callider - the explorer
CALLIDER
The Explorer
(Melodic Death Metal | Alternative Metal)

 


Label: Motor Entertainment
Format: (EP)

Release: 23.10.2026


Eine klangliche Expedition, die Melodic Death Metal mit literarischer Tiefe und kultureller Reflexion verbindet

Stefan Lange, der bei den kurzlebigen Münchner Melo-Deathern GATECRUSHER seine Erfahrungen sammelte, startete vor drei Jahren das Projekt CALLIDER als One-Man-Show und veröffentlichte auch sogleich die erst EP „Southern Stars“, die spannend zu bezeichnen ist und auch sein Talent offenlegte. Und so gibt es auch mit „The Explorer“ schon Nachschub, eine EP, die seinem Titel gerecht wird, erkundet der Deutsche hier viele Ecken des Genres und geht auch noch ein paar Schritte weiter.

Eine wirklich konsistente EP ist dabei zwar nicht rausgekommen und irgendwie wirkt das Konstrukt aus sieben sehr unterschiedlichen Stücken etwas krude oder auch schrullig. Aber gehen wir das Ganze von vorne an. Das Intro, hat etwas von Western-Atmosphäre mit traurigem Unterton und lässt „One Note“ sind die ersten Einflüsse schnell klar. Hier gibt es Göteborg Sound der 90er und so kommt IN FLAMES zu „Colony“ Zeiten schnell in den Sinn. Das liegt nicht nur am melodischen Riffing, sondern auch am Sprechgesang des Masterminds, der hier Anders Fridén an vielen Stellen imitiert, so auch bei den tiefen Growls, die IN FLAMES noch in den 90ern verwendeten. Der Track ist progressiv aufgebaut, zeigt ein gutes Talent für Riffs und hat durchaus Charme.

Danach geht es bei „Star Shine True“ ungestümer zu und Rock-Elemente vermengen sich mit dem Schweden-Tod, die Vocals werden heiserer und man ballert ohne Rücksicht auf Verluste, bietet ein gelungenes Rock-Solo sowie einen atmosphärischen Zwischenpart mit interessanten cleanen Vocals. „Hard To Regret“ wandert dann aber plötzlich in Alternative Rock Gefilde mit Metal-Riffs und hymnisch-eingängigem Refrain. Aber mit „Kalamas“ ist man dann wieder in Schweden und den Einfluss kann man nicht verheimlichen, denn die hüpfenden Rhythmen lassen sich leicht als die von „Only For The Weak“ erkennen, doch schwenkt man zwischendurch um und bietet moderne Synthies, sowie passende Vocals, die wieder dem Alternative Sektor zuzuschreiben sind. Auf Growls wird hier nämlich weitestgehend verzichtet, um das Hitpotential hoch zu halten. „By The Dawn“ bietet wieder mehr Death Metal, wird aber ebenfalls mit modernen Elementen, aber auch astreinen Teuteonen-Heavy Metal Riffs vermengt und den gewagten Abschluss bildet dann „Mary Never Wanted Jesus“. Eine düstere Ballade, die irgendwo zwischen Tom Waits und Nick Cave Platz finden könnte.

CALLIDER wirkt wie eine Solo-Scheibe eines Melodic-Death Veteranen, der all seine Ideen, die nie zu seiner Band passen wollte, unterbringen möchte. Die Tracks sind allesamt spannend, machen Spaß, zeigen aber keine Linie. Was Stefans Zielgruppe in Zukunft wird, bleibt also Spannend, aber CALLIDER hat durchaus Potential noch ein paar Überraschungen ins Genre zu bringen.

Autor:  Max Wollersberger


Tracklist „The Explorer“:
1. Stars, Wind And Sails
2. One Note
3. Stars Shine True
4. Hard To Regret
5. Kalamas
6. By The Dawn
7. Mary Never Wanted Jesus
Gesamtspielzeit: –

 


Band-Links:

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callider - the explorer
CALLIDER – The Explorer
Stefan Lange (Vocals, Guitars, Bass)
Ettore Rigotti (Guitars, Bass, Keys)
Kristopher Karla (Guitars)
Claus Bächer (Keys)
Dominik Back (Drums)
6.5
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