
Lay Me Down O Silent Fear
(Gothic Rock | Death Doom | Modern Metal)
Label: SPV (Steamhammer)
Format: (LP)
Release: 25.09.2026
Ganze vier Jahre sind vergangen seit „How To Shroud Yourself With Night“, doch das Warten hat sich gelohnt und LACRIMAS PROFUNDERE sind mit ihrem nun schon 14. Longplayer motiviert, intensiv und stark wie eh und je zurück. „Lay Me Down O Silent Fear“ markiert das dritte Album der neuen Äre mit Frontstimmgewalt Julian Larre, der 2018 in die großen Fußstapfen von Rob Vitacca treten musste und die mittlerweile mehr als gekonnt ausfüllt.
Gingen die Deutschen Berufsmelancholiker zuletzt immer weiter in Richtung rockigere und ruhigere Gothic-Gefilde, fand man mit Julian wieder zurück zu den Wurzeln und härtere Gefilde, vergaß aber auch die neueren Stärken nicht und die werden hier wunderbar verbunden. Heftig startet „Days Of Doom“ bricht heftig mit tiefen Shouts über einen herein, es folgenfast gehauchte Vocals, die aber von dramatischen Streichern untermalt werden, ehe man in eine theatralischen, aber wenig eingängigen Refrain verfällt. Dafür geht es „Nevermore“ dann eingängiger und rhythmischer an und gemahnt etwas an die Kollegen von END OF GREEN, während „Heart I Will Break…“ auf orchestrale dichte Atmosphäre setzt.
Soweit so gut, doch dann kommt „O Silent Fear“ und vereint mehrere Welten, flott bricht der Track modern über einen herein, erinnert entfernt durch die Keys an AMORPHIS, bremst aber bald, die voluminöse und vereinnahmende Stimme des Rockers, die zwischen Ville Vallo und Pete Steele schwankt nimmt sofort gefangen, es folgen lockere Gothic-Rock-Rhythmen, ehe fiese kehlige Shouts, flankiert von melodischen Leads und drückender Doublebass folgen und in die Untiefen des 90er Dooms entführen, um sich dann wieder mit den einfühlsamen Parts abzuwechseln. Dafür schwingt dann im modernen und eingängigen „Faceless“ unverkennbare Nu Metal Wut der 90er mit und
Man meint auf diesem unglaublich intensiven und abwechslungsreichen Album eine Party herausgefallen aus der Zeit zu spüren und hier tummeln sich interessante Gäste. Neben den erwähnten Genrelegenden steht Billy Idol hinter dem DJ Pult, Brian May trinkt ein Guiness mit Shagrath und Dani Filth mixt ein paar Drinks, während Oli Sykes mit Corey Taylor über Gott und die Welt disktuiert und allerlei Rocker sowie Rock’n’Roller das Tanzebein schwingen. Und an der Wand hängen natürlich Bilder von Pete Steel, Dimebag Darrel und Ronnie James Dio.
Namen darf man googlen, falls nicht bekannt, aber kurz gesagt: Mastermind Oliver Nikolas Schmid zeigt mehr Mut, Innovation und seine Einflüsse denn je, macht kaum vor einem Genre Halt und schafft es gemeinsam mit Ilker Ersin (Ex-FREEDOM CALL) und Dominik Scholz (Ex-EMERGENCY GAE) doch meisterlich alles in das wohlige Gothic-Doom Gewand von LACRIMAS PROFUNDERE zu verpacken, sodass man sich immer daheim fühlt, währen Julian Larre gekonnt alle Prüfungen meistert, die ihm sein Songwriter gibt.
Ein gekonntes Meisterwerk zwischen Melancholie, spürbarer Wut, großen Emotionen, moderner Eingängigkeit und bombastischer Symphonie, das wie eine wilde Zeitreise zwischen verschiedensten Epochen des Metal vollführt und dabei stets zu überraschen weiß.
Autor: Max Wollersberger
Tracklist „Lay Me Down O Silent Fear“:
1. Days Of Doom
2. Nevermore
3. Heart, I Will Break You Before You Break Me
4. O Silent Fear
5. Agony (In Dread And Dust)
6. Faceless
7. Arcane Promises
8. A Sinful Desire
9. Veil XV
10. At The End Of A Dream Lies The Hope You Once Killed
Gesamtspielzeit: 40:26
