avaland - chemicla poetry
AVALAND
Chemical Poetry
(Power Metal | Metal Opera)

 


Label: Storytium SAS
Format: (LP)

Release: 30.10.2026


Stets freue ich mich über eine neue Metal Opera und bin gespannt, welche Richtung diese geht, denn stilistisch, auch wenn eigentlich stets im Power Metal verankert, ist die Vielfalt mittlerweile groß und das Genre nach wie vor etwas stiefmütterlich behandelt. Im Falle von AVALAND wurde ich aber auf keine Eben enttäuscht…

Doch, denkt man an eine Metal Opera, kommen natürlich sofort die heilige Dreifaltigkeit AVANTASIA, AYREON und SAVATAGE in den Sinn. Tobias Sammet scharte einst als erster ein Star-Ensemble um eine Fantasy-Story zu erzählen und definierte mit den namensgebenden ersten Werken das Genre, Arjen Lucassen schraubte das Genre auf höchste Sphären mit Kino-Reifen Sci-Fi Storys, Sozialkritik, musicalhaften Inszenierungen und teilweise mehr als zehn Sängern, die gesanglich oft abseits des Metal-Genres an ihre Grenzen gebracht wurden, während SAVATAGE bei ihren späteren Konzeptalben mit zwei Sänger auskamen, dafür aber musikalisch Opern- und Musical-Charme schon in den frühen 90ern prägten.

AVALAND verbinden auf ihrem neuen Werk „Chemical Poetry“ viele dieser Tugenden zu einem homogenen Ganzen. Symphonischer, stark produzierter Power Metal, den hier Mastermind und Sänger Adrian G. Gzagg bietet. Schon beim Opener ruft der Mountain King mit filigranen Musical Piano Klängen, die Riffs passen auch dazu, sodass man schon meint ein Zakk Stevens würde gleich loslegen, doch bieten die Franzosen ihren ganz eigenen Charme. Im Duett mit Zweit-Fronter Jeff Kanji, der beim Debüt noch als Gastsänger agierte, jedoch dann fix ins Bandgefüge fand, schaffen es die beiden Herren, dass man meint, es handle sich um viel mehr Portagonisten.

Doch, da man hier eine interessante Story um Leben, Liebe und Tod, letztere wird von Helle Bogdanova (IGNEA) stimmgewaltig inszeniert und verkörpert eine andere Version, als gewohnt. Die Sensenfrau ist hier keine Schreckgestalt, sondern ein Wesen, das sterbende sanft in das nächste Leben durch die sogenannten Necrolands begleitet

Aber nicht zufällig wurde Ignea begleitet, denn auch Growls und dazu passende Melodic Death Riffs fügen sich nahtlos in den Power Metal Sound der Band ein und lassen tiefer in die Story eintauchen. Dazu trägt auch die markante Stimme von Tom S. Englund (EVERGREY) ebenso wie Marcella Bovio und (u.a. AYREON, STREAM OF PASSION), Madie (FAITH IN AGONY) bei. Und das verhätlnissmäßig schmale Gesangs-LineUp legt sich so ins Zeug, dass man gar nicht mehr braucht.

Musikalisch geht man auf ein intensive Reise zwischen theatralischem Symphonic Metal, flotten Power Metal und Ausflügen durch die Zeit, sodass die 80er gerne mal durschimmern, wie beim fast radiotauglochen Kuschelrocker „Alchemy“, der auch das der eine Kooperation aus Tobias Sammet und Danny Elfman sein könnte, während „Beauties & Beast“ noch weiter durch die Zeit reist und zwischen Swing und echtem Musical schwankt. Das kurze „Ascension“ geht mit dramatischem Gesang und nicht minder intensivem aber sehr reduziertem Pianospiel unter die Haut, während „Sail On“ an Pathos kaum zu überbieten ist, aber so ziemlich alle Metal Opera Trademarks mitbringt. „Trinity“ fordert dann mit über zwölf Minuten, führt durch verschiedene Genres und bietet auch neoklassische Elemten, ehe „Faded Away“ dann flott und mit positivem Gefühl abschließt.

„Chemical Poetry“ ist eine Metal Opera auf dem Zenith, abwechslungsreich, perfekt durchinszeniert, astrein produziert von Joost van den Broek aus dem AYREON Comos und mit packender Story ausgestattet. Die Sänger agieren emotional, intensiv und passioniert und die musikalische Untermalung setzt diese perfekt in Szene. Alles, was man sich vom Genre wünscht und ein bisschen mehr –  „Welcome to AVALAND!“

Autor: Max Wollersberger


Tracklist „Chemical Poetry“:
1. When The Night Comes Alive
2. Destiny Calls
3. Alchemy
4. Beauties and Beasts
5. To Fool a Witch
6. Fate
7. Ascension
8. Sail On
9. Face The Eternal
10. Trinity
11. Fallen Leaves
12. Faded Away
Gesamtspielzeit: 63:24

 


Band-Links:

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AVALAND – Chemical Poetry
LineUp:
Adrien G. Gzagg (Vocals, Keys, Orchestration)
Jeff Kanji (Vocals)
Lucas Martinez (Guitars)
Camille Souffron (Bass)
Leo Mouchonay (Drums)
Guests:
8.5
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