
Suffer Divine
(Melodic Death Metal | Metalcore)
Label: MNRK Heavy
Format: (LP)
Release: 30.10.2026
Seit über 30 Jahren sind die Herrschaften von DARKEST HOUR, rund um die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder John Henry und Mike Schleibaum nun schon aktiv und legen nun mit „Suffer Divine“ ihr elftes Studioalbum vor.
Das fiese Gekeife im eröffnenden Intro „All Cruelty Springs From Weakness“ macht mal gleich klar, DARKEST HOUR sind wieder da und sie meinen es nachwievor bitter ernst. „Gods Of Decay“ schlägt dann in bester 2nd Wave of Metalcore – Manier alles in Schutt und Asche bevor im schleppenden „No Conquered Hearts“ dem unüberhörbaren Einfluss der schwedischen Melodic Death Metal Szene gefrönt wird.
„No Salvation“ entwickelt sich dann, trotz seinem ein wenig übertriebenen Gitarrengedudel, zu einem satten Banger mit einem Chorus, der sich perfekt zum Mitbrüllen eignet. Dennoch weiß der Autor dieser Zeilen, dann wieder warum er andere Band des damaligen Metalcores wie UNEARTH vorgezogen hat. Wegen des gar metallischen Einschlags von DARKEST HOUR in Sachen Gitarrensolos.
Klar unterstreicht es die Virtuosität der Musiker, aber bei einem potenziellen Brecher wie dem Titeltrack „Suffer Divine“ der sich zum Ende hin herrlich schleppt, ist das für manche (also zumindest mich) wohl eher nervig. So denkt man sich auch in „Warrior“ ja eh cool, aber inzwischen wissen alle, dass du ein großartiger Gitarrist bist, bei Songs wie „Vile Angel“ gelingt dann dennoch eine gute Mischung aus den beiden musikalischen Universen, die DARKEST HOUR in ihrem Sound kollidieren lassen. Aber zumindest für das Punk und Hardcore geschulte Ohr wäre weniger manchmal mehr, weil es einigen der Songs dann doch einiges an der ursprünglichen Wucht nimmt.
Ich bin mir aber sicher, dass dies bei anderer musikalischer Sozialisation gänzlich anders und deutlich positiver aufgenommen wird. Leider nimmt dann in „The Unforgiven Hand“ wieder der extreme Fokus auf die Fertigkeiten an der Gitarre überhand und es stellt sich eine gewisse Langeweile ein. Die dann dem Metalgott sei Dank in „Everyday Horrors“ in die Tonne getreten wird und ihnen wieder eine kompromisslose wie spaßbefreite Hymne für die Livesetlist gelingt, die für blutige Moshpits und gereckte Fäuste sorgen wird. Und dann sorgt das abschließende ellenlange, aber unglaublich facettenreiche wie stimmige „A Story Of Redemption“ (fast) für eine versöhnlichen Abschluss.
Technisch und musikalisch sind DARKEST HOUR auch auf „Suffer Divine“ über jeden Zweifel erhaben, aber noch deutlicher als der Vorgänger „Perpetual Terminal“, ist die neue Platte eher für die Metaller*innen unter den Metalcore-Hörer*innen gemacht.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Suffer Divine“
1. All Cruelty Springs From Weakness
2. Gods Of Decay
3. No Conquered Hearts
4. Salvation
5. Suffer Divine
6. Warrior
7. Vile Angel
8. The Unforgiving Hand
9. Tribalist
10. Everyday Horrors
11. A Story Of Redemption
Gesamtspielzeit: 42:10
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