
Everything We Love, We Destroy
(Post Hardcore | Noise Rock | Post Metal)
Label: Humus Records
Format: (LP)
Release: 6.11.2026
Erstmals stolperte ich über die eidgenössische Band COILGUNS 2019, als sie mit ihrem wütenden Machwerk aus Hardcore, Punk und Noise namens „Watchwinders“ für Furore sorgten und auch von mir im earshot.at Review amtlich abgefeiert wurden. 2024 folgte dann das nächste Album „Odd Love“ auf dem die Band mit deutlich eingängigeren aber nicht minder intensiven Tönen zu überraschen wusste, bevor die EP „Lost Love“ vergangenes Jahr die Band dann wieder von ihrer raueren Seite zeigte.
Sprich Stillstand ist nicht unbedingt die Sache der COILGUNS, so wurde auch das neue Album „Everything We Love, We Destroy“ kurz einmal zwischen zwei ausgedehnten Touren und erstmals im eigenen Studio aufgenommen. Soundtechnisch verlässt man sich erneut auf Scott Evans, seines Zeichens nicht nur Gitarrist und Sänger der gewaltigen KOWLOON WALLED CITY, sondern wie er auch schon bei THRICE, SAMIAM, NEUROSIS oder auch LA DISPUTE unter Beweis gestellt hat, ein Meister seines Faches. Der Titeltrack wird dann gleich von einer mächtig groovenden Bassline getragen, wohl auch dem Umstand geschuldet, dass Bassist Kevin Galland erstmals von Anfang an komplett in den Schreibprozess eingebunden war.
Was die Band einmal mehr einfach auszeichnet, ist ihr makelloses Handwerk in Sachen Songwriting. So können innerhalb eines Songs Indie-Rock im Stile eine Conor Oberst, wüste Hardcore-Punk Ausbrüche und groovender Noise Rock gekonnt ineinander übergehen. Sprich der Spannungsbogen der einzelnen Songs um hier exemplarisch das grandiose „Peace Trader“ oder das ruppigere und den mächtigen TRAGEDY huldigende „Punisher Disclaimer“ zu nennen, ist gewaltig. In „Days Before The War“ gilt Nomen est Omen, hält man bei dem akustisch gehaltenen Interlude/Songfetzen doch fast inne, bevor sich „Teach Ourselves“ eine bedrohliche Atmosphäre weiter verdichtet und dann wütend explodiert. Das abschließende „Perfect Fit Content“ schleppt sich dann nicht nur phasenweise postmetallisch malmend dahin, sondern wartet auch mit einem (erneuten) Ausflug in Richtung DESAPARECIDOS (der punkigeren Variante der BRIGHT EYES) und einem Spoken Word Beitrag von Anna Sauter-McDowell, einer Schweizer Schauspielerin und Freundin der Band, der die Platte mit den Worten „Your art is esoteric“ enden lässt.
Wie schon der Vorgänger ist „Everything We Love, We Destroy“ eine fordernde, abwechslungsreiche musikalische Achterbahnfahrt, die die Hörer*innen in ihren Bann zu ziehen vermag. COILGUNS sind eine jeder Bands, dies sich deutlich, wirklich deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Everything We Love, We Destroy“:
1. Everything We Love, We Destroy
2. Peace Trader
3. Replication Crisis
4. Platform Decay
5. Punisher Disclaimer
6. Days Before The War
7. Teach Ourselves
8. Carbon Magic
9. Forever Chemicals
10. Perfect Fit Content
Gesamtspielzeit: 38:28
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