
CODEFENDANTS – so heißt das neue Projekt von Fat Mike, bekannt durch die Punk Legende NOFX. Die Jungs sind 2026 auf Tour, kommen dabei auch nach Deutschland und spielen am 02.11.26 in der Arena in Wien.
Willkommen zurück, Fat Mike! Jedenfalls sind die CODEFENDANTS ein neues, komplett genreübergreifendes Projekt. Mit dabei sind Julio Ramos, ein US-amerikanischer Rapper, der auf Spanisch rappt (was man im Laufe des Reviews noch hören wird – super interessant!), und Sam King von der Band GET DEAD, ebenfalls einer Fat Wreck Band.
Das Album ist prinzipiell ein großer Mischmasch aus vielen verschiedenen Genres. CODEFENDANTS beschreiben ihren Stil selbst als Genre Smashing und das trifft es auf jeden Fall.
Eröffnet wird das Album mit einem Opening, man könnte aber fast auch Ouvertüre sagen. Klavierspiel, fette Streicher und weitere klassische Elemente, die zu diesem Schluss führen. Man merkt, dass Fat Mike viel aus seiner vergangenen Musical-Karriere mitgenommen hat und das hier voll zur Geltung bringt. Im zweiten Song "Rivals" hört man klassische 90er-Vibes, Hip-Hop-Scratching und einen plötzlichen Wechsel zu Punkrock-Rhythmen in der zweiten Hälfte. Das klingt eigentlich fast nach Nu-Metal: LIMP BIZKIT- und LINKIN PARK-Vibes, aber auf Fat Mike Style. Offenbar eines der wenigen Genres, denen sich Fat Mike bisher noch nicht angenommen hat. Aber auf jeden Fall witzig, Mike rappen zu hören – gewöhnungsbedürftig, aber warum nicht?
Im dritten Song "Lonely" Life geht es dann wieder in eine ganz andere Richtung: Drum'n'Bass-Elemente, synthetische Drums und eine coole Bassline im Hintergrund. Auch hier hat sich der gute Herr wieder ausgetobt, und ein Punkrock-Refrain zum Mitsingen muss natürlich trotzdem drin sein.
"Fix" geht dann in Richtung Indie-Rock und Indie-Pop: klassischer Pop-Beat an den Drums, Keyboard im Hintergrund und ein paar Feel-Good-Vibes sind zu spüren. Weiter geht’s mit dem Titelsong, der mit akustischer Gitarre und entspannten Chill-out-Vibes eröffnet. Das erinnert an die Anfang bis Mitte der 2010er-Jahre – fast ein bisschen à la Robin Schulz, als diese ganze Urlaubsfeeling-Musik so populär war. War ja auch eine coole Zeit.
Stichwort Genre Smashing again: In der zweiten Hälfte des Albums kommen dann Songs wie "Bad Business" und "The Weatherman" dazu, und hier geht es auf einmal mit spanischem Rap los. Auch das war seit Mitte der 2010er-Jahre in der Popwelt sehr beliebt, á la Nicky Jam und Bad Bunny.
CODEFENDANTS holen hier alles im Jahr 2026 nach, was in den letzten zehn bis zwölf Jahren populär war, und verpacken es in ein Album voll von Punkrock-Elementen, Rap, Drum'n'Bass und Latin Pop. Natürlich fehlen dabei weder gesellschaftskritische Töne, noch die gehörige Portion Self-Reflection von Fat Mike, wo er unter anderem auch Selbstkritik übt. Selbsterkenntnis ist eben nur der erste Schritt, aber soll hier nicht das Thema sein.
Tracklist "Lifers":
1. What You Get
2. Rivals
3. Lonely Life
4. Art Of Protest
5. The Fix
6. Life Force
7. Crime Wave
8. Bad Business
9. The Right Wrong Man
10. The Weatherman
11. Ditch The Party
Gesamtspielzeit: 29:36
