FUNEBRARUM – Beckoning The Void Of Eternal Silence
FUNEBRARUM
Beckoning The Void Of Eternal Silence
(Death Metal)

 


Label: Pulverised Records
Format: (LP)

Release: 29.05.2026


FUNEBRARUM aus Clifton, New Jersey sind ein interessantes Phänomen innerhalb des Metal Kosmos. Die Band war so etwas wie ein Senkrechtstarter im Extreme Metal Untergrund der Vereinigten Staaten. Die Demos hochgelobt, folgten zwei Alben, die der Band fast schon Kultstatus verleihen sollten. FUNEBRARUM kann man vom Status her mit BLACKBRAID oder PANOPTICON im US Black Metal Underground gleichsetzen. Und eines sei vorweggenommen. Dass ihr gnadenloser Oldschool Death Metal, mit unendlich beklemmender kalter Atmosphäre ausgestattet, in Europa nie wirklich wahrgenommen wurde, ist nichts weniger als eine sträfliche Vernachlässigung.

Nach dem grandiosen „The Sleep Of Morbid Dreams” ist einmal Pause bei den Amerikanern angesagt. Die Band wird oft auch als Nebenprojekt des Frontmanns Daryl Kahan wahrgenommen, der gerne FUNEBRARUM Alben aufnimmt, wenn seine anderen Projekte stillgelegt sind. Zehn Jahre nach Album Nummer Zwei, ist der nächste Langspieler eigentlich 2019 im Kasten und fertig. Aber Covid-19 kommt dazwischen und die Veröffentlichung zieht sich tatsächlich bis jetzt, Ende Mai 2026, 17 Jahre nach dem letzten LP-Release.

Und es war jede Minute Wartezeit wert. „Beckoning The Void Of Eternal Silence” ist ein Oldschool Death Metal Monolith allererste Güteklasse. Das kurze Intro stimmt ein auf kommende neun Tracks, verhüllt und gefangen in der totalen kalten Finsternis. Es geht um dunkle Mystik, Verfall und schlicht und einfach den stinkenden Geruch des Todes. FUNEBRARUM sind innerhalb des Death Metal die absoluten Könige der Atmosphäre.

Die rohe Wucht, mit der der Titeltrack dann zuschlägt, ist aber doch überraschend, weil lange nicht mehr gehört. Die Riffs sind erdrückend dicht und beklemmend, der Bass ist stets als gefährliche Präsenz hörbar und das Schlagzeug zertrümmert jegliche Hoffnung. Kahan’s Vocals sind so tief gegrowlt, als ob er persönlich eingeschlossen durch die Wände seiner Gruft schreit. Die unheilvollen Keyboards sind selten, aber wenn dann perfekt eingesetzt, um eine Stimmung absoluter Hoffnungslosigkeit zu suggerieren und mit Gänsehaut weiter zu lauschen zu lassen.

Musikalisch zeigen FUNEBRARUM auf Album Nummer Drei wieder alle Oldschool Facetten, die es nur geben kann. Die Band mäandert gekonnt zwischen Death Doom Passagen, rasendem Death Gemetzel und Black angehauchten Tremolo Ausbrüchen. Die absolute Masterclass der Band ist aber das stete Einfangen dieser Rasereien, entweder in Doom Gefilde oder noch besser in fantastischen rockigen Riff Melodienabfolgen. Diese Luftigkeit der Gitarren schlägt Löcher in die Wände der Gruft und lässt etwas Sonne durch, bevor plötzlich wieder alles in Finsternis versinkt. „Ša Nagba Amāru“ zeigt grandiose Gitarrenleads, die dem Song Identität geben und zwischen all dem Death Metal Irrsinn immer wieder durchscheinen. Der Groove ist in den Mid-Tempo Passage allgegenwärtig und verträgt sich prächtig mit dem infernalen Growling von Kahan, während das Abkippen in den Doom perfekt orchestriert ist.

Dieses Wandeln zwischen Geschwindigkeiten, Stimmungen und Stilen haben FUNEBRARUM absolut gemeistert. „Through The Barren Halls Of Grieving Emptiness” und „Into Dark Domains” leben von den Gegensätzen und gewinnen dadurch enormen Charakter. Vor allem in ersterem sind definitiv Einflüsse von Schwedendeath zu spüren. Nach einem weiteren kurzen instrumentalen Interlude passiert eine Seltenheit. FUNEBRARUM schicken zu Beginn der zweiten Albumhälfte erst die absoluten Höhepunkte ihres Schaffens ins Rennen. War der erste Teil von „Beckoning The Void Of Eternal Silence“ schon stark, folgt jetzt die Krönung.

„Anhela Odor Mortoruom (The Adepts)” ist schlichtweg grandios. Der Sound der Snare ist in diesem Song überwältigend. Sie scheppert dermaßen geil und gibt dem Song Dreck und Stimmung mit. Die Riffs sind bedrohlich dicht, etwas Synth in den Hintergrund gelegt und ab geht die Post. Das Drumming ist erschlagend gut und treibt die Gitarren zur Höchstleistung an. Aber es sind die Momente, wenn der Song abstoppt und singende Leads begleitend eingesetzt werden, die so gut wirken. Diese Stimmungswechsel tragen hervorragend zur Erzählstruktur des Tracks bei. Das Solo, das den Song zum Abschuss in den Äther schießt, ist grandios, soviel sei nur noch nebenbei erwähnt. Das ist Oldschool Death Metal as good as it gets.

„From Rotting Burial Shrouds“ ist der eine pure Headbanger des Albums. Schnell und gnadenlos schießt der Track in die Nackenmuskel und sollte live ein absoluter Banger werden. Zum Abschluss steigen FUNEBRARUM nochmals acht Minuten in die Gruft hinab und schicken ein Death Doom Ungetüm auf die Hörer*innen los, welches in Sachen düsterer, abstoßender und absolut hoffnungsloser Stimmung alle Register zieht.

Kurz gesagt: „Beckoning The Void Of Eternal Silence“ ist ein klarer Anwärter auf das beste Death Metal Album des Jahres und mit Sicherheit der Höhepunkt des bisherigen Jahres.

 

Autor: Michael Wimmer


Tracklist „Beckoning The Void Of Eternal Silence“:
1. The Arrival (Intro)
2. Beckoning The Void Of Eternal Silence
3. Ša Nagba Amāru
4. Through The Barren Halls Of Grieving Emptiness
5. Into Dark Domains
6. Ancestral Manor (Intro)
7. Anhela Odor Mortoruom (The Adepts)
8. From Rotting Burial Shrouds
9. Turning The Stones of Torment
10. The Whispering Cathedral – Epilogue
Gesamtspielzeit: 49:07


Band Links: 

FUNEBRARUM – Beckoning The Void Of Eternal Silence https://www.instagram.com/funebrarum_official/ FUNEBRARUM – Beckoning The Void Of Eternal Silence

 

 

 


FUNEBRARUM – Beckoning The Void Of Eternal Silence
FUNEBRARUM – Beckoning The Void Of Eternal Silence
LineUp:
Daryl Kahan (Vocals)
Phil Tougas (Guitars)
Sam Osborne (Guitars)
Winslow (Bass)
Charlie Koryn (Drums)
9
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