PAPA ROACH - Crooked Teeth
PAPA ROACH
Crooked Teeth
(Alternative Metal)

 


Label: Eleven Seven
Format: (LP)

Release: 2017


PAPA ROACH sind nach wie vor eines der wenigen erfolgreichen Überbleibsel der in den 90ern gestarteten Nu Metal Bewegung. Aber auch die Amis gingen ähnlich wie LINKIN PARK und Co. einige Stiländerungen durch um sich über Wasser zu halten. In den meisten Fällen verärgerten diese Bands ihre Fans, konnte dennoch Verkaufszahlen halten oder steigern und neue Fans rekrutieren. Seit dem Durchbruchswerk „Lovehatetragedy“ (2002) mussten sich Jacobi Shaddix und seine Männer immer wieder viel Kritik gefallen lassen und polarisierten nicht minder wie die erwähnten Stil-Pioniere.

Das zuletzt veröffentlichte „F.E.A.R.“ wirkte da etwas wie ein Kompromiss um alte und neue Fans wieder zu vereinen. Und genau da machen PAPA ROACH nun zwei Jahre mit „Crooked Teeth“ weiter. So startet man sogleich mit zwei groovenden, gut nach vorne knallenden Hitkandidaten, die Spaß machen und alles was die Band groß gemacht hat in sich haben. Rockige Riffs, eingängige Refrains, einige Rap-Einlagen und dynamische Strukturen. „Break The Fall“ und der Titeltrack sind schon mal absolute Live-Knaller. „My Medication“ kommt mit Akustik-Einstieg vorerst ruhiger daher, entpuppt sich aber als weitere Hymne, die eher dem Alternative Metal zuzuschreiben ist, aber Lust auf mehr macht.

Leider kommt dann aber nicht mehr sonderlich viel. Wahrscheinlich hätten die Kalifornier auf Nummer sicher gehen und weitere Knaller dieser Art schreiben können bzw. sollen. Stattessen versucht man sich aber an einigen Experimenten, die nur zum Teil aufgehen. Bei „Born For Greatness“ bin ich mir nicht sicher, ob die poppigen cleanen Vocals mehr nerven als die pseudo-harten Rap-Einlagen, die nur mit lahmen Synthies und Geklatsche unterlegt werden, ehe man dann doch etwas groovt. Absolut verzichtbar. „American Dream“ kommt zwar wieder mit anständigem Eingangsriff daher, versinkt im Chorus dann aber im Schmalz, bei „Help“ geht es da ähnlich, wobei hier die Akustik-Gitarre sowie der positive Vibe ganz gut gefallen. Wirkt irgendwie als wollte man damit unbedingt ins Radio. Auch „Sunrise Trailer Park“ versucht nicht mehr das Ruder rumzureissen, lässt die Akustik-Gitarre ausgepackt und vermischt Lagerfeuer-Rock mit HipHop, ehe „Traumatic“ dann doch wieder heavy Gitarren auffährt und wieder etwas milde stimmt, aber nicht ganz mit den drei Einstiegssongs mithalten kann. Doch die Freude hält nur kurz, denn „None Of The Above“ versinkt in Synthie-Experimenten und Belanglosigkeit.

Wem das noch nicht reicht, der kann sich noch in der Deluxe Edition durch die drei Bonus Tracks „Ricochet“ (gelungener Heavy-Rocker mit hymnischem Refrain), „Nothing“ (netter Pop-Rocker) und „Bleeding Through“ (schmalziger Radio-Song) arbeiten.

PAPA ROACH punkten zunächst mit einem gelungenen Einstieg, der auch alte Fans mühelos abholen sollte, lassen dann aber gewaltig nach und verstricken sich in eher weniger gelungene Experimente, die teilweise nur schwer zu ertragen sind. „Crooked Teeth“ ist kein schlechtes Album, wird jedoch weder den Geschmack der Fans der ersten Stunde noch ein größere Masse großartig abholen.

 


Tracklist „Crooked Teeth“:
1. Break The Fall
2. Crooked Teeth
3. My Medication
4. Born For Greatness
5. American Dreams
6. Periscope
7. Help
8. Sunrise Trailer Park
9. Traumatic
10. None Of The Above
11. Ricochet (Bonus)
12. Nothing (Bonus)
13. Bleeding Through (Bonus)
Gesamtspielzeit: 47:11


www.paparoach.com

 

PAPA ROACH - LoveHatetragedy
PAPA ROACH – Crooked Teeth
LineUp:
Jacoby Shaddix
Jerry Horton
Tobin Esperance
Tony Palermo
6
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