
Unfassbar was uns dieses Jahr an guten bis sehr guten Death Metal Releases bringt. Und vor allem Deutschland bewegt sich mit emporstrebenden Bands wie SCALPTURE, NIGHTBEARER und NEW WORLD DEPRESSION, sowie deren herausragenden Alben, immer näher an den Gipfel des Genres heran. SOUL GRINDER aus Bremen wollen da nicht zurückstehen und schießen mit „Frozen Hall“ ihren dritten Longplayer in den Metalkosmos.
Das Trio lebt Death Metal in seiner eher zurückgenommenen und traditionellen Art. Der Opener „Cursed Covenant“ legt ziemlich schnell die Latte hoch und lässt ahnen was noch kommt. Eine Soundwand voller schwerer Riffs, donnernder Drums und einem gut hörbaren wummernden Bass bilden das Gerüst, auf dem die gutturalen Growls thronen. Die Intensität und Wucht ist schier erdrückend und macht Lust auf mehr.
Und das „Mehr“ kommt sogleich in Form von „Frozen Halls“. Der Titeltrack ist der beste Song des Albums und einer der besten Death Metal Tracks des Jahres. Die brutale Aggressivität der Riffs steht im starken Kontrast zu einem hallenden Chor im Hintergrund, der sich durch den Song hält und immer wieder eine atmosphärische Ebene einzieht, die dem Song Gänsehautfeeling gibt. Das tiefe Growling tut seines dazu und man klickt sofort auf Repeat.
„Malevolent Reality“ wurde bereits vorab als Kollaboration mit ASENBLUT Sänger Tetzel veröffentlicht. Das Riffing ist herrlich thrashig, der Bass wummert und Mathias Junge grölt sich die Seele aus dem Leib. Der Song groovt gewaltig, ob es diese Zweistimmigkeit wirklich gebraucht hat, sei jedem selbst überlassen.
„Into The Nightmare“ überrascht mit punkigem Gitarrenspiel und poltert angenehm aufgeregt durch die Gegend. Death Metal und Punk können halt doch auch gemeinsam und machen Laune.
SOUL GRINDER schaffen es durch das gesamte Album hindurch die Spannung zu halten. Die Songs sind so variabel gestaltet, dass sie sich unterscheiden und trotzdem unterstützen. Ob die Bremer nun mit hallenden melodiösen Samples im Refrain arbeiten wie in „Amorphous Blight“ oder „The Lurking Death“, sich in Oldschool Manier durch das Gehölz schlagen („Ominous Retribution“, „Towards A Silent Grave“), grooven wie die Sau in „Cosmic Scourge“ oder in „Dreaded Fate“ wie AMON AMARTH langsamere Passagen mit Groove überziehen, dass jedes Publikum mit erhobenen Fäusten mitgrölen muss, die Songs bewegen sich stets auf hohem Niveau.
SOUL GRINDER sind mit „Frozen Halls“ ein weiter Anwärter auf den Death Metal Thron Deutschlands.
Tracklist „Frozen Halls“:
1. Cursed Covenant
2. Frozen Halls
3. Malevolent Reality
4. Into The Nightmare
5. Dreaded Fate
6. Amorphous Blight
7. Cosmic Scourge
8. The Lurking Death
9. Ominous Retribution
10. Towards A Silent Grave
Gesamtspielzeit: 40:33
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