
Blood Of Your Empire
(Alternative Metal)
Label: Atlantic Records
Format: (LP)
Release: 04.09.2026
PRESIDENT sind das nächste große Phänomen der Rock/Metal Landschaft. Gefühlt aus dem Nichts erschien dieser anonym auftretende Vierer aus Großbritannien auf den Bühnen, und später dann auch mit ersten Singles ihrer ersten Veröffentlichung. Man darf hier unumwunden zugeben, dass es sich bei der Band um ein minutiös geplantes Projekt einer Plattenfirma handelt, das durch und durch poliert und gesteuert agiert.
„Angel Wings“ als Opener ist wie prädestiniert, um mit diesem Vorwissen ausgestattet an das erste Album von PRESIDENT heranzugehen. Elektronischer Pomp leitet ein und hängt auch wie ein unheilvoller Nebel über dem gesamten Song. Je weiter „Blood Of Your Empire“ voranschreitet desto offensichtlicher wird die Vorherrschaft von Samples und Elektroeinsatz an allen Ecken und Enden. Der Song an sich ist durchwegs poliert und lässt jegliche Kanten oder Dreck vermissen. Die autogetunte Stimme versucht gepaart mit djentigen Gitarren SLEEP TOKEN ihre Fans abspenstig zu machen. Doch kippt der Song zu stark in Metalcore Gefilde und erinnert in manchen Momenten gar an FILTER und Richard Patrick in den hohen gepressten Stimmlagen.
„DOOM LOOP“ als eine der vorab veröffentlichten Singles bringt Elektronik pur und lässt die Gitarren tatsächlich eher in den Hintergrund treten. Schnell wird klar, dass PRESIDENT voll und ganz auf den Frontmann fokussiert sind, der aber, und so viel muss man sagen, hier bereits deutlich besser als im Opener klingt. Leicht soulige Anleihen in Verbindung mit den tief gestimmten Gitarren sind catchy und sollten im Radio gut funktionieren.
„dark heaven“ bringt Hip-Hop in Verbindung mit Metal und lässt wohl die Geschmäcker endgültig auseinanderdriften. Denn allein die unmöglich schwülstige Strophe „Gather ‚round children, sing Hallelujah“ bringen einen dazu einfach weiter zu klicken. Der Refrain ist unfassbar catchy, wie in allerbester moderner Metalcore Manier. Und trotzdem ist der Song insgesamt äußerst gewöhnungsbedürftig.
Kann „Pink Noise“ tatsächlich mit gehöriger Härte aufwarten, die Vocals mit gut eingesetzten Screams sind Metalcore würdig, gleiten die folgenden „Mercy“ und „Sleepwalker“ gehörig in den Pomp und Kitsch ab. Die Produktion ist hier teils schon so überbordend, dass man als Hörer*in schier überwältigt wird. Dazu sind die Vocals so glatt und auf Perfektion autogetuned, dass es fast zu nerven beginnt. PRESIDENT arbeiten bewusst mit Stilbrüchen, die man der Band aber schwer abnimmt, da alles wie ein großes Konzert geplant wirkt.
„Hate Figure“ mit dem Rapper Ando San als Gast ist eine positive Ausnahme. Die harschen Vocals von President gepaart mit den Djent Riffs machen gut Atmosphäre und stehen in coolem Gegensatz zum Hip-Hop Anteil des Songs. Das ist durchaus gelungen kann man festhalten. Was man vom Closer „White Devil“ nicht behaupten kann. Das Stück wabert so dahin und wirkt flach und eher ziellos.
Das Fazit ist schwer in Worte zu fassen. PRESIDENT wird funktionieren und große Hallen füllen, das ist alleine durch die Radiotauglichkeit mancher Songs garantiert. Auch als Idee und Plane eines Labels hat die Band ihre Berechtigung, doch ist sie musikalisch weit von Genialität entfernt. Zu SLEEP TOKEN fehlen in der Komplexität des Songwriting einfach Welten und auch über die überbordende Produktion kann man streiten. PRESIDENT klingen teuer, das ist komisch es so zu sagen, aber es ist genau so. Hier hat jemand Unmengen an Geld investiert um eine Produktion zu ermöglichen, die schon so glatt und überperfekt klingt, dass das Hörerlebnis schon wieder eher ins Negative abrutscht. Man darf gespannt sein, was hier weiter passiert und wie sich PRESIDENT entwickeln. In der Metal Community werden sie wenig Chance haben zu bestehen.
Autor: Michael Wimmer
Tracklist „Blood Of Your Empire“:
1. Angel Wings
2. DOOM LOOP
3. dark heaven
4. Pink Noise
5. Mercy
6. Sleepwalker
7. Dionysus
8. This Will Divide Us
9. Hate Figure
10. White Devil
Gesamtspielzeit: 37:16
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