
„Shatter & Bloom“ heißt die neue EP der 2019 in Prag gegründeten und von Frontdame Nicol Hofman angeführten Metalcore-Formation STELLVRIS, die hier typische Genrethemen wie toxische Beziehungen, Mobbing, seelische Ängste und tägliche Herausforderungen behandeln.
Genauso klischeehaft wie die Texte, ist auch die Musik ausgefallen. Jedoch ist diese definitiv durchschlagskräftig, gut produziert – dafür zeichnet sich Christoph Wieczorek (ANNISOKAY) verantwortlich – und zeigt enorme Spielfreude. Der Titeltrack ist ultra aggressiv, Nicol brüllt sich die Seele aus dem Leib, weiß aber auch mit klarer, fast punkiger Stimmfärbung zu begeistern. Modern, voller Effekte, wüsten Breakdowns und mit großen Kontrasten ballert der Song an einem nur so vorbei, geht dank des poppigen Refrains aber auch gut ins Ohr. Akustikgitarre, düstere HipHop Anleihen und drückende Riffs gibt es dann im atmosphärischen „Silence After Violence“, dazu Nu Metal Sprechgesang und ebenfalls wüste Shouts. „Monster“ überlässt einer dicken, teils kitschigen Synthie-Schicht die Bühne, aber auch schwedische Melo-Death Riffs machen sich bemerkbar. Dunkle Tastenarbeit und fiese Vocals gibt es im Anschluss im drückenden „Time’s Up“, ehe man mit dem abgefahrenen „Starship (NICKI MINAJ)“ poppiges Sommerfeeling aufkommen lässt.
STELLVRIS haben Charme und definitiv eine Menge Pfeffer im Arsch. Mit bekannten Klischees, einer Spur Kitsch und viel Effekthascherei versuchen sich die Tschech*innen aus der Masse zu heben, versuchen dabei aber vorrangig ein jüngeres Publikum anzusprechen. Ob dies in Zukunft reicht, um bei der zahlreichen Konkurrenz herauszustechen, wird sich erst zeigen.
Tracklist „Shatter & Bloom“:
1. Shatter And Bloom
2. Silence After Violence
3. Monster
4. Time’s Up
5. Starship (NICKI MINAJ)
Gesamtspielzeit: –
