
That feels alive, don’t ask me why
I want everything, right before my eyes
I can’t deny I want to be the King! Kingmaker! Woah! KingmakerDave Mustaine
Ein letztes Mal geht es Dave Mustaine mit MEGADETH an. Die Legende will wohl in den Ruhestand, das aber nicht ohne ein letztes Thrash-Shredfrest mit seiner Handschrift. Das 17. Album hat den schlichten Titel „Megadeth“ und prophezeit schon, dass Fans auch nach 43 Jahren nicht auf große Überraschungen spekulieren müssen.
Also, one last time: „Let There Be Shred“ – Und so heißt auch eine der Vorabsingles, die ihrem Namen mehr als gerecht wird. Dave würgt die Gitarre wie eh und je, der Song ist eine echte Machtdemonstration, zeigt aber, dass sich der Meister dabei aber doch irgendwie wieder zurücknimmt, geht er es rifftechnisch insgesamt wieder etwas rockiger an als auf den zuletzt veröffentlichten Werken. Also ein brutales Thrash-Feuerwerk der Marke „Endgame“ braucht man hier nicht erwarten, eher etwas irgendwo zwischen „Rust In Peace“ und „Peace Sells…“. Das soll aber nicht heißen, dass Mustaine und seine Jungs versuchen hier stur in Richtung back to the roots zu gehen oder zu viel Nostalgie zu versprühen, man lebt schon vorrangig im hier und jetzt. Auch die Produktion passt dazu, denn diese ballert doch zeitgemäß oder vielmehr zeitlos aus den Boxen.
The earth started rumbling a thunderous command
To bash and to thrash, to bang my head
To smash my guitar and „let there be shred!“
Nicht nur Vic Rattlehead, das legendäre Maskottchen ist in seinem feschen Zwirn on fire, auch Mustaine tobt sich aus und liefert in jedem Track gewaltige Gitarren- und Riffkunst gemeinsam mit der finnischen Verstärkung Teemu Mäntysaari (WINTERSUN), während Dirk Verbeuren (u.a. CADAVER, KILL DIVISON) und Heimkehrer James LoMenzo (FIRSTBORNE) hochprofessionell an der Rhythmik ergänzen. Da wurde nichts dem Zufall überlassen und so sind die Songs vorrangig kompakt, vollgepackt mit bekannten Trademarks und doch frisch und mit neuen Twists versehen. „Hey God!“ geht dabei mit locker lässiger Instrumentierung gut ins Ohr, etwas mehr im Hier und jetzt tönt „Made To Kill“ und trotzdem ist die Nostalgie zu spüren, wie auch im fetzigen, aber etwas sperriger gehaltenen „I Am War“. Aber Mustaine kann auch nachdenklich, fast melancholisch mit seinen Untertönen, wie das eindringliche „The Last Note“ noch zeigt. Auch lyrisch geht es wieder in alle Richtungen und wird auch mal persönlich. Außerdem unterstreicht er mit dem verspielten „I Don’t Care“, dass er sich nie um Trends scherte oder sich wo reinreden ließ.
I don’t care if all hope is dead
I don’t care if I’m not your class
I don’t care, you can kiss my ass
Und zu guter Letzt sollte man sich „Ride The Lightning“ anhören, denn das Teil wird für Streit unter Fans sorgen, ist das Teil nämlich tighter gespielt als das Original und wirkt auch etwas verspielter, lässt aber etwas an der nötigen Wucht und Härte vermissen. Aber Dave war es ein Anliegen, um den Kreis zu schließen und eventuell auch zu zeigen, dass er endgültig mit dem Thema seinen Frieden geschlossen hat, schrieb er den Song bekanntlich ja einst mit Lars, James und Cliff gemeinsam.
There’s someone else controlling me
Death in the air, strapped in the electric chair
This can’t be happening to me
Who made you God to say:
“I’ll take your life from you”?
Alles in allem enttäuscht Megadave bei seinem finalen Album nicht, das Gefühl, dass da mehr drin gewesen wäre, sowohl an Härte, als auch Mut und Abwechslung, bleibt dann aber doch. Dennoch gehört das Album sicher zu den besseren von MEGADETH seit dem Jahrtausendwechsel.
Autor: Max Wollersberger
Tracklist „Megadeth“:
1. Tipping Point
2. I Don’t Care
3. Hey, God?!
4. Let There Be Shred
5. Puppet Parade
6. Another Bad Day
7. Made to Kill
8. Obey the Call
9. I Am War
10. The Last Note
11. Ride the Lightning (METALLICA)
Gesamtspielzeit: 46:09
