinne des Wortes, der den Großteil des Sets damit verbracht hat, sich in die erste Reihe zu lehnen und das Publikum direkt anzusprechen. Es gab keine Trennung zwischen Band und Crowd.

BODYSNATCHER, INGESTED, PSYCHO FRAME, BIG ASS TRUCK

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Der Opener „The Maker“ vom kommenden Album „Hell Is Here, Hell Is Home“ hat den Ton gesetzt, und die Setlist hat danach nicht mehr nachgelassen. Songs wie „Wired For Destruction“, „Murder8″ und „King Of The Rats“ haben den Raum in Bewegung gehalten. Bei den langsameren, kriechenden Breakdowns hat man gemerkt, wie BODYSNATCHER ihre Schwere nicht aus Geschwindigkeit ziehen, sondern aus den Pausen dazwischen. Jedes Mal, wenn die Band zurückgenommen hat, hat sich der Raum nach vorne gelehnt und auf den Drop gewartet. Nicht zu hundert Prozent meine Musik, aber als Live-Act eine klare Empfehlung.


Setlist BODYSNATCHER:
1. The Maker
2. Wired For Destruction
3. Behind the Crowd
4. Black of My Eyes
5. Dead Rabbit
6. Infested
7. Blade Between the Teeth
8. Take Me To Hell
9. Violent Obsession
10. Murder8
11. Twelve/Seventeen
12. Open Wounds
13. King of the Rats


Ein Abend, der als Hardcore-Abend begonnen und als Deathcore-Abend geendet hat. BIG ASS TRUCK I.E. haben mich in die Szene Wien gebracht, und die drei Acts danach haben dafür gesorgt, dass es sich gelohnt hat zu bleiben.

Autor & Fotos: Anthony Seidl


Band-Links:
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