
Wars Of The Roses
(Ambient | New Wave)
Label: House Of Mythology
Format: (LP)
Release: 31.12.2025
Kaum eine Band hat eine dermaßen große Wandlung durchgemacht wie die Norweger ULVER! Vor mehr als dreißig Jahren als Black Metal Band gestartet erreichten sie den Olymp in diesem Genre, dein sie über die Jahre hinweg mehr und mehr verließen und sich der Avantgarde zuwandten, was doch viele Fans ratlos zurückließ. Warum dies alles geschah kann man im Buch von TORE ENGELSEN ESPEDAL „Wölfe im Wandel: Die Geschichte von ULVER“ nachlesen. Nun gibt es mit „Neverland“ ein neues Album und man darf gespannt sein, was sich hinter dem Artwork mit dem sonnendurchflutenden Strand verbirgt.
Synth-Sounds eröffnen den musikalischen Reigen und dazu gesellt sich nach einer Weile eine Erzählstimme. „Elephant Trunk“ beginnt mit Klavierspiel, das nach einer Weile von experimentellen Tönen ergänzt wird und ohne Vocals auskommt. Solche gibt es jedoch in sehr dezenter Weise bei „Weeping Stone“ und diese stammen von Sara Khorami und wurden laut Infoblatt um 4.00 früh aufgezeichnet, klingen aber dennoch recht frisch. Sehr rhythmisch und melodisch ist „People Of The Hills“ und auch wenn das Meiste aus dem Synthesizer stammt, so entsteht doch ein wohliges Hörvergnügen, das erst gegen Ende hin von exzentrischen Tönen gestört wird. Etwas schneller ist die Spielweise bei „Hark! Hark! The Dogs Do Bark“, das sehr Synth-lastig ist und von künstlichem Hundegebell ergänzt wird. Auf das sphärische „Horses Of The Plough“ folgt mit „Pandora’s Box“ eine echte Herausforderung für die Ohren, denn hier geht kaum ein Ton fließend in den anderen über. Allerdings wird der Track gegen Ende hin ein wenig rhythmischer und damit leichter verdaulich. Darauf folgen weitere eher gemächliche Tracks mit unterschiedlich intensiver Synthesizer-Beteiligung, bevor mit „Fire In The End“ das Finale eingeläutet wird, das sehr wohltönend ausfällt.
ULVER bieten auf „Neverland“ Wohlfühlmusik, abgesehen von ein paar extravaganten Soundeffekten, die manchmal stärker ausgeprägt sind und dann aber auch wieder dezent in Erscheinung treten. Bis auf einen Track sind die Klangfolgen leicht verdaulich und zwischendurch wird es auch hochmelodisch. Die Basis bildet immer der Synthesizer, und wer dieses Instrument nicht mag, der ist hier an der falschen Adresse. Es ist halt schwierig die heutigen ULVER irgendwo einzureihen. Da kommt man um ein Hineinhören in dieses, meiner Meinung nach, sehr gelungenen Werk nicht herum.
Autorin: Elisabeth Eichmüller
Tracklist „Neverland“:
1. Fear In A Handful Of Dust
2. Elephant Trunk
3. Weeping Stone
4. People Of The Hills
5. They’re Coming! The Birds!
6. Hark! Hark! The Dogs Do Bark
7. Horses Of The Plough
8. Pandora’s Box
9. Quivers In The Marrow
10. Welcome To The Jungle
11. Fire In The End
Gesamtspielzeit: 41:27
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