
Blind In Abyssal Realms
(Progressive Death Metal)
Label: Pulverised Records
Format: (LP)
Release: 17.04.2026
Für alle Fans von BLOOD INCANTANTION und älteren OPETH wird das Debütalbum der Amerikaner von ORDH eine willkommene Abwechslung im Veröffentlichungskalender 2026 darstellen. Es kommt einem schon wieder wie eine Ewigkeit vor, dass „Absolute Elsewhere“ Progressive Death Metal ins Schweinwerferlicht katapultierte.
„Blind In Abyssal Realms“ ist vielleicht noch nicht ganz auf der Stufe der Genialität der Landsmänner aus Colorado, doch ORDH beweisen, dass auch in der ländlichen Idylle von Vermont progressive Brutalität im Death Metal Gewand in hoher Qualität entstehen kann.
Fünf Songs in 43 Minuten sagen schon einiges aus. Hier ist nichts leicht zugänglich und Sperrigkeit an der Tagesordnung. Und trotzdem ist das Album gut hörbar und wird wieder und wieder gestartet, um ständig neue Facetten zu entdecken. Progressive Death Metal ist für viele Fans der harten Spielart oft ein Schritt zu viel ins Ungewisse und schwer zugänglich. Hier sei gesagt, dass bei ORDH der Kern purer Death Metal ist, und die Vocals in SPECTRAL VOICE und BLOOD INCANTATION Sphären agieren.
Der kosmische Input startet beim wunderschönen Cover und geht direkt in die ersten Klänge des Openers „Apis Bull“ über. Die ersten stampfenden Riffs nehmen mit bevor sphärische Leads in das Weltall entführen und über allem das tiefe Growling von Jonathan Hébert schweben. Stimmungswechsel beherrschen das Bild, doch das kosmische Klangbild ist stets präsent und macht eine gefühlt grenzenlose Atmosphäre.
„Moon Of Urd“ startet sludgig, kommt nur langsam in die Gänge und lässt donnernde Drums und wabernden Bass regieren, bevor sphärische Leads in psychedelische Parts übergehen. Doublebass und tiefe Growls ziehen die Hörer*innen in die dunklen unbekannten Gegenden des Weltalls, voller Gefahren und von Angst getrieben. ORDH gelingt es meisterhaft Stimmung zu erzeugen und kaum Längen in den Songs spürbar zu machen.
Dies wird in den folgenden „Phlegraean Fields“ und dem Titeltrack noch deutlich spürbarer. Die wilde Reise durch den Kosmos auf jeweils über zehn Minuten ist furchteinflößend und nimmt auf viele Trips des Bewusstseins mit, wirkt jedoch nie langweilig oder zu lange. Postige Klänge treffen auf Death Metal Raserei und kosmische singende Gitarren Leads wechseln sich mit donnernden groovigem Riffing ab. Die Basis bleiben stets treibende Drums und höllisches Growling.
„Hierothesion“ ist stark im Death Metal verhaftet. Brutale Riffs und Doublebass Geboller werden zwar von proggy Leads zurückgepfiffen, doch kämpfen sich stets wieder an die Oberfläche.
„Blind In Abyssal Realms“ ist ein großartiges Debüt und kündet von einer Band, die sich immer weiter entwickeln wird und gemeinsam mit BLOOD INCANTATION bald die Szene beherrschen könnte.
Autor*in: Michael Wimmer
Tracklist „Blind In Abyssal Realms“:
1. Apis Bull
2. Moon Of Urd
3. Phlegraean Fields
4. Blind In Abyssal Realms
5. Hierothesion
Gesamtspielzeit: 43:23
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