
Anfang des Jahres ließ GODFLESH Mastermind Justin K. Broadrick (der unseren Leser*innen wohl auch von JESU ein Begriff ist) mit einer Nachricht aus dem Lazarett aufhorchen. Aufgrund massiver gesundheitlicher Probleme sei das Schicksal der legendären Industrial Metal Pioniere besiegelt. Da aber bei den Aufnahmen zum letzten Album „Purge“ deutlich mehr Material entstand, als es schlussendlich auf den Langspieler schaffte, veröffentlichen GODFLESH nicht nur sechs dieser Songs auf „Decay“, sondern soll auch noch ein finales Album der britischen Truppe folgen.
Wie eine Vertonung der eingangs erwähnten Hiobsbotschaft, fühlt sich dann auch der ellenlange repetitive Opener „Master And Slave“, mit seiner fast gruseligen Atmosphäre, an. Während das nachfolgende „Living/Ending“ mit seinem stoischen Beat fast eingängig zu grooven vermag. Auch wegen der verhaltenden Vocals, offenbart „Feral Colony“ einmal mehr die KILLING JOKE Einflüsse auf den GODFLESH Sound. Der treibende maschinelle Beat von „Fear The Man“ verstärkt dessen unheimliche Stimmung noch weiter. „Fodder“ stampft dann in fieser, fast klassischer Industrial Metal Manier aus den Boxen, wäre da nicht die markante Sperrigkeit der britischen Genrepioniere. Der Track ist geprägt von den stark verzehrtem Basssound, der dreckigen Produktion und des markant gepressten Gebrülls von Herrn Broadrick. Das klingt dann auch wie es sich liest, nämlich nach sehr harter, aber auch lohnender, Kost.
GODFLESH klingen auf ihrem, womöglich sogar, letzten Album intensiv, roh und zermürbend wie seit langem nicht mehr. „Decay“ liefert den perfekten Soundtrack für gewissen Momente und Tage.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Decay“:
1. Prograde
2. Other Hells
3. Madness
4. Dark Summer
5. Deep Down Where I Belong
6. Antenna
7. Justify
8. Death Destruction Mayhem
9. 10 Planets
10. Paradise
Gesamtspielzeit: 41:51
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